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Fußball & Politik

Es ist nämlich so:
Kommt es zu Neuwahlen vor dem Sommer (nicht sicher), bleibt die Kärntner Haider-Filiale (BZÖ) vermutlich im Parlament. Was ein großer Schaden für die Politik wäre.
Kommt es zum Abschluß der österreichischen Fußballmeisterschaft vor dem Sommer (sicher), bleibt, wie es momentan ausschaut, die Kärntner BZÖ-Truppe in der Ersten Liga. Was ein großer Schaden für den Fußball wäre.
Begründung: Sowohl der FC Kärnten wie auch das BZÖ sind Kunstprodukte von Jörg Haiders Gnaden, finanziert aus Kärntner Landesgeldern.
Vielleicht trifft sich ja der Jörg mit dem Schweizer Artgenossen Christoph Blocher (CVP) deshalb im April in Vorarlberg, um die Finanzierung beider Kunstprojekte für 2009 sicher zu stellen.
Orangenanbau, finanziert mit Schwarzkohle aus CH......

Hauptsache: Altach steigt nicht ab (sehr wahrscheinlich) und schwarz-blau erlebt keine Neuauflage (leider ziemlich wahrscheinlich).

Vielleicht rettet uns Ostern.

Franz Alt, Johann Feichter, Kurt Greussing

Freitag, 14. März, 17.30 Uhr:
Eröffnung der neuen Produktionshalle der Firma Winkler-Solar in Feldkirch. Es referiert in der Werkhalle: Franz Alt - "Die Sonne schickt uns keine Rechnung!" Das solare Zeitalter ist angebrochen, wer´s noch nicht kapiert hat, den wird die Geschichte bestrafen. Alt könnte in jedem Bierzelt auftreten und die Leute würden im abnehmen, was er sagt. Einfache Bilder, klare Sprache, eindringliche Botschaft. Und einen leisen Prediger-Unterton hat eben nicht nur Al Gore, auf den sich Alt in seinem neuen Buch ganz ungeniert bezieht ("Ich fange da an, wo Al Gore aufhört")
Schon öfter gehört, immer noch gut!

Szenenwechsel.
Freitag, 14. März, 20 Uhr:
Klimawandel - Die Herausforderung
Klimapolitik jenseits von apokalyptischen Szenarien
Veranstaltung der Grünen Bildungswerkstatt Vorarlberg

Johann Feichter werkt am Max Planck Institut für Meteorologie in Hamburg und war Co-Autor des IPCC-Klimaberichtes.
Die gravierendsten Folgen des Klimawandels werden nicht Stürme, Unwetter, Hochwässer und Dürren sein, sondern die unter anderem dadurch erzwungene Migration von hunderten von Millionen Menschen. Klimaflüchtlinge. Sicherung der Lebensgrundlagen und Entwicklung - also auch Verbesserung der Lebensbedingungen - in den Schwellenländern, so Kurt Greussing, Sozialwissenschaftler und Historiker, sind unabdingbare Voraussetzungen, dass die Menschen die dort leben in der Lage und Willens sein werden, Technologien anzuwenden, die umweltfreundlich und ressourcensparend sind.

Feichter und Greussing, von unterschiedlichen wissenschaftlichen Richtungen her kommend, zeigen beeindruckend die Zusammenhänge zwischen Klimapolitik und notwendiger neuer Entwicklungspolitik auf; jenseits des Agrarsubventionswahnsinns, den u.a. die USA und die EU betreiben.
Beide Referate gibt es demnächst als Zusammenfassung inklusive pdf-file der slideshow zum download hier.

Zwei Bücher zum 12. März 1938/2008

Weil soviel von Erinnern die Rede ist dieser Tage ein kleiner Hinweis wider das Vergessen dieser beiden:

Hans Lebert: DIE WOLFSHAUT
(erschienen 1960)

Gerhard Fritsch: FASCHING
(erschienen 1967)

Originalausgaben vergriffen, beide aber neu aufgelegt.

Zwei Romane über das gewollte Vergessen im Nachkriegsösterreich und die Kontinuität bestimmter Denk- und Handlungsmuster. Beklemmend intensiv, erschreckend aktuell, literarisch brillant.

