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Ende einer Ära

Alexander Van der Bellen ist zurückgetreten.
Gestern beim Parteivorstand hat er, gleich zu Beginn der Sitzung, nach seiner ganz persönlichen Wahlanalyse diese seine Entscheidung mitgeteilt. Gefasst hat der den Entschluss schon am Wahlabend.
Ich werde hier jetzt sicher keinen "Nachruf" verfassen.
Nur so viel: Alexander Van der Bellen stand mehr als zehn Jahre an der Spitze der Grünen. Keine(r) vor ihm hat die Partei so geprägt wie er. Er hat, mit Ausnahme der letzten, alle Wahlen gewonnen, bei denen er als Spitzenkandidat angetreten ist. Er hat mit seiner Art eine Marke geprägt, die sich wohltuend abgehoben hat vom Üblichen.
Dieser Rücktritt ist kein "normaler" Abgang eines Parteichefs, er ist das Ende einer Ära.
Was das für die Grünen bedeutet sehe ich vollkommen illusionsfrei: einen Übergang schaffen zu müssen. Das wird nicht leicht, birgt viele Chancen aber auch mindestens so viele Gefahren. Wir werden uns dem stellen müssen, so oder so.
Die Art und Weise, wie der Bundesvorstand inklusive des Parlamentsklubs mit der schwierigen Situation gestern umgegangen ist, macht mich zuversichtlich.
Eva Glawischnig, die Van der Bellen nachfolgen wird, tritt in große Fußstapfen. Damit sie einen guten Start hat, braucht es aus meiner Sicht eines ganz gewiss: Die Erkenntnis, dass es nicht mehr reicht, im VdB-Windschatten mitzurollen, sondern mehr an Verantwortung für das Ganze zu übernehmen. Das betrifft nicht alle, aber viele.
Eine gute Kondition wird notwendig sein dafür. Der Wind kommt nämlich von vorne, derzeit und wohl auch in der näheren Zukunft....

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testsiegerin - 4. Okt, 15:15

Du weißt ja, dass ich keine Grüne bin. Trotzdem sympathisiere ich mit der Partei und verfolge das Geschehen aufmerksam.
Ich fürchte ein bisschen, dass die Grünen mit Eva Glawischnig noch mehr in Richtung der Bürgerlichen gehen.
Viele meiner KollegInnen waren bis jetzt Grün-WählerInnen, aber einige von ihnen haben diesmal zum Beispiel KPÖ gewählt.
Bei mir drängt sich der Eindruck auf, dass viele der wohlsituierten Grünen, die in den Bezirken 6 bis 9 zu Hause sind, den Kontakt zu "ganz normalen" Menschen verloren haben.

Da liest man dann, dass die Leute halt mit alternativen Energien heizen und sich nicht über steigende Strom- und Gaspreise aufregen sollen.
Schön und gut, aber glaubst du, Leute wie ich (und ich zähl mich noch nicht mal zu den ganz armen) können sich den Umbau leisten, sebst wenn der gefördert ist?

Und wenn es um den Verkehr geht, dann werd ich regelmäßig grantig. Ich tät ja auch gern vor meiner Haustür in die U-Bahn einsteigen und bis in die Arbeit fahren, aber das Leben auf dem Land ist halt anders. Da braucht man nicht nur ein, sondern sogar zwei Autos, wenn man nicht verkümmern und verkummern will. Wenn man das Auto braucht, um in die Arbeit zu kommen und auf Außendienst fahren muss.
Selber schuld, hab ich da schon von manchen Grünen gehört, zieh halt in die Stadt.
Da kriegt man schon ein bisschen das Gefühl, die Grünen wären eine Partei, die aus lebensfremden Menschen bestehen, die mit ganz normalen Menschen nix anfangen können.
Ja, auch ich würde mir gern ausschließlich Bio-Lebensmittel kaufen. Zum Teil mach ich das auch, zum Teil kann ich es mir aber einfach nicht leisten.

Das sind ein paar Punkte, warum viele hier die Grünen nicht mehr wählen, obwohl sie sich auch eine menschliche Ausländerpolitik, Frauenrechte und eine gesunde Umwelt wünschen.

rauch - 4. Okt, 20:55

nochmal von vorne:....

