"Den Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum"
Die FPÖ fängt Stimmen mit Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Das ist nicht neu. Neu ist, dass nun offen auch mit Antisemitismus agiert wird. Beim Wahlkampfauftakt der Blauen gestern in Hohenems attackierte FPÖ-Spitzenkandidat Dieter Egger den Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems mit den Worten : "Den Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum" gehe die Innenpolitik ebenso wenig an wie den Festspiel-Intendanten, David Pountney. Beide hatten zuvor die Kampagne der FPÖ deutlich kritisiert.
Egger tritt damit gemeinsam mit Strache das Erbe des geistigen Vaters des Rechtsextremismus in Österreich an, der sich vor Jahresfrist stockbetrunken im Auto zu Tode gebracht hat. Egger ist der (Zauber-)Lehrling von Haider.
Ausgerechnet in Vorarlberg darauf zu setzen ist blankes Kalkül: die Neo-Nazi-Szene ist hierzulande so aktiv, wie sonst kaum irgendwo. Ich erinnere nur an den Skinheadaufmarsch zu Jahresbeginn.
Auf welch fruchtbaren Boden Derartiges fällt, zeigt sich an den Reaktionen in den rechtsradikalen Foren, wie zum Beispiel hier.
Die Einschätzung des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW) ist eindeutig.
Dieter Egger ist Mitglied der Vorarlberger Landesregierung und damit ein hoher Repräsentant des Landes Vorarlberg. Das Schweigen von Landeshauptmann Sausgruber zu derartigen Ausfällen, die Vorarlberg auch international in ein unmögliches Licht rücken, ist inakzeptabel! Es kann einfach nicht hingenommen werden, dass die FPÖ mit Egger an der Spitze jetzt vier Wochen lang mit ihren Tiraden das Ansehen Vorarlbergs nachhaltig schädigt. Wenn die Antwort der FPÖ auf Wirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit und wachsende Armut darin besteht, mit antisemitischen und rassistischen Parolen Stimmung zu machen, dann kann man nur sagen: diese Partei in der Regierung zu haben ist eine Schande für das Land! Genau deshalb geht es am 20. September auch um eine Richtungsentscheidung: grün statt rechts!
Egger tritt damit gemeinsam mit Strache das Erbe des geistigen Vaters des Rechtsextremismus in Österreich an, der sich vor Jahresfrist stockbetrunken im Auto zu Tode gebracht hat. Egger ist der (Zauber-)Lehrling von Haider.
Ausgerechnet in Vorarlberg darauf zu setzen ist blankes Kalkül: die Neo-Nazi-Szene ist hierzulande so aktiv, wie sonst kaum irgendwo. Ich erinnere nur an den Skinheadaufmarsch zu Jahresbeginn.
Auf welch fruchtbaren Boden Derartiges fällt, zeigt sich an den Reaktionen in den rechtsradikalen Foren, wie zum Beispiel hier.
Die Einschätzung des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW) ist eindeutig.
Dieter Egger ist Mitglied der Vorarlberger Landesregierung und damit ein hoher Repräsentant des Landes Vorarlberg. Das Schweigen von Landeshauptmann Sausgruber zu derartigen Ausfällen, die Vorarlberg auch international in ein unmögliches Licht rücken, ist inakzeptabel! Es kann einfach nicht hingenommen werden, dass die FPÖ mit Egger an der Spitze jetzt vier Wochen lang mit ihren Tiraden das Ansehen Vorarlbergs nachhaltig schädigt. Wenn die Antwort der FPÖ auf Wirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit und wachsende Armut darin besteht, mit antisemitischen und rassistischen Parolen Stimmung zu machen, dann kann man nur sagen: diese Partei in der Regierung zu haben ist eine Schande für das Land! Genau deshalb geht es am 20. September auch um eine Richtungsentscheidung: grün statt rechts!
rauch - 22. Aug, 11:49
Überfremdungsgefahr - Eine Klarstellung
Die FPÖ behauptet im Vorarlberger Landtagswahlkampf, Vorarlberg drohe eine massive Überfremdung.
