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Schlagzeilen

Die Schlagzeiten von Vorarlberg-Online von Freitag, 18 Uhr:

Messe lockt die Massen an

Volksbank prüft Klagen gegen ZDF

Crash von Lewis Hamilton überschattet F1-Training

Ein Finale ohne bunte Vögel

Zu wenig Personal im Pflegeheim Innerbraz

Frühjahrsputz einmal anders

Kapelle kommt online unter den Hammer

Weiter Spenden-Boom für Obama

Google will sich Skype unter den Nagel reißen

Koffer weg: Naomi rastet wieder aus

Massen-Gentest nach Holzklotz-Angriff

Einbruch in Festspielküche: Essen und Bier konsumiert

"Beträchtliche Verlangsamung" der Konjunktur erwartet

Masern: Wallner rät zu Impfprogrammen

Remixed könnten sie so lauten:


Massen-Gentest lockt die Massen an
Messe: Wallner rät zu Frühjahrsputz
Google ohne bunte Vögel einmal anders
Volksbank: Koffer weg
Einbruch im Pflegeheim Innerbraz
Obama kommt online unter den Hammer
Masern: Naomi konsumiert Essen und Bier
Beträchtliche Verlangsamung von Hamilton überschattet F1-Training
Crash in Festspielküche: zu wenig Personal
ZDF prüft Klage gegen Konjunktur


Und wieder zusammengefügt und in einen Zusammenhang gebracht: lautet die Nachricht:

Holzklotz-Angriff überschattet Festspielküche:
Impfprogramm für Obama erwartet


Ein Holzklotz-Angriff auf die Festspielküche überschattet die Messe. Obwohl der Frühjahrsputz beträchtlich verlangsamt war, prüft das ZDF gemeinsam mit Naomi das Pflegeheim in Innerbraz. Die Koffer von Lewis Hamilton hat sich Wallner unter den Nagel gerissen, was in der Folge dazu führte, dass die bunten Vögel, in einem wahren Spenden-Boom einen Frontalangriff auf die Konjunktur starteten, um anschließend mit einem online-Gentest zu verhindern, dass die Messe künftig in jener Kapelle abgehalten wird, die während des F1-Trainings unter den Hammer kam.
Anschließend wurde gemeinsam Essen und Bier konsumiert.



Frage: Wie hoch ist der Anteil jener Menschen, die auf Anhieb erkennen, dass es sich hier um Nonsens handelt?
Im Ernst!

Alles was Recht ist!

Im Februar 2007 prüft die Amtssachverständige des Landes Vorarlberg ein Pflegeheim der BENEVIT (Gesellschaft des Vorarlberger Gemeindeverbandes). Fazit: mehr Personal muß eingestellt werden, damit die Qualität der Pflege gesichert ist.
Folge: der Gemeindeverband interveniert bei der Landesrätin, um einer Vorschreibung von mehr Personal durch die Bezirkshauptmannschaft zu entgehen. Dann werden Mißstände in Vorarlberger Pflegeheimen öffentlich, die Debatte spitzt sich zu; allenthalben wird Besserung versprochen, vor allem mehr Geld und mehr Personal. Gerne würde man´s glauben.
Am Mittwoch verkündet der Aufsichtsratsvorsitzende der BENEVIT im Landtagsausschuss, man habe in dieser Angelegenheit (o.a. Pflegeheim) ein Gegengutachten erstellen lassen und werde den Bescheid der BH anfechten, also den Instanzenzug beschreiten.
Juristisch gesehen: möglich. Politisch: Ein Skandal.
Zuerst verschleppt eine Einrichtung der öffentlichen Hand ein Jahr lang mutwillig die notwendige Aufstockung von Personal um dann - nach all den Diskussionen der letzten Wochen! - anzukündigen, man werde gegen den Bescheid, der die Aufstockung trotz allem vorschreibt, zu berufen. Mit null Aussicht auf Erfolg übrigens, weil ein letztinstanzliches Urteil unlängst klar gelegt hat, dass derartige Vorschreibungen rechtskonform sind.
Gemeindeverband gegen Land Vorarlberg in Sachen Pflege: wenn das Ergebnis der versprochenen Besserung ist, dann ist zwar viel passiert, aber in der Folge nix geschehen!

