Abwesenheits-Notizen
Für die Neugierigen: ja, ich war im Urlaub.
Für die Politischen: Was sich derzeit im Iran tut ist wichtiger, als das, was in der Kronenzeitung steht
Für die Sportlichen: das hier ist ein absoluter Tipp

Für die Energie- und Wirtschaftsinteressierten: das hier sollten Sie lesen
Artikel-Andreas-Postner (pdf, 441 KB)
Für die Musikalischen (Track 1/sonic youth/the eternal):01-Sacred-Trickster (m4a, 4,737 KB)
Für mich:

Ach ja: und ab Montag werden die Tage schon wieder kürzer!!
Für die Politischen: Was sich derzeit im Iran tut ist wichtiger, als das, was in der Kronenzeitung steht
Für die Sportlichen: das hier ist ein absoluter Tipp

Für die Energie- und Wirtschaftsinteressierten: das hier sollten Sie lesen
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Für die Musikalischen (Track 1/sonic youth/the eternal):01-Sacred-Trickster (m4a, 4,737 KB)
Für mich:

Ach ja: und ab Montag werden die Tage schon wieder kürzer!!
rauch - 21. Jun, 17:36
Abwesenheitsnotiz
Wie manche schon unschwer feststellen konnten, kommen keine neuen Eintræge. Das hat seinen Grund. Ich bin bis 20. Juni weg. Bis bald!
rauch - 16. Jun, 10:37
1884 - 2009: Unser Bahn ist topmodern...
Am 20. September wird in Vorarlberg der Landtag neu gewählt.
An diesem Tag feiert die Arlbergbahn ihr 125jähriges Jubiläum - sie wurde am 20. September 1884 von Kaiser Franz Josef feierlich eröffnet.
Wir fahren heute noch auf dieser eingleisigen, nicht ausgebauten Strecke den langen Weg nach Innsbruck, Salzburg oder Wien.
Langsamfahrstrecken und steile Rampen verhindern ein zügiges Vorankommen.
Investiert wurde in den letzten 125 Jahren in den Ausbau der Strecke kaum etwas.
Vergleicht man hingegen die Investitionen in die parallel verlaufende Straße, so flossen in deren (autobahnähnlichen) Ausbau im Laufe der Jahre ein zweistelliger Milliardenbetrag in Euro!
Dafür werden die ÖBB zum 1. Juli die Tarife deutlich anheben.
Ein verkehrspolitisches Trauerspiel!
An diesem Tag feiert die Arlbergbahn ihr 125jähriges Jubiläum - sie wurde am 20. September 1884 von Kaiser Franz Josef feierlich eröffnet.
Wir fahren heute noch auf dieser eingleisigen, nicht ausgebauten Strecke den langen Weg nach Innsbruck, Salzburg oder Wien.
Langsamfahrstrecken und steile Rampen verhindern ein zügiges Vorankommen.
Investiert wurde in den letzten 125 Jahren in den Ausbau der Strecke kaum etwas.
Vergleicht man hingegen die Investitionen in die parallel verlaufende Straße, so flossen in deren (autobahnähnlichen) Ausbau im Laufe der Jahre ein zweistelliger Milliardenbetrag in Euro!
Dafür werden die ÖBB zum 1. Juli die Tarife deutlich anheben.
Ein verkehrspolitisches Trauerspiel!
rauch - 10. Jun, 08:43
Wahlsonntag
Ich will ja nicht ablenken, aber die eigentliche Überraschung des Wahltages ist:
Die Grünen sind in Stuttgart bei den Kommunalwahlen mit 27% (plus 8%) stimmenstärkste Partei geworden. Hätte ich kaum für möglich gehalten.
Wir haben verloren. Ziemlich viel. Minus 3,7 in Vorarlberg und in etwa gleich viel bundesweit sind viel. Das zweite Mandat gehalten: gut so. Nur noch eins, hätten wir uns auch nicht verdient gehabt. Daniel Cohn-Bendit hat in Frankreich 15% geschafft, die deutschen Grünen 12%. Soviel hätten es bei uns auch werden können. Unterm Strich eine Wahlniederlage, aber keine Vollbetonwatschen, wie sie die SPÖ kassiert hat. Kein Grund zur Zufriedenheit, vielmehr Anlaß, die Reformbemühungen zu forcieren.