Ach so, werden Sie sagen, schon wieder - und werden es glauben oder auch nicht. Wie das mit den tatsächlichen Zahlen ausschaut wurde heute wieder einmal klar:
In fast allen Bundesländern wurden von Jänner bis Juni 2009 weniger Einbürgerungsbescheide ausgestellt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nur im Burgenland wurden mit 91 um 39 (plus 75 Prozent) mehr österreichische Staatsbürgerschaften als im ersten Halbjahr 2008 verliehen.
Den stärksten Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 verzeichnete Vorarlberg mit 41,3 Prozent auf 235 Einbürgerungsfälle, gefolgt von der Steiermark (40,4 Prozent auf 267 Fälle), Kärnten (35,0 Prozent auf 156), Niederösterreich (31,8 Prozent auf 642) sowie Tirol (27,0 Prozent auf 365) und Wien (25,7 Prozent auf 1.486 Fälle). (Quelle: ORF.at)
Wenn nun - grob geschätzt - künftig pro Jahr 500 Personen eingebürgert werden und davon rund 150 türkischer Herkunft sind (davor warnt ja die FPÖ vor allem), dann sind das in zehn Jahren ganze 1.500 eingebürgerte ehemalige TürkInnen. Überfremdung?
Weiters klar ist, dass die größten Zuwanderungsgruppen mittlerweile aus dem EU-Raum kommen, allen voran die Deutschen. Überfremdung?
Österreich hat ingesamt eine Nettozuwanderungsrate (Saldo zwischen Zu- und Abwanderung) von + 40.000 jährlich. Das ist ein halbes Prozent der Bevölkerung. Im Hinblick auf die demographische Entwicklung lächerlich.
Überfremdung?
genaue Zahlen über die Entwicklung der Einbürgerungen liefert die Statistik Austria
Ach so, werden Sie sagen, schon wieder - und werden es glauben oder auch nicht. Wie das mit den tatsächlichen Zahlen ausschaut wurde heute wieder einmal klar:
In fast allen Bundesländern wurden von Jänner bis Juni 2009 weniger Einbürgerungsbescheide ausgestellt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nur im Burgenland wurden mit 91 um 39 (plus 75 Prozent) mehr österreichische Staatsbürgerschaften als im ersten Halbjahr 2008 verliehen.
Den stärksten Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 verzeichnete Vorarlberg mit 41,3 Prozent auf 235 Einbürgerungsfälle, gefolgt von der Steiermark (40,4 Prozent auf 267 Fälle), Kärnten (35,0 Prozent auf 156), Niederösterreich (31,8 Prozent auf 642) sowie Tirol (27,0 Prozent auf 365) und Wien (25,7 Prozent auf 1.486 Fälle). (Quelle: ORF.at)
Wenn nun - grob geschätzt - künftig pro Jahr 500 Personen eingebürgert werden und davon rund 150 türkischer Herkunft sind (davor warnt ja die FPÖ vor allem), dann sind das in zehn Jahren ganze 1.500 eingebürgerte ehemalige TürkInnen. Überfremdung?
Weiters klar ist, dass die größten Zuwanderungsgruppen mittlerweile aus dem EU-Raum kommen, allen voran die Deutschen. Überfremdung?
Österreich hat ingesamt eine Nettozuwanderungsrate (Saldo zwischen Zu- und Abwanderung) von + 40.000 jährlich. Das ist ein halbes Prozent der Bevölkerung. Im Hinblick auf die demographische Entwicklung lächerlich.
Überfremdung?
genaue Zahlen über die Entwicklung der Einbürgerungen liefert die Statistik Austria
rauch - 20. Aug, 15:35
"Ihr Mann ist tot!"
Ohne lange Umschweife, hier gleich die Geschichte und die entsprechende Anfrage an die zuständige Landesrätin dazu:
Frau
Landesrätin Dr Greti Schmid
Landhaus
6900 Bregenz
Betrifft: Frau erfährt im Bus vom Tod ihres Mannes im Pflegeheim Rankweil – wie kann das geschehen? Anfrage gem § 54 der GO des Vbg Landtages
Sehr geehrte Frau Landesrätin!
Vor kurzem hat sich eine Frau aus Rankweil an mich gewandt (Name ist mir bekannt) und hat mir von einem geradezu unglaublichen Vorfall in einem Heim der BENEVIT, nämlich dem Herz-Jesu-Heim Rankweil, berichtet, von dem sie selbst zutiefst und persönlich betroffen war.