Politisch korrekt gesprochen empört mich das.
Persönlich finde ich es eine bodenlose Sauerei, wie hier auf dem Rücken von Betroffenen agiert wird.

Sinkende Lohnquote leert die Kassen

Die Lohnquote, also das Verhältnis von Einkommen aus unselbständiger Arbeit zum Volkseinkommen sinkt seit Jahren. Die Einkommen aus Gewinn, Besitz und Vermögen steigen hingegen. Die Lohnquote lag Anfang der 1960er Jahre bis Anfang der 1980er Jahre relativ konstant bei 70% des Volkseinkommens. Seither ging´s bergab: im Jahr 2006 betrug sie nur noch 56%. Will heißen: 44% des Volkseinkommens stammen aus Gewinn, Besitz und Vermögen.
Dass der Wohlfahrtsstaat damit seine Steuerbasis zunehmend verliert hat damit zu tun, dass die Finanzierung desselben vorwiegend auf Steuern und Abgaben auf Lohneinkommen beruht, während die Besteuerung von Gewinn, Besitz und Vermögen kaum eine Rolle spielt.
Wären die Löhne und Gehälter seit Anfang der 1980er Jahre gleich rasch gestiegen wie das gesamte Volkseinkommen, so wäre das Aufkommen an Sozialversicherungsbeiträgen heute um etwa 15% höher.
Fazit: die kranken Kassen sind an ihrer Misere nicht nur selber schuld. Das dürften schwarz und rot ansatzweise begriffen haben. Deshalb wurde ja die capital gains tax (Vermögenszuwachssteuer) beschlossen (oder auch nicht, je nach dem, wen man gerade fragt....).
Dass das alles zu kurz greift und nur ein massiver Umbau des Steuersystems - und das ist mehr als eine Steuerreform, die allen alles verspricht! - mit einer drastischen Entlastung des Faktors Arbeit und einer vertretbaren Vermögens- und Ressourcenbesteuerung möglich ist, hat sich noch nicht herumgesprochen.

Fluchtburg Liechtenstein

Dieser Beitrag hatte es in sich:

FRONTAL 21 , Dienstag, ZDF

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Feldkirch und die Finanzmarktaufsicht gegen die Volksbank in Bregenz. Wie im Beitrag zu sehen, war es problemlos möglich, 800.000 Euro Schwarzgeld in einer Liechtensteiner Stiftung unterzubringen.
Insider sagen, mit der Volksbank habe es jetzt halt eine Bank erwischt, die in diesem Business besonders offensiv und bereitwillig unterwegs war. Üblich sei das ganze bei mehr oder weniger allen Banken in Vorarlberg.
Ausgelöst hat der Beitrag jedenfalls ziemlichen Aufruhr: sowohl bei den Banken wie auch den Treuhandgesellschaften in Liechtenstein. Von denenen, die Geld - eigenes, fremdes oder dem Finanzamt vorenthaltenes - geparkt haben ganz zu schweigen.

Im Lichte dieser Affäre stellt sich die Anfragebeantwortung des Landeshauptmannes zur Hypo - Vorarlberg noch dürftiger dar.
Hypo-Vorarlberg-Bankgeschaefte (pdf, 16 KB)

Wozu eine Bank, die im Eigentum des Landes Vorarlberg steht und sich hohen moralischen Grundsätzen verpflichtet fühlt, eine Zweigstelle im Sultanat Brunei und Verbindungen auf die British Virgin Islands braucht, bleibt unbeantwortet.
Noch.

chicken wings

Manche Dinge höre ich ein einziges Mal und kriege sie nie wieder aus dem Kopf (andere hingegen höre ich fortlaufend und vergesse sie ebenso fortlaufend). Dies hier beschäftigt mich, seit Kurt Greussing die Frage im Rahmen eines Referates gestellt hat:
"Hierzulande und in vielen anderen Teilen der Welt, essen Menschen liebend gerne chicken wings; weiss eigentlich jemand, wohin das Rest- (also eigentlich fast das gesamte) Huhn geht, wenn die "wings" verwertet sind?"....

