Ausnahmsweise ein Lesetipp für eine Wochenzeitung: DIE ZEIT bringt in ihrer aktuellen Ausgabe einen umfangreichen Schwerpunkt über die Neonazi-Szene in Deutschland. Liest sich bedrohlich, aber wegschauen und kleinreden nützt auch nichts. "Wir warten nur, bis die Wirtschaft den Bach runtergeht, dann ist unsere Zeit endgültig gekommen!" sagen die NPD-Leute....
Klar ist: wer den Wohlfahrtsstaat zum Sozialhilfestaat verkommen lässt, bereitet den Boden für die Rechten, mit ihren vermeintlich so einfachen, im Grunde jedoch stupiden Antworten auf komplexe Probleme: schuld sind die Ausländer, schuld ist die EU - also: raus mit den Ausländern, raus aus der EU.
Ein Journalist nach dem Krawall-1.Mai in Hamburg (rechter Aufmarsch): "Wenn man hier so steht und die nächste Generation betrachtet, dann scheint das Jahr 1933 ein Datum in der Zukunft zu sein, nicht in der Vergangenheit."
Ausserdem lohnt sich die ZEIT-Lektüre auch sonst, zB wegen der vorgezogenen Laudatio auf Helmut Schmidt, der im Dezember 90 wird.
Amnesty hat eine Aktion gestartet und fordert für die Olympischen Spiele in Peking: "Menschenrechte aufs Podest!"
http://clients.thelounge.net/amnesty/china/show_content.php?hid=5
Was vorher niemand für möglich gehalten hat tritt nämlich ein: selbst die chinesische Führung ist durch internationale Proteste schon während des Fackellaufes irritiert. Ihre/Deine Unterschrift online könnte dazu beitragen, dass für die Menschen(rechte) in Tibet tatsächlich etwas erreicht erden kann.
Danke!
Schneeberge am Ende
des Tales
entfachen Wind
auf den Wiesen wogt rauschend
das Gras
Schon steht es kniehoch
Nachts klagen streunende Kater
vorjährig zum Tod verurteilte Bäume
blühen feuerbrandtrotzig mit Macht
Ins Freie drängt der Mensch
der eine in den Bier-
der andere in den Schrebergarten
Ein Hoch bestimmt das Wetter in Europa
und den Ölpreis an den Börsen
Das eine ist uns lieb
das andre eher teuer
Dennoch: Frühling!
Gut so.

Bundeskongress der Grünen im Tiroler Bergdorf Alpbach.
Wir werden heute einen Leitantrag zum Thema "Verteilungsgerechtigkeit" verabschieden. Der wird ziemlich genau so aussehen:
Leitantrag-Verteilungsgerechtigkiet-BUKO-Mai-08 (pdf, 152 KB)
Arbeit wird bestraft, Vermögen wird belohnt. 1990 machte das Aufkommen aus Lohnsteuer, Einkommensteuer, Sozialversicherungsbeiträgen und Lohnsummensteuern in Österreich 23.7% des BIP aus, 2005 waren es schon 26.4%.
In der EU15 gingen diese Abgaben geringfügig zurück (von 21.8% auf 21.7%). Im gleichen Zeitraum fiel das Aufkommen an Vermögensteuern in Österreich von 1.1% auf 0.6% des BIP, in der EU15 stieg es von 1.6% auf 2.1% an. Österreich hat neben
Mexiko, Tschechien und der Slowakei die niedrigsten Vermögensteuern unter den 30 Staaten der OECD.
Die weitaus stärkere steuerliche Belastung von Erwerbsarbeit gegenüber Vermögen ist nicht nur unfair, sondern auch unklug. Teure Arbeit führt zu weniger Beschäftigung.
(Auszug aus dem Antrag)

Zum 1. Mai ein kleines Geschenk:
Eine grandiose Polemik auf unser Schulsystem - hier exklusiv zum download - mit großzügiger Genehmigung des Autors!
Vielen Dank an Kurt Greussing.
KULTUR-Hauptschule_080422_k-greussing (pdf, 36 KB)
Und sonst:
Unser Kanzler hat in seiner Mai-Rede uns alle in Schutz genommen vor der bösen internationalen Presse ("Wir lassen nicht unserer Jugend eine neue Erbsünde andichten!")
Unser Vizekanzler verspricht uns eine Steuerreform, die uns umso schöner trifft, je mehr Kinder wir haben.
Ein gewisser Strache hingegen wurde mit Eiern beworfen. Auf seiner eigenen Maiveranstaltung. War aber nicht in Knittelfeld...

Über die Aktivitäten der militanten Raucherbewegung war in diesem weblog schon zu lesen (12.April 2007).
Die Methoden, um durch die spam-Filter zu schlüpfen wurden verfeinert. Freundlicherweise wird jetzt eine Liste mitverschickt, wo nicht nur die mailadressen von PolitikerInnen zu finden sind, sondern auch gleich eine Einteilung in "gut" (raucherfreundlich) und "böse" (raucherfeindlich). Feinde werden als "Prohibitionisten" bezeichnet.
best-of-boese-liste-der-militanten-Raucher (pdf, 102 KB)
Ich ein Prohibitionist?!
Na prost.
Natascha Kampusch war schon schlimm genug.
Was in Amstetten geschah übersteigt weitgehend das Vorstellungsvermögen.
Was jetzt allerdings - und zwar blitzartig - an erfragten und unerfragten Kommentaren, so genannten Analysen und - unter dem Deckmantel der "Berichterstattung" - Live-Einstiegen im öffentlich rechtlichen und privaten TV daherkommt stellt alles bisher dagewesene weit in den Schatten.
Bei N. Kampusch wurde lange darüber räsoniert, dass Opfer nicht via Medienberichterstattung zum zweiten mal Opfer werden dürfen.
Genau das geschieht hier.
ÖBB-Eurocity von Wien nach Bregenz, Einsteigebahnhof: Salzburg.
Speisewagen. Zug steht bei Wörgl, weil ein Baum auf die Fahrleitung gestürzt ist. Eine Frau versucht per Handy irgendwen anzurufen, um mitzuteilen, dass sich die Ankunft um mindestens eine Stunde verspätet.
Kellner: "Hier ist telefonieren verboten!"
Frau: "Ich muß aber wen anrufen, um zu sagen, dass ich meinen Anschluß nicht kriege!"
Kellner: "Ist trotzdem verboten, da steht´s".
Frau: "Lassen´s mich das machen, ich habe für heute die Nase ohnehin voll von den ÖBB, weil ich jetzt insgesamt 3 Stunden auf Züge warte, eigentlich nach Wien wollte und wieder zurückfahren musste, weil kein Anschluß mehr da war!"
Kellner: "Ich bin nicht die ÖBB."
Nebentisch.
Frau: "Könnte ich bitte Käse mit Brot haben?'"
Kellner: "Haben wir nicht mehr".
Frau: "Dann ein Gulasch?"
Kellner: "Haben wir auch nicht mehr."
Frau: "Was haben Sie dann?"
Kellner (überlegt): "Würstel, Salat, Schnitzel"
Frau: "Dann hätte ich gerne nur ein Brot"
Kellner: "Brot allein gibt´s nicht."
Frau: "Vergessen Sie´s!"
Durchsage:
"Wir bitten die Passagiere, die in den letzten beiden Waggons reisen und in Imst-Pitztal aussteigen möchten, bis zum Speisewagen vorzugehen. Der Bahnsteig in Imst-Pitztal ist zu kurz."
Ach ja: die beiden Toiletten in unmittelbarer Nähe zum Speisewagen waren defekt. Auskunft Schaffner: "Das geht uns nichts an, für die Toiletten ist eine andere Firma zuständig!"
ÖBB 2008: statt früher fünf Vorständen jetzt 14, statt einer Gesellschaft fünf. Golden handshake bei Ausscheiden garantiert.
Service is our success!...
Danke, Hubert!