Dass das Abendland nicht vollständig in blauer Christenhand gelandet ist, und wir in Vorarlberg vor den Blauen liegen ist auch gut. Mit dazu beigetragen hat Hans-Peter Martin. Dem haben nicht viele soviel zugetraut. Ich habe schon letztes Mal davor gewarnt, ihn zu unterschätzen. Rechte Rülpser habe ich von ihm im Wahlkampf keine gehört, immerhin.
Nächstesmal müssten eigentlich europäische Parteien antreten. Die Listenerstellung dürfte nicht mehr nach nationalen Befindlichkeiten erfolgen, sondern aus dem Gedanken heraus, dass es sich eben um eine europäische, nicht um eine nationale Wahl handelt.
Insofern geht mir das ÖVP-Siegesgeheul (bei minus 3%!) ordentlich auf den Geist. Die einstige Europapartei verkümmert zu einem nationalen Wahlverein, nur mit dem Ziel, jedenfalls vor der SPÖ zu liegen. Europa ist Mittel zum Zweck.
Die Wahlbeteiligung: stabil auf niedrigem Niveau.
Den Rest der Ergebnisse muss ich erst anschauen.
Ach ja: und Roger Federer war in Paris erfolgreich. Eleganz siegt über Brachialgewalt. Wenn es nur immer so wäre.
Die Grünen sind in Stuttgart bei den Kommunalwahlen mit 27% (plus 8%) stimmenstärkste Partei geworden. Hätte ich kaum für möglich gehalten.
Wir haben verloren. Ziemlich viel. Minus 3,7 in Vorarlberg und in etwa gleich viel bundesweit sind viel. Das zweite Mandat gehalten: gut so. Nur noch eins, hätten wir uns auch nicht verdient gehabt. Daniel Cohn-Bendit hat in Frankreich 15% geschafft, die deutschen Grünen 12%. Soviel hätten es bei uns auch werden können. Unterm Strich eine Wahlniederlage, aber keine Vollbetonwatschen, wie sie die SPÖ kassiert hat. Kein Grund zur Zufriedenheit, vielmehr Anlaß, die Reformbemühungen zu forcieren.
Dass das Abendland nicht vollständig in blauer Christenhand gelandet ist, und wir in Vorarlberg vor den Blauen liegen ist auch gut. Mit dazu beigetragen hat Hans-Peter Martin. Dem haben nicht viele soviel zugetraut. Ich habe schon letztes Mal davor gewarnt, ihn zu unterschätzen. Rechte Rülpser habe ich von ihm im Wahlkampf keine gehört, immerhin.
Nächstesmal müssten eigentlich europäische Parteien antreten. Die Listenerstellung dürfte nicht mehr nach nationalen Befindlichkeiten erfolgen, sondern aus dem Gedanken heraus, dass es sich eben um eine europäische, nicht um eine nationale Wahl handelt.
Insofern geht mir das ÖVP-Siegesgeheul (bei minus 3%!) ordentlich auf den Geist. Die einstige Europapartei verkümmert zu einem nationalen Wahlverein, nur mit dem Ziel, jedenfalls vor der SPÖ zu liegen. Europa ist Mittel zum Zweck.
Die Wahlbeteiligung: stabil auf niedrigem Niveau.
Den Rest der Ergebnisse muss ich erst anschauen.
Ach ja: und Roger Federer war in Paris erfolgreich. Eleganz siegt über Brachialgewalt. Wenn es nur immer so wäre.
rauch - 7. Jun, 21:54
Wahlempfehlung
Financial Times Deutschland unterstützt die Grünen
04. Juni 2009, 11:43
Programme der CSU und SPD wären banal wie ihre Wahlslogans - Die Grünen hingegen sind laut FTD erfrischend konkret
Für die Financial Times Deutschland ist die Wahl des EU-Parlaments eine wichtige Sache: Das Parlament in Straßburg sei mittlerweile mächtiger als der deutsche Bundestag. Wer seine Wahlentscheidung nach innenpolitischen Kriterien vergibt, verschenke seine Stimme. Die FTD empfieht in ihrer Donnerstags-Ausgabe den deutschen Wählern ihr Kreuz bei den Grünen zu machen.