Frau H., Jahrgang 1931, war seit 20 Jahren verheiratet, lebte aber seit 2005 getrennt von ihrem Gatten – bei aufrechter Ehe. Die getrennte Wohnungsnahme war gerichtlich genehmigt, der Mann von Frau H. wohnte aufgrund vielfältiger gesundheitlicher Probleme in einer Seniorenwohnung, die zum Pflegeheim Rankweil gehört.
Frau H. hatte zu ihrem Mann hin und wieder Kontakt auf der Straße.
Am 9. Juni am Vormittag wird Frau H. im Bus (!) von jemandem angesprochen, ob es stimme, dass ihr Mann gerade gestorben sei. Frau H. fällt aus allen Wolken und ruft ihrerseits beim Heim an, wo ihr um 12.30 Uhr bestätigt wird, dass Herr H. um 8 Uhr in der früh verstorben sei. Ihr wird mitgeteilt, dass der einzige Angehörige, der verständigt worden sei ein Sohn von Herrn H. ist.
In weiterer Folge erkundigte sich Frau H. beim Heimleiter, ob es wenigstens möglich sei, dass sie den Ehering ihres Mannes bekommen könne, worauf ihr vom Heimleiter in äußerst harschem Ton beschieden wurde, „Schauen´s halt beim Krematorium!“ – was sie dann tat, aber erfolglos.
Herr H. wurde daraufhin in einem so genannten Armengrab bestattet, worauf Frau H. keinerlei Einfluss mehr hatte. Sie wäre bereit gewesen ein ordentliches Begräbnis zu bezahlen.
Somit wurde Frau H., nach wie vor verheiratet, Name, Adresse und Telefonnummer im Heim bekannt, im selben Ort wohnend weder von der schweren Erkrankung, noch vom bevorstehenden Ableben, noch vom Tod ihres Gatten verständigt. Um diesen Fall aufzuklären, erlaube ich mir, folgende
Anfrage
gem. § 54 der GO des Vorarlberger Landtages an Sie zu richten:
1. Trifft es zu, dass Frau H. vom Tod ihres Gatten erst auf Nachfrage ihrerseits erfahren hat? Wenn ja, wie kann es sein, dass die Ehegattin eines Verstorbenen weder vom zu erwartenden Ableben noch vom Tod umgehend informiert wird?
2. Wenn sich die Vorgänge tatsächlich so abgespielt haben, was werden Sie unternehmen, um derartige Vorkommnisse künftig zu unterbinden?
3. Trifft es zu, dass die Beschäftigten des Pflegeheimes Rankweil vom Heimleiter angewiesen wurden, in dieser Angelegenheit keinerlei Auskünfte zu geben?
4. Werden Sie dafür Sorge tragen, dass zumindest eine offizielle Entschuldigung des Heimes bei Frau H. erfolgt, die unter den Vorkommnissen sichtlich zu leiden hat?
Für die Beantwortung der Fragen bedanke ich mich im Voraus und verbleibe –
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Rauch
(Name und Adresse der Betroffenen übermittle ich Ihnen per e-mail)
Frau
Landesrätin Dr Greti Schmid
Landhaus
6900 Bregenz
Betrifft: Frau erfährt im Bus vom Tod ihres Mannes im Pflegeheim Rankweil – wie kann das geschehen? Anfrage gem § 54 der GO des Vbg Landtages
Sehr geehrte Frau Landesrätin!
Vor kurzem hat sich eine Frau aus Rankweil an mich gewandt (Name ist mir bekannt) und hat mir von einem geradezu unglaublichen Vorfall in einem Heim der BENEVIT, nämlich dem Herz-Jesu-Heim Rankweil, berichtet, von dem sie selbst zutiefst und persönlich betroffen war.
Frau H., Jahrgang 1931, war seit 20 Jahren verheiratet, lebte aber seit 2005 getrennt von ihrem Gatten – bei aufrechter Ehe. Die getrennte Wohnungsnahme war gerichtlich genehmigt, der Mann von Frau H. wohnte aufgrund vielfältiger gesundheitlicher Probleme in einer Seniorenwohnung, die zum Pflegeheim Rankweil gehört.