...(habe gerade den ganzen text ohne speichern ins nirvana geschickt, deshalb: nochmal von vorne:.....)

Eines der Probleme, die wir haben ist, dass die Dinge so ankommen, wie sie bei dir (und anderen) angekommen sind. Verständlicher erklärt es es nämlich so:
HEIZEN
Öl und Gas werden teurer. In einigen Jahren vermutlich sehr viel teurer. Das wird sich kaum mehr ändern, weil die Vorräte langsam zu Ende gehen. Deshalb sitzen viele Menschen in der Ölpreisfalle. Wer in Miete wohnt oder sich eine neue Heizung nicht leisten kann ist den Preiskapriolen ausgleifert. Deshalb muß eine Umstellungsförderung radikal sein: Kesseltausch (z.B. von Öl auf pellets) wird zu 100% öffentlich vorfinanziert. Das Darlehen wird innerhalb von 10 Jahren zur Hälfte zurückgezahlt, der Rest ist Förderung. Die Einsparung finanziert die Raten. Wohnbauförderung (Einfamilienhäuser) gibt es nur noch für Sanierungen, dafür aber doppelt so viel als bisher. Heizkostenzuschüsse wird es trotzdem - verstärkt - noch für lange Zeit geben müssen!

AUTO
Wer sagt "selber schuld, zieh halt in die Stadt" ist kein Grüner, sondern dumm. Wer am Land wohnt, braucht ein Auto, weil null in den Nahverkehr und alles in die Hochleistungsstraßen investiert worden ist. PendlerInnen brauchen Öffis, dafür muss Geld in die Hand genommen werden: Ausbau von Bus und Bahn in die Fläche, Ausbau von Früh- und Spätverkehr; Förderung von Fahrgemeinschaften. Auch hier: das dauert. Für den Übergang muss das Autofahren über die Pendlerpauschale weiterhin subventioniert werden. Devise für die Mobilität: wo immer es geht, mit Bus und Bahn, wo nicht anders möglich, mit dem Auto. Und wer sagt übrigens, dass Autos mit Benzin fahren müssen?...

BIO-Lebensmittel:
Falsche Agrarförderung (Europaweit, Österreichweit und auch in den Bundesländern) führt zu falschen Preisen. Bio wird vernachlässigt, billige Masse hoch subventioniert. Verkehrt.
Einfache Antwort, wie das geändert werden kann habe ich keine, weil es keine gibt. Insofern ist Bio etwas für die besser Verdienenden. Aber wenigstens die Städte und Gemeinden müssen in ihren Kantinen, Krankenhäusern, Altenheimen etc heimische, gesunde Lebensmittel anbieten! Tun sie nicht mit dem Preisargument. Dabei machen die Lebensmittelkosten für ein Spital gerade einmal 2% des Gesamtbudgets aus...

Die Reform, die wir brauchen kann sich nicht auf die Spitze beschränken, sondern muss in die Breite und in die Tiefe gehen.
Die Kommunikation mit den Leuten ist ein - wesentlicher - Teil davon. Ich werde massiv darauf drängen.

Danke für Deine Rückmeldung!
Manfred (Gast) - 4. Okt, 20:26

Übergang

Ich bin zuversichtlich, dass die Grünen den Übergang schaffen. Allerdings haben es gerade die Politiker dieser Partei nicht leicht, weil sie überaus kritische Wählerinnnen und Wähler haben, die jedes Wort auf die Goldwaage legen und schnell "beleidigt" sind. Da können sich andere Parteien viel mehr leisten. Es ist eben alles sehr kompliziert aber ein Vorteil der Grünwähler ist dafür, dass sie meiner Meinung nach bereit sind sich auch ein bisschen vertiefter mit Entwicklungen und Themen auseinander zu setzen. Vielleicht sollte der Eine oder die Andere nochmals den Eintrag vom 5. September - Text von Hermann Denz!!! - lesen, damit auch allen klar ist, dass wir in Zeiten leben wo gar nichts einfach ist. Auch wenn das viele BZÖ/FPÖ - Wähler glauben....

6 Milliarden jährlich

Und das ganze nennen sie dann "Konsolidierungsbedarf" statt Budgetkürzung.

MenschenMeinungen

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