Die FTD hat bei ihrer Entscheidung über die Wahlempfehlung folgende Kriterien angelegt: Welche Vorstellungen haben die Parteien zur Wirtschaftspolitik? Wie stehen sie zu einer gemeinsamen Politik in Einwanderungs- und Asylfragen? Und was sagen sie zum möglichen EU-Beitritt der Türkei?
Dabei kommt die renommierte Tageszeitung zu folgendem Schluss: In den Parteiprogramme von CDU/CDU und SPD wird der Leser "mit Worthülsen und Allgemeinplätzen eingelullt".
Die Sozialdemokraten wären sich außerdem nicht sicher, ob die den konservativen Kommissionspräsidenten Barroso im Amt bestätigen wollen oder nicht. Gegenkandidaten gibt es jedenfalls keinen. Die beiden großen Parteien hätten auch keine Antwort wie der Wirtschaftskrise beizukommen sei. Die CDU/CSU disqualifiziere sich auch durch ihre populistischen Parolen gegen den EU-Beitritt der Türkei.
Die Grünen sind nach Dafürhalten der FTD erfrischend konkret: Es gibt ein ausgefeiltes Parteiprogramm, sie plädieren für eine europäische Finanzaufsicht und wollen die Konjunktur mit dem "Green Deal" ankurbeln. Die Grünen sind auch für einen Beitritt der Türkei - allerdings nur wenn der Beitrittskandidat sich an die Bedingungen hält und die Demokratie- und Menschenrechtskriterien erfüllt.
Eine Stimme für die Grünen, wäre laut FTD eine Stimme für eine sinnvolle Veränderung Europas. (red, derStandard.at, 4.6.2009)
Originalbeitrag hier
04. Juni 2009, 11:43
Programme der CSU und SPD wären banal wie ihre Wahlslogans - Die Grünen hingegen sind laut FTD erfrischend konkret
Für die Financial Times Deutschland ist die Wahl des EU-Parlaments eine wichtige Sache: Das Parlament in Straßburg sei mittlerweile mächtiger als der deutsche Bundestag. Wer seine Wahlentscheidung nach innenpolitischen Kriterien vergibt, verschenke seine Stimme. Die FTD empfieht in ihrer Donnerstags-Ausgabe den deutschen Wählern ihr Kreuz bei den Grünen zu machen.
Die FTD hat bei ihrer Entscheidung über die Wahlempfehlung folgende Kriterien angelegt: Welche Vorstellungen haben die Parteien zur Wirtschaftspolitik? Wie stehen sie zu einer gemeinsamen Politik in Einwanderungs- und Asylfragen? Und was sagen sie zum möglichen EU-Beitritt der Türkei?
Dabei kommt die renommierte Tageszeitung zu folgendem Schluss: In den Parteiprogramme von CDU/CDU und SPD wird der Leser "mit Worthülsen und Allgemeinplätzen eingelullt".
Die Sozialdemokraten wären sich außerdem nicht sicher, ob die den konservativen Kommissionspräsidenten Barroso im Amt bestätigen wollen oder nicht. Gegenkandidaten gibt es jedenfalls keinen. Die beiden großen Parteien hätten auch keine Antwort wie der Wirtschaftskrise beizukommen sei. Die CDU/CSU disqualifiziere sich auch durch ihre populistischen Parolen gegen den EU-Beitritt der Türkei.
Die Grünen sind nach Dafürhalten der FTD erfrischend konkret: Es gibt ein ausgefeiltes Parteiprogramm, sie plädieren für eine europäische Finanzaufsicht und wollen die Konjunktur mit dem "Green Deal" ankurbeln. Die Grünen sind auch für einen Beitritt der Türkei - allerdings nur wenn der Beitrittskandidat sich an die Bedingungen hält und die Demokratie- und Menschenrechtskriterien erfüllt.
Eine Stimme für die Grünen, wäre laut FTD eine Stimme für eine sinnvolle Veränderung Europas. (red, derStandard.at, 4.6.2009)
Originalbeitrag hier
rauch - 5. Jun, 09:20
Seriuze interrnez: Internetsperren und Cyber-Kriminalität
Ab heute neu hier: schön aufgeräumt - und künftig die Einladung an bekannte und weniger bekannte Menschen, einen Gastkommentar zu schreiben.