Frau H. hatte zu ihrem Mann hin und wieder Kontakt auf der Straße.
Am 9. Juni am Vormittag wird Frau H. im Bus (!) von jemandem angesprochen, ob es stimme, dass ihr Mann gerade gestorben sei. Frau H. fällt aus allen Wolken und ruft ihrerseits beim Heim an, wo ihr um 12.30 Uhr bestätigt wird, dass Herr H. um 8 Uhr in der früh verstorben sei. Ihr wird mitgeteilt, dass der einzige Angehörige, der verständigt worden sei ein Sohn von Herrn H. ist.
In weiterer Folge erkundigte sich Frau H. beim Heimleiter, ob es wenigstens möglich sei, dass sie den Ehering ihres Mannes bekommen könne, worauf ihr vom Heimleiter in äußerst harschem Ton beschieden wurde, „Schauen´s halt beim Krematorium!“ – was sie dann tat, aber erfolglos.
Herr H. wurde daraufhin in einem so genannten Armengrab bestattet, worauf Frau H. keinerlei Einfluss mehr hatte. Sie wäre bereit gewesen ein ordentliches Begräbnis zu bezahlen.
Somit wurde Frau H., nach wie vor verheiratet, Name, Adresse und Telefonnummer im Heim bekannt, im selben Ort wohnend weder von der schweren Erkrankung, noch vom bevorstehenden Ableben, noch vom Tod ihres Gatten verständigt. Um diesen Fall aufzuklären, erlaube ich mir, folgende
Anfrage
gem. § 54 der GO des Vorarlberger Landtages an Sie zu richten:
1. Trifft es zu, dass Frau H. vom Tod ihres Gatten erst auf Nachfrage ihrerseits erfahren hat? Wenn ja, wie kann es sein, dass die Ehegattin eines Verstorbenen weder vom zu erwartenden Ableben noch vom Tod umgehend informiert wird?
2. Wenn sich die Vorgänge tatsächlich so abgespielt haben, was werden Sie unternehmen, um derartige Vorkommnisse künftig zu unterbinden?
3. Trifft es zu, dass die Beschäftigten des Pflegeheimes Rankweil vom Heimleiter angewiesen wurden, in dieser Angelegenheit keinerlei Auskünfte zu geben?
4. Werden Sie dafür Sorge tragen, dass zumindest eine offizielle Entschuldigung des Heimes bei Frau H. erfolgt, die unter den Vorkommnissen sichtlich zu leiden hat?
Für die Beantwortung der Fragen bedanke ich mich im Voraus und verbleibe –
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Rauch
(Name und Adresse der Betroffenen übermittle ich Ihnen per e-mail)
rauch - 19. Aug, 10:39
Sind wir in Kärnten??
Ist mir etwas entgangen? Wurde Vorarlberg von Kärnten einverleibt? Heisst unser Landeshauptmann jetzt Gerhard?
Dieses Wahlkplakat steht nämlich seit heute in Bregenz und in Hard an der Rheinstraße:

Bleibt die Frage, ob wir nun unsere Ortstafeln neu einzementieren müssen...
Dieses Wahlkplakat steht nämlich seit heute in Bregenz und in Hard an der Rheinstraße:

Bleibt die Frage, ob wir nun unsere Ortstafeln neu einzementieren müssen...
rauch - 17. Aug, 16:05
27 Jahre nix gelernt!
"Mit einer Planierraupe kann im alpinen Gelände in wenigen Stunden zerstört werden was in Jahrhunderten gewachsen ist!"
sagte, im Jahr 1982, ein schwarzer Landesrat.
Nachzulesen hier: Alarmsignale-Umweltschutz (jpg, 610 KB) und Teil 2: Alarmsignale-Umweltschutz-001 (jpg, 554 KB)
Heute wird die Herumbaggerei in der alpinen Landschaft bejubelt und, wer auch nur einen Ton dagegen sagt, als ewiger Verhinderer denunziert. So zum Beispiel beim Zusammenschluß der Schigebiete Mellau-Damüls, wo mit einem juristischen Trick eine Umweltverträglichkeitsprüfung verhindert wurde.

Hübsch, oder?