Kein Liebesbrief

Manche Briefe, die man bekommt, sind nicht so nett. Dieser zum Beispiel:

minarett-brief-001

Der Einfachheit halber hier die lesbare Variante:

Betreff: Minarette

Die Befürworter sollte man in die Türkei verfrachten und ja nimmer zurück in unser Ländle ihr sind Vaterlandsverräter. Rauch und Katzenmayer sind ausländerfreundlich und arbeiten gegen uns Einheimische. Der Adolf wäre mit euch in die Tusche gegangen was eigentlich nicht schade wäre. Der Schaden ist geschätzt. Solche Kreaturen haben bei uns nichts verloren, ihr seits linkswixer! Die Türken werden sie bei uns nie anpassen. Du Stinker Rauch hast überhaupt kein Recht unserer Bürger als skrupellos zu benennen. Für dich wäre das Praline auch gut genug. Und da bist du der Meinung ihr Vaterlandsverräter könnten noch eine Auszeichnung bekommen. Für euch wäre auch ein Gülebad gut genug. Ihr linkswixer!!

Pass auf was Du der VN angibst.


Beigelegt war passenderweise ein Hitlerbild...

Wahlsonntag

Na ja: das in Niederösterreich ist, wollen wir ehrlich sein, zum Vergessen. Kein Drama für die Grünen, aber Erfolg ist was anderes.
Eigentlich müssten wir bei dieser bundespolitischen Konstellation und dermaßen großen Verlusten der SPÖ zumindest irgend etwas dazugewinnen. In Graz ist das ja auch gelungen. Dort haben die Grünen dem Winter-Wahlkampf der FPÖ allerdings massiv gegengehalten. Und die Frau Rosenkranz ist ja von ihrer Grundeinstellung her nicht so weit von der Frau Winter entfernt.

Kurzfazit:
Wenn die Rechten den "Heimatschutz" propagieren, kann man nicht nichts dazu sagen. Und wenn sich Protest gegen die Bundespolitik formiert, kann man diesen auch nicht der FPÖ überlassen. Sonst hat man Platz drei von vornherein kampflos preisgegeben.

Wichtiger für die Welt ist allerdings wohl doch, dass in Spanien Zapatero, so wie es ausschaut, den Sieg davonträgt.

Wir lieben den Islam! (Wenn er weit weg ist)

Schon einmal etwas vom Sultanat Brunei gehört?

Keine Demokratie, in Menschenrechtsfragen am Pranger, Islam als Staatsreligion. Amnesty berichtet.
Nicht so tragisch, wenn es um diskrete Geldgeschäfte geht.
Die Hypo Landesbank, im Eigentum des Landes Vorarlberg, betreibt eine Filiale in Liechtenstein (100%-Tochter). Da sticht auf der website dann schon der erste Satz ins Auge:
"In den vergangenen Jahren hat die Regelungsdichte im Bereich der Geldwäschebekämpfung exorbiert (sic!) zugenommen", steht da, aus Anlaß der aktuellen Geldwäschereidebatte....

Beworben wird dann der Standort Brunei als wahrer Hort der Diskretion.

Der Hypo Trust and Corporate Services (Brunei) Ltd. bietet:
nahezu vollständige Steuerfreiheit und bei gierigen Anverwandten oder neugierigen Steuerbehörden hundertprozentigen Schutz:
"Ihre persönlichen Daten sind lediglich unserer Tochtergesellschaft in Brunei bekannt. Es erfolgt keine öffentlich zugängliche Registereintragung, Ihre Anonymität ist gewährt"


Andere haben schon Konsequenzen gezogen, aus der Debatte um Steueroasen und Schwarzgeldparadiese: Die Bayerische Landesbank, die vor kurzem die Kärntner Hypo-Alpe-Adria und damit auch deren Tochter in Liechtenstein gekauft hatte befiehlt dieser nun den Rückzug aus Liechtenstein.

Schizophrenie a la Vorarlberg

Unsere Landesbank wirbt mit Brunei.Die Spitzenrepräsentanten des Eigentümers, nämlich die Landesregierung, fürchtet sich vor der "Islamisierung" Vorarlbergs und erläßt ein Minarett-Gesetz, freut sich aber gleichzeitig über den islamischen Finanzplatz Brunei, der so verschwiegen und weit weg ist, dass die Doppelmoral hierzulande eh keiner mitkriegt.