Es beginnt Hans-Jörg Schurr zum Thema Cyber-Kriminaltität. Danke für den Beitrag!
Das Internet erinnert zuweilen an eine große Stadt. Da gibt es hell erleuchtete Fußgängerzonen mit riesigen Einkaufszentren. Neben Universitäten reihen sich Cafés, in denen sich Spezialisten unterhalten und man vertreibt sich seine Zeit mit verschiedenen Vergnügungen, auch in den riesigen Rotlichtvierteln.
Doch genauso gibt es dunkle Seiten, zwielichtige Gestalten und Verbrechen sind nicht weit. Neben Urheberrechtsverstößen, Betrügereien und anderen kleinkriminellen Delikten gibt es zwei Gruppen, die das Internet und seine Freiheit in letzter Zeit strapazieren. Zum einen ist ein starker Anstieg der hochentwickelten und organisierten Cyber-Kriminalität zu bemerken, zum anderen bauen Anbieter illegaler Inhalte über das Internet Vertriebsnetze auf. Die Stärke der Cyber-Kriminalität zeigt sich vor allem im Conficker Botnet, das aus mehreren Millionen Drohnen besteht.[1]
Als Botnet werden Netze von ferngesteuerten Computern bezeichnet. Diese werden erst mit einem Trojaner oder Wurm infiziert und so zu Zombies gemacht, die nicht länger unter der Kontrolle ihres Besitzers stehen. Außerdem dienen diese Netze zu großen Teilen kommerziellen, aber auch politischen Interessen. So geht ein großer Teil des weltweiten Spam-Aufkommens von solchen Netzen aus. Die Internetseiten von Organisatoren können deaktiviert werden, indem die Bots einfach die betreffenden Server in hoher Frequenz kontaktieren.[2]
Waren die Botnets vor wenigen Jahren noch relativ primitiv aufgebaut, nehmen sie heute an Komplexität zu und sind dadurch schwerer zu bekämpfen. Klassische Botnets werden von einem zentralen Server gesteuert und können durch das Abschalten von diesem sehr schnell deaktiviert werden. Seit dem Storm-Bot[3] werden aber Netze, die ohne einen solchen Server arbeiten, immer häufiger.
Im März dieses Jahres wurde ein Botnet bekannt, welches mindestens 1295 Computer von Banken, Botschaften, Außenministerien und anderen Regierungsbehörden infiziert hatte. Das Netz wurde von Servern in China gesteuert.[4]
Sogenannte Targeted-Attacks werden gezielt auf eine einzelne Person oder Organisation zugeschnitten und sind dadurch besonders schwer abzuwehren. Besonders für die Industriespionage ist dies eine interessante Möglichkeit, die auch genutzt wird und ein erhebliches wirtschaftliches Risiko darstellt. Durch die Internationalität des Internets kann davon jeder betroffen sein, auch in Vorarlberg.
Für die Anbieter von illegalem Material, insbesondere Kinderpornographie, bietet das Internet eine verlockende Möglichkeit ihr Material zu vertreiben. Dies stellt eines der grausigsten Untiefen des Internets dar und muss mit aller Härte bekämpft werden - hier ist kein Platz für Alibi-Aktionen.
Alibi-Aktion: Internetsperren
Seit einiger Zeit versuchen die Regierungen einiger Länder sogenannte "Internetsperren" zu implementieren. In der Schweiz, Dänemark, Finnland, Schweden und anderen Ländern ist dies bereits erfolgt und in Deutschland liegt ein heftig umstrittener Gesetzesentwurf vor.[5]
In Österreich versucht die Polizei schon seit einiger Zeit Internetprovider dazu zu bringen, Sperren umzusetzen[6] und im oberösterreichischen Landtag gab es dazu bereits eine Resolution[7]. Durch solche Sperren soll es den Anbietern unmöglich gemacht werden ihr Material zu verkaufen, indem es ihren Kunden, also den Konsumenten der illegalen Inhalte, erheblich erschwert wird das Material über das Internet abzurufen. Das Ganze hat einen Haken: Es ist praktisch unmöglich Inhalte im Internet zu sperren. Dies liegt an der Architektur des Internets.