sagte, im Jahr 1982, ein schwarzer Landesrat.
Nachzulesen hier: Alarmsignale-Umweltschutz (jpg, 610 KB) und Teil 2: Alarmsignale-Umweltschutz-001 (jpg, 554 KB)
Heute wird die Herumbaggerei in der alpinen Landschaft bejubelt und, wer auch nur einen Ton dagegen sagt, als ewiger Verhinderer denunziert. So zum Beispiel beim Zusammenschluß der Schigebiete Mellau-Damüls, wo mit einem juristischen Trick eine Umweltverträglichkeitsprüfung verhindert wurde.

Hübsch, oder?

rauch - 16. Aug, 12:25
Wahlkampflügen widerlegen
Die FPÖ will Elterngeld für "heimische" Familien und behauptet:
„..dass Zuwanderer, die nach Vorarlberg kommen, von der ersten Minute weg alle staatlichen Leistungen haben, wird auf Dauer nicht finanzierbar sein!“
Wahr ist:
Den Vorarlberger Familienzuschuss erhalten nur Familien mit österreichischer Staatsbürgerschaft, EWR-BürgerInnen und Schweizer.
Die Wohnbeihilfe erhalten nur österreichische Staatsbürger. Das Pendant dazu - den Wohnungszuschuss – erhalten Ansuchende erst bei 8jähriger Berufstätigkeit und durchgängigen Steuer- und Sozialleistungen oder ab einem Aufenthalt von 10 Jahren. Wohnungszuschuss wird pauschal berechnet, die Wohnbeihilfe nach Quadratmeter, was zu deutlichen Unterschieden in der Höhe der Unterstützung führt.
Von 4.500 Hauptunterstützten in der offenen Sozialhilfe erhalten 6,6%, das sind 300 Hauptunterstützte, mit türkischer Staatsbürgerschaft Sozialhilfe in Vorarlberg. 5,5% sind Konventionsflüchtlinge = 247 Fälle.
An dieser und anderer Stelle werden ab sofort wieder alle noch folgenden Wahlkampflügen dieser und ähnlicher Art auf Punkt und Beistrich widerlegt werden.
„..dass Zuwanderer, die nach Vorarlberg kommen, von der ersten Minute weg alle staatlichen Leistungen haben, wird auf Dauer nicht finanzierbar sein!“
Wahr ist:
Den Vorarlberger Familienzuschuss erhalten nur Familien mit österreichischer Staatsbürgerschaft, EWR-BürgerInnen und Schweizer.
Die Wohnbeihilfe erhalten nur österreichische Staatsbürger. Das Pendant dazu - den Wohnungszuschuss – erhalten Ansuchende erst bei 8jähriger Berufstätigkeit und durchgängigen Steuer- und Sozialleistungen oder ab einem Aufenthalt von 10 Jahren. Wohnungszuschuss wird pauschal berechnet, die Wohnbeihilfe nach Quadratmeter, was zu deutlichen Unterschieden in der Höhe der Unterstützung führt.
Von 4.500 Hauptunterstützten in der offenen Sozialhilfe erhalten 6,6%, das sind 300 Hauptunterstützte, mit türkischer Staatsbürgerschaft Sozialhilfe in Vorarlberg. 5,5% sind Konventionsflüchtlinge = 247 Fälle.
An dieser und anderer Stelle werden ab sofort wieder alle noch folgenden Wahlkampflügen dieser und ähnlicher Art auf Punkt und Beistrich widerlegt werden.
rauch - 14. Aug, 12:09
Überparteilich? Wer´s glaubt....
Wie überparteilich die "Überparteiliche Initiative für Herbert Sausguber" ist, sieht man nicht nur an deren Adresse - Bregenz, Montfortstraße 1. Diese Adresse hat die nicht ungewöhnliche Eigenschaft, ein Eckhaus zu sein. Doch was ist ums Eck? - die Römerstraße 12. Und dort logiert, ganz zufällig, die Landesparteileitung der ÖVP, die der unabhängigen Initiative aus Liebe zur direkten Demokratie einen Büroraum überlassen hat.
Auf einen weiteren Zufall stößt, wer die Domain der "überparteilichen Initiative www.sausgruber2009.at