Dilemma

Das Wesen des Dilemmas besteht darin, dass es in einer bestimmten Situation zwei Wahlmöglichkeiten gibt, die aber beide zu einem unerwünschten Ergebnis führen. Anders gesagt: Was immer mant tut (nicht tut) ist falsch.

Das Dilemma rund um die Zustände in den Pflegeheimen ist, dass es über die wahren Verhältnisse zwar Informationen gibt, die aber nicht kommunizierbar sind, weil die (schriftlichen) Beweise nicht zu bekommen sind. Folge:
Schweigt man, verbessert sich nichts. Redet man, ohne (schriftliche) Beweise, verbessert sich auch nichts, weil einem niemand glaubt.
Angenommen, man hätte die (schriftlichen) Beweise, könnte man belegen, dass Dienstpläne manipuliert worden sind, um mehr Personal vorzutäuschen, als tatsächlich beschäftigt ist. Man könnte auch den Nachweis antreten, dass auf Mißstandsfeststellungen (auch mehrfache) nicht reagiert wurde. Man könnte als Skandal brandmarken, dass zu Pflegende abgestuft (!) wurden, um den vorgeschriebenen Personalstand künstlich zu drücken. Man könnte den rapiden Anstieg an Krankenständen beim Pflegepersonal dokumentieren, das gezwungen war, oft monatelang jenseits der Belastungsgrenze zu arbeiten.

Es handelt sich hier natürlich nicht um Vorarlberg, sondern um ein rein fiktives Gedankenspiel. Eine philosophische Betrachtung.
Oder was haben Sie gedacht?

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen!"
(Theodor W. Adorno, Minima Moralia, I, 18)

Die Auflösung des Dilemmas liefert er (fast) auch, der Alte:

"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich
dumm machen zu lassen."


Na dann! Sage noch einer, Philosophie habe nichts Praktisches an und für sich.

Wertpapierfrühling 2008

Folgende Anzeige erscheint in der heutigen Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten:

wertpapierfruehling (pdf, 261 KB)

Botschaft: Leute, legt euer Geld in Rohstoffaktien an! Die Getreidepreise steigen, da lässt sich prima Kohle machen! Zitat:

"Beim Getreide neigen sich die Zeiten niedriger Preise dem Ende zu. Die Produktion von Biosprit verschlingt immer größere Anteile der globalen landwirtschaftlichen PRoduktion. Mit höheren Einkommen nimmt auch der Konsum von Fleisch wesentlich zu. Für die Produktion von ein Kilogramm Fleich müssen ca. zehn Kilogramm Getreide als Futtermittel aufgewendet werden."

Heissa! Da wollen wir doch mit dabei sein: "Seit der Jahrtausendwende geht es mit den Rohstoffpreisen steil nach oben. Nutzen Sie diesen globalen Mega-Trend für Ihre persönliche Anlagestrategie!"

Dass dabei auch "Unfälle"in der Größenordnung von 140 Millionen Dollar passieren können: verschmerzbar.

Steigende Preise, gut für die Bauern?

Sollte man meinen. Leider profitieren nur die großen Agrarkonzerne. Hunterttausende Kleinbauern bleiben auf der Strecke, zahlen tun am Ende der "Abschöpf-Kette" die KonsumentInnen. Zitat:

"Bei Nahrungsmittelkonzernen wie Nestlé oder Kellogg bleibt unterdessen die große Unsicherheit, inwieweit sie die gestiegenen Preise für Grundstoffe an ihrer Kunden weiterreichen können oder ob die Gewinnmargen langfristig erodieren. Während die einen hier ebenfalls Gewinner des Megatrends sehen, raten andere Investmentexperten von den Aktien der Lebensmittelhersteller ab."
(Welt-Online, 27.12.2007)

A bissl pervers, alles zusammen...

6 Milliarden jährlich

Und das ganze nennen sie dann "Konsolidierungsbedarf" statt Budgetkürzung.

MenschenMeinungen

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