Wird eine Webseite aufgerufen, muss zuerst ihre Internetadresse (z.B. www.google.de) in eine IP-Adresse umgesetzt werden. Dies erfolgt über das DNS System[8], der Provider stellt in der Regel einen DNS Server zur Verfügung. Dieser Server ist auch der Punkt, an dem die Sperren ansetzen. Der Provider soll alle Internetadressen, die in der Sperrliste stehen, nicht mehr richtig in IP-Adressen umsetzen. Nun kann aber jeder Benutzer, ohne viel Aufwand, einen anderen DNS Server benutzen und damit die Sperre komplett zunichte machen. Solch ein Server kann auch von den Anbietern des illegalen Materials selbst betrieben werden. Er kann sogar einen Schritt weiter gehen und sogenannte Virtual Private Networks[9] einsetzen, die den Datenverkehr komplett verschlüsseln und so eine Sperre absolut unmöglich machen.
Für all das ist kein Spezialwissen erforderlich, ein Maturant einer handelsüblichen HTL sollte über das nötige Wissen verfügen, und dem Endbenutzer kann es über eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verfügung gestellt werden, die nicht viel länger als eine A4 Seite ausfallen dürfte. Die Auswirkungen auf einen Benutzer, der gezielt versucht zu solchem Material zu gelangen, dürften sehr gering ausfallen. Vergleichbar wäre es gegen Drogenhandel vorzugehen, indem die Telefonnummer der Dealer aus dem Telefonbuch gestrichen werden.
Durch solche "Sperren" entsteht aber eine Infrastruktur, die auch zur Sperrung von anderen Inhalten genutzt werden kann. Dies muss nicht einmal mutwillig erfolgen, denn die Grenze zwischen Material, das gesperrt werden soll und Material, das unbedenklich ist, ist sehr schwer zu definieren. In Ländern mit Internetsperre sind Missbrauchsfälle bereits vorgekommen. Von solchen missbräuchlichen Sperrungen sind insbesondere Benutzer betroffen, die nicht versuchen an illegales Material zu kommen und deshalb nicht daran interessiert sind, die Sperren zu umgehen oder sie sogar nicht einmal bemerken.
Wirksame Maßnahmen: Schaffung Internationaler Strukturen
Die einzig wirksame Maßnahme ist das Abschalten der Server und das Zuführen der Täter zur Justiz. Da die Server aber international verstreut sind, braucht es Strukturen die international zusammenarbeiten.
Solche existieren bereits. Im Jahre 1999 wurde im Rahmen des Saver Internet Action Plans der EU die INHOPE[10] gegründet. Die Österreichische Organisation Stopline[11] ist Teil davon. Sie agiert als Meldestelle für Kinderpornographie sowie NS-Wiederbetätigung und informiert die Exekutive.
Aktuell sind gerade Maßnahmen der EU zur Cyber-Sicherheit. Im März 2009 wurde von der Kommission ein Fünf-Punkte-Plan vorgestellt.[12] Die aktive Bekämpfung von Conficker ging vor allem von einem Bündnis um Microsoft aus, das ein kommerzielles Interesse daran hatte. Die Exekutive hinkt hier definitiv hinterher.
Weiters muss die Vernetzung von Sicherheitsspezialisten aktiv gefördert werden. Wissen über Computersicherheit ist die wichtigste Waffe gegen Angriffe auf das eigene Computernetzwerk. Wie niedrig die Sicherheit von manchen Organisationen ist, zeigt die Zerstörung der BZÖ Homepage im Dezember 2008. Dabei wurde auf der Webseite eine Hand aus einem Grab und der Text "Ich bin zurück!" angezeigt. Daraus wurde aber nichts gelernt: bereits im März war ein Affe mit Hakenkreuz-Binde auf der BZÖ Homepage zu sehen.[13]
(Hans-Jörg Schurr ist 20 Jahre alt, HTL-Absolvent im Bereich Elektronik mit Schwerpunkt Technische Informatik und leistet derzeit Zivildienst. Außerdem engagiert bei FROG )
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Conficker#Auswirkungen
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/DDoS
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Storm_Botnet
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/GhostNet
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Sperrung_von_Internetseiten_in_Deutschland#Gesetz_zur_Bek.C3.A4mpfung_der_Kinderpornografie_in_Kommunikationsnetzen_.282009.29
[6] http://www.heise.de/newsticker/Oesterreich-Polizei-will-kommerzielle-Strukturen-bei-Kinderpornos-zerstoeren--/meldung/139498
[7] http://www1.land-oberoesterreich.gv.at/ltgbeilagen/blgtexte/20091875.htm
[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Domain_Name_System
[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Private_Network
[10] https://www.inhope.org/
[11] http://www.stopline.at/
[12] http://de.wikipedia.org/wiki/Cyberwar#EU-Initiative_zur_Cyber-Sicherheit_2009
[13] http://www.kleinezeitung.at/kaernten/kaerntenwahl/1821107/index.do
Es beginnt Hans-Jörg Schurr zum Thema Cyber-Kriminaltität. Danke für den Beitrag!