Ich hatte keine Ahnung!
Jetzt weiss ich, das "Resthuhn" geht vornehmlich in den (subentionsgestützten) Export, z.B. nach Afrika; was dazu führt, dass dort tiefgefrorenes Importhuhn auf den lokalen Märkten um den halben Preis zu haben ist, als Hühner von einheimischen Kleinbauern. Die sind mittlerweile so lange auf ihren Hühnern (und nicht nur darauf!) sitzen geblieben, bis sie resigniert und die Landwirtschaft aufgegeben haben. Jetzt wohnen viele in den Vorortslums der Städte, das nicht mehr bebaute Land verkarstet.

Deshalb sind Initiativen wie diese so wichtig.

Über die Ostereier, die ja eh schon gegessen sind, sage ich jetzt nix....

Nachtrag 31.3.: vertiefende Artikel zum Thema hier -
Kamerun-Haehnchen_FR-051015 (rtf, 12 KB)
Afrika-Haehnchen_FR-070601 (rtf, 18 KB)
Afrika-Haehnchen-EU_FR-060505 (rtf, 14 KB)

Heiner Linder

Heiner Linder war mein Deutschlehrer. Mit ihm haben wir als Hauptschüler Texte von Borchert bis Brecht gelesen und gelernt, was es heißt mit Sprache umzugehen. Niemand nach ihm hat mir mehr vermittelt.

Heiner Linder war Kunsterzieher - auch ganz handfest und praktisch: Unter seiner Anleitung gestalteten SchülerInnen Wände an der mausgrauen Hauptschule und die triste Bahnhofsunterführung in Rankweil. Beide Werke liessen, obwohl von keinem Graffiti verziert, lokalpolitische Kleingeister übermalen.

Heiner Linder war ein Widerständiger. Er hat das Kabarett Wühlmäuse gegründet und geleitet. Für politisches Kabarett war das Klima im Vorarlberg der siebziger Jahre frostig, zumal die Wühlmäuse sich nicht nur mit der Landes-ÖVP, sondern zeitgleich mit der Chefredaktion der VN und der Kirche anlegten...

Heiner Linder war ein Visionär. Er hat frühzeitig erkannt, welches Juwel das Schlosser-Amann-Haus aus dem 17. Jahrhundert in Rankweil darstellt und darum gekämpft, dass es von der Gemeinde nicht verscherbelt, sondern renoviert und zu einem Kultur- und Kreativtreffpunkt gemacht wird.

Heiner Linder ist in der Nacht auf heute im Alter von 78 Jahren verstorben. Anerkennung für sein Lebenswerk hat er weder von Landes- noch von Gemeindeseite erfahren. Vielleicht werden wenigstens, jetzt, nach seinem Tod, die gesammelten Programme der Wühlmäuse herausgegeben...

wuehlmaeuse

(Plakatmotiv für das Wühlmäuseprogramm 1979)

Österliches Brauchtum - großkoalitionär interpretiert

Der Kanzler und sein Vize haben sich getroffen, um zu vereinbaren, dass sie sich wieder treffen. Nach Ostern. So lange halten Koalition und Osterfrieden. Dabei würden Karwoche und Osterfeiertage eine Menge Symbolik bieten, um wieder zueinander zu finden! Hier ein paar Vorschläge:

Kreuzweg
Der Vize (gläubiger Katholik) könnte den Kanzler (roter Atheist) darauf hinweisen, dass er zwar "Pater Willi" genannte werde, aber durchaus bereit sei, das Kreuz auf sich zu nehmen und den Gang nach Golgotha anzutreten. Der sei immer noch besser als jener nach Canossa, sprich zum SPÖ-Parteitag im Herbst. Darüberhinaus stünde für ihn am Ende, stürbe er den Koalitionstod am Kreuze, ohnehin die Auferstehung, somit ein Neuanfang, in diesen Tagen oft Neustart genannt. Außerdem habe er immer noch mindestens 12 Jünger, was ja er, der sich Kanzler nenne und in Wirklichkeit nur Statthalter römischen Rechts sei, von sich nicht behaupten könne.
Den einen Judas, könne er verschmerzen, wenn er daran denke, was für eine Kretzn der Cap dagegen sei.

Eierpecken
Die Frage, wer der Chef ist und somit das Sagen habe, könnte in einem großkoalitionären Eierpecken entschieden werden: Beim ersten Ministerrat nach Ostern bekommen alle Kabinettsmitglieder ein hartgekochetes Osterei (Farbe nach Wahl). Rote pecken gegen Schwarze, wer verliert, verliert auf der Stelle sein Amt, darf aber das eingedrückte Ei als Trostpreis behalten und es allenfalls auch aufessen. Endet die Peckerei, zählt man rote und schwarze Siege zusammen, unentschieden, treten in einer finalen real-life-Ausscheidung Erwin Pröll gegen Michael Häupl gegeneinander an. Ohne Ei, mit ihren leibhaftigen Schädeln; Anlauf: viereinhalb Meter. Wessen Schädel ganz bleibt, bleibt Kanzler auf Lebenszeit.

Eiersuchen
Jene zwei Minister, die sich gegenseitig am meisten Eier gelegt haben, (Vorschlag: Buchinger und Bartenstein) treffen sich am Ostersonntag morgen im Prater, um dem jeweils anderen ein einziges, letztes Ei zu verstecken. Zur Hilfe bei der Suche darf jeder jene WählerInnen nominieren, die noch immer aus tiefer Überzeugung rot bzw. schwarz wählen würden, wären an diesem Sonntag Nationalratswahlen. Findet sich niemand, müssen Buchinger und Bartenstein den Sonntag als Osterhasen verkleidet in Schönbrunn zubringen. (Füttern verboten!)

Weitere Vorschläge sind willkommen! Prämierung garantiert! Lukrative Preise warten! (inflationsgesichert)



fruehling-017

Domino-Day?

"JP Morgan kauft Bear Stearns für zwei Dollar pro Aktie"
Kleine Meldung, die außerhalb der Finanzwelt kaum jemanden interessiert.
Sollte sie aber: Bear Stearns ist (war) der drittgrößte Prime Broker weltweit. Prime Broker sind die Banken, die die Hedgefonds versorgen, mit Kredit, Infos, Handel und Abwicklung, wird uns bei HERDENTRIEB erklärt.
Dieser Riese war jetzt aber sowas von Pleite, dass ihn ein anderer Riese (JP Morgan eben) vor dem Umfallen bewahren musste. Nicht aus Liebe, sondern um nicht selber mit umzufallen.

Wenn tatsächlich der ominöse Domino-Day kommt, wo die Steine anfangen umzufallen, dann steht am Ende garantiert eines:
Der Staat muß rettend eingreifen, damit nicht überhaupt alles (will heißen: nicht nur die Finanz- sondern auch die Realwirtschaft) den Bach runter geht.

Das wäre dann fast gleichbedeutend mit der "Verstaatlichung" des Banken- und Finanzsystems...

Subsistenzwirtschaft und alternative Tauschsysteme werden wieder chic, jede Wette!

6 Milliarden jährlich

Und das ganze nennen sie dann "Konsolidierungsbedarf" statt Budgetkürzung.

MenschenMeinungen

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