Donnerstag, 26. April 2007

Tage der Utopie - 2

Ich bin im Verzug: gestern war schon Tag 3 und ich schreibe über Tag 2. Allerdings ist das egal, weil Zeit gibt es immer ohne Ende. Die einzigen Wesen auf der Welt, die glauben, die Zeit "rase auf die Menschen ein und reisse alles, was nicht rostfrei ist, in die Vermoderung, wie ein reissender Strom" (Stefan M. Seydel) sind die Menschen. Also gut.
Am Dienstag war Reimer Gronemeyer da. Selber deutlich über siebzig, referierte er über das Altwerden, die alternde Gesellschaft und eine neue Kultur des Helfens. Sein Befund über den gesellschaftlichen Umgang mit Alter und Alten war ebenso gnadenlos wie präzise.
"Menschliches Leben gleicht sich dem Zyklus eines Produktes an: Herstellung, Gebrauch, Entsorgung. Was Biographie war, ist dabei, sich in einen Produktionszyklus zu verwandeln. (...) Ein bewirtschaftetes Subsystem, dessen Haltbarkeitsdatum überschritten ist, muss sich als ökonomisch und rechnisch überflüssig auffassen. Deshalb kommt zwangsläufig die Idee der Pille für Lebensmüde auf: Die Gesellschaft - das Obersystem - informiert seine Subsyteme über einen Zustand der Unbrauchbarkeit, woraufhin das Subsystem sich als lebensmüde definiert. (...)"
1,8 Millionen Demenzkranke im Jahr 2030 in Deutschland - gigantische Zuwachsraten in allen Industrienationen. Demenz, so Gronemeyer, komme ihm vor, sei das Spiegelbild des Beschleunigungswahns, des immer schnelleren Wechsels von Konsumgüter- und Wissenszyklen: kollektives Abtauchen in das Vergessen, die Verweigerung, das endgültige - erlösende - Abschalten.

Neben neuen Formen des Zusammenlebens im Alter, der Definition der Hilfe und Unterstützung von Alten als kulturelle Leistung und die Verabschiedung der Illusion, über eine Perfektionierung der institutionellen Versorgung könne das Problem in den Griff bekommen werden, traf sich Gronemeyer mit dem Vortagsredner Bauer: Demenzerkrankungen treten nachweisbar dann in geringerem Maße auf, wenn soziale Kontakte vorhanden sind und gepflegt werden.
Sein Fazit: den größten Wert im Alter haben nicht ertragreiche Aktiendepots, sondern schlicht:
Freundschaften.
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Johannes Rauch

.:green days:.

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MenschenMeinungen

Haben sie heute schon...
Manche Veranstalter haben wirklich Pech. Diese hier...
rauch - 15. Okt, 20:11
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Heute war eine schweizer Journalistin bei mir, die...
rauch - 14. Okt, 16:34
bin ganz deiner meinung....
bin ganz deiner meinung. interpretiere dies allerdings...
ich (anonym) - 14. Okt, 12:26
wünscht man sich...
als politiker, dass andere (politiker) dafür bestraft...
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