Das Internet erinnert zuweilen an eine große Stadt. Da gibt es hell erleuchtete Fußgängerzonen mit riesigen Einkaufszentren. Neben Universitäten reihen sich Cafés, in denen sich Spezialisten unterhalten und man vertreibt sich seine Zeit mit verschiedenen Vergnügungen, auch in den riesigen Rotlichtvierteln.
Doch genauso gibt es dunkle Seiten, zwielichtige Gestalten und Verbrechen sind nicht weit. Neben Urheberrechtsverstößen, Betrügereien und anderen kleinkriminellen Delikten gibt es zwei Gruppen, die das Internet und seine Freiheit in letzter Zeit strapazieren. Zum einen ist ein starker Anstieg der hochentwickelten und organisierten Cyber-Kriminalität zu bemerken, zum anderen bauen Anbieter illegaler Inhalte über das Internet Vertriebsnetze auf. Die Stärke der Cyber-Kriminalität zeigt sich vor allem im Conficker Botnet, das aus mehreren Millionen Drohnen besteht.[1]
Als Botnet werden Netze von ferngesteuerten Computern bezeichnet. Diese werden erst mit einem Trojaner oder Wurm infiziert und so zu Zombies gemacht, die nicht länger unter der Kontrolle ihres Besitzers stehen. Außerdem dienen diese Netze zu großen Teilen kommerziellen, aber auch politischen Interessen. So geht ein großer Teil des weltweiten Spam-Aufkommens von solchen Netzen aus. Die Internetseiten von Organisatoren können deaktiviert werden, indem die Bots einfach die betreffenden Server in hoher Frequenz kontaktieren.[2]
Waren die Botnets vor wenigen Jahren noch relativ primitiv aufgebaut, nehmen sie heute an Komplexität zu und sind dadurch schwerer zu bekämpfen. Klassische Botnets werden von einem zentralen Server gesteuert und können durch das Abschalten von diesem sehr schnell deaktiviert werden. Seit dem Storm-Bot[3] werden aber Netze, die ohne einen solchen Server arbeiten, immer häufiger.
Im März dieses Jahres wurde ein Botnet bekannt, welches mindestens 1295 Computer von Banken, Botschaften, Außenministerien und anderen Regierungsbehörden infiziert hatte. Das Netz wurde von Servern in China gesteuert.[4]
Sogenannte Targeted-Attacks werden gezielt auf eine einzelne Person oder Organisation zugeschnitten und sind dadurch besonders schwer abzuwehren. Besonders für die Industriespionage ist dies eine interessante Möglichkeit, die auch genutzt wird und ein erhebliches wirtschaftliches Risiko darstellt. Durch die Internationalität des Internets kann davon jeder betroffen sein, auch in Vorarlberg.
Für die Anbieter von illegalem Material, insbesondere Kinderpornographie, bietet das Internet eine verlockende Möglichkeit ihr Material zu vertreiben. Dies stellt eines der grausigsten Untiefen des Internets dar und muss mit aller Härte bekämpft werden - hier ist kein Platz für Alibi-Aktionen.
Alibi-Aktion: Internetsperren
Seit einiger Zeit versuchen die Regierungen einiger Länder sogenannte "Internetsperren" zu implementieren. In der Schweiz, Dänemark, Finnland, Schweden und anderen Ländern ist dies bereits erfolgt und in Deutschland liegt ein heftig umstrittener Gesetzesentwurf vor.[5]
In Österreich versucht die Polizei schon seit einiger Zeit Internetprovider dazu zu bringen, Sperren umzusetzen[6] und im oberösterreichischen Landtag gab es dazu bereits eine Resolution[7]. Durch solche Sperren soll es den Anbietern unmöglich gemacht werden ihr Material zu verkaufen, indem es ihren Kunden, also den Konsumenten der illegalen Inhalte, erheblich erschwert wird das Material über das Internet abzurufen. Das Ganze hat einen Haken: Es ist praktisch unmöglich Inhalte im Internet zu sperren. Dies liegt an der Architektur des Internets.
Wird eine Webseite aufgerufen, muss zuerst ihre Internetadresse (z.B. www.google.de) in eine IP-Adresse umgesetzt werden. Dies erfolgt über das DNS System[8], der Provider stellt in der Regel einen DNS Server zur Verfügung. Dieser Server ist auch der Punkt, an dem die Sperren ansetzen. Der Provider soll alle Internetadressen, die in der Sperrliste stehen, nicht mehr richtig in IP-Adressen umsetzen. Nun kann aber jeder Benutzer, ohne viel Aufwand, einen anderen DNS Server benutzen und damit die Sperre komplett zunichte machen. Solch ein Server kann auch von den Anbietern des illegalen Materials selbst betrieben werden. Er kann sogar einen Schritt weiter gehen und sogenannte Virtual Private Networks[9] einsetzen, die den Datenverkehr komplett verschlüsseln und so eine Sperre absolut unmöglich machen.
Für all das ist kein Spezialwissen erforderlich, ein Maturant einer handelsüblichen HTL sollte über das nötige Wissen verfügen, und dem Endbenutzer kann es über eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verfügung gestellt werden, die nicht viel länger als eine A4 Seite ausfallen dürfte. Die Auswirkungen auf einen Benutzer, der gezielt versucht zu solchem Material zu gelangen, dürften sehr gering ausfallen. Vergleichbar wäre es gegen Drogenhandel vorzugehen, indem die Telefonnummer der Dealer aus dem Telefonbuch gestrichen werden.
Durch solche "Sperren" entsteht aber eine Infrastruktur, die auch zur Sperrung von anderen Inhalten genutzt werden kann. Dies muss nicht einmal mutwillig erfolgen, denn die Grenze zwischen Material, das gesperrt werden soll und Material, das unbedenklich ist, ist sehr schwer zu definieren. In Ländern mit Internetsperre sind Missbrauchsfälle bereits vorgekommen. Von solchen missbräuchlichen Sperrungen sind insbesondere Benutzer betroffen, die nicht versuchen an illegales Material zu kommen und deshalb nicht daran interessiert sind, die Sperren zu umgehen oder sie sogar nicht einmal bemerken.
Wirksame Maßnahmen: Schaffung Internationaler Strukturen
Die einzig wirksame Maßnahme ist das Abschalten der Server und das Zuführen der Täter zur Justiz. Da die Server aber international verstreut sind, braucht es Strukturen die international zusammenarbeiten.
Solche existieren bereits. Im Jahre 1999 wurde im Rahmen des Saver Internet Action Plans der EU die INHOPE[10] gegründet. Die Österreichische Organisation Stopline[11] ist Teil davon. Sie agiert als Meldestelle für Kinderpornographie sowie NS-Wiederbetätigung und informiert die Exekutive.
Aktuell sind gerade Maßnahmen der EU zur Cyber-Sicherheit. Im März 2009 wurde von der Kommission ein Fünf-Punkte-Plan vorgestellt.[12] Die aktive Bekämpfung von Conficker ging vor allem von einem Bündnis um Microsoft aus, das ein kommerzielles Interesse daran hatte. Die Exekutive hinkt hier definitiv hinterher.
Weiters muss die Vernetzung von Sicherheitsspezialisten aktiv gefördert werden. Wissen über Computersicherheit ist die wichtigste Waffe gegen Angriffe auf das eigene Computernetzwerk. Wie niedrig die Sicherheit von manchen Organisationen ist, zeigt die Zerstörung der BZÖ Homepage im Dezember 2008. Dabei wurde auf der Webseite eine Hand aus einem Grab und der Text "Ich bin zurück!" angezeigt. Daraus wurde aber nichts gelernt: bereits im März war ein Affe mit Hakenkreuz-Binde auf der BZÖ Homepage zu sehen.[13]
(Hans-Jörg Schurr ist 20 Jahre alt, HTL-Absolvent im Bereich Elektronik mit Schwerpunkt Technische Informatik und leistet derzeit Zivildienst. Außerdem engagiert bei FROG )
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Conficker#Auswirkungen
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/DDoS
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Storm_Botnet
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/GhostNet
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Sperrung_von_Internetseiten_in_Deutschland#Gesetz_zur_Bek.C3.A4mpfung_der_Kinderpornografie_in_Kommunikationsnetzen_.282009.29
[6] http://www.heise.de/newsticker/Oesterreich-Polizei-will-kommerzielle-Strukturen-bei-Kinderpornos-zerstoeren--/meldung/139498
[7] http://www1.land-oberoesterreich.gv.at/ltgbeilagen/blgtexte/20091875.htm
[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Domain_Name_System
[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Private_Network
[10] https://www.inhope.org/
[11] http://www.stopline.at/
[12] http://de.wikipedia.org/wiki/Cyberwar#EU-Initiative_zur_Cyber-Sicherheit_2009
[13] http://www.kleinezeitung.at/kaernten/kaerntenwahl/1821107/index.do
rauch - 3. Jun, 08:28
Opel-Deal
Während in Deutschland und den USA die Übernahme von Opel durch den Magna-Konzern (plus diverse Aktionäre) nach wie vor ein Streitthema ist, begnügt sich der österreichische Boulevard mit einem Blödsinnigen "Wir sind Opel!".
Was es für die Zukunft bedeutet, wenn Konstruktionen dieser Art gezimmert werden, um ein marodes Unternehmen einer insgesamt maroden Branche (vermeintlich) zu retten (wer oder was wir überhaupt "gerettet"?) bleibt offen.
Mit welchem Recht wird einem anderen maroden Unternehmen einer anderen maroden Branche künftig Milliarden-Staatshilfe verweigert? - fragt unter anderem die FAZ.
Welche Umbrüche vonstatten gehen, ist hier schön beschrieben.
Dabei ist es nicht viel mehr als zehn Jahre her, da wurden Megafusionen, wie jene zwischen Daimler und Chrysler als die Zukunft einer schönen neuen Wirtschaftswelt verkauft...
Die Auswirkungen am Arbeitsmarkt werden noch lang und vor allem äußerst schmerzhaft spürbar sein: im Mai wieder plus 30% gegenüber dem Vorjahr, in Vorarlberg sogar um plus 37%.
Was es für die Zukunft bedeutet, wenn Konstruktionen dieser Art gezimmert werden, um ein marodes Unternehmen einer insgesamt maroden Branche (vermeintlich) zu retten (wer oder was wir überhaupt "gerettet"?) bleibt offen.
Mit welchem Recht wird einem anderen maroden Unternehmen einer anderen maroden Branche künftig Milliarden-Staatshilfe verweigert? - fragt unter anderem die FAZ.
Welche Umbrüche vonstatten gehen, ist hier schön beschrieben.
Dabei ist es nicht viel mehr als zehn Jahre her, da wurden Megafusionen, wie jene zwischen Daimler und Chrysler als die Zukunft einer schönen neuen Wirtschaftswelt verkauft...
Die Auswirkungen am Arbeitsmarkt werden noch lang und vor allem äußerst schmerzhaft spürbar sein: im Mai wieder plus 30% gegenüber dem Vorjahr, in Vorarlberg sogar um plus 37%.
rauch - 2. Jun, 10:06
Fuck you
Sagt man nicht! Schon gar nicht, wenn man sich von amtsbekannten Rabauken unterscheiden will. Trotzdem kann ich dieses youtube-werk nicht totschweigen...
Und ab morgen können Sie Ihre Stimme abgeben:
vielstimmig.at ist ab Mittag online....
Und ab morgen können Sie Ihre Stimme abgeben:
vielstimmig.at ist ab Mittag online....
rauch - 1. Jun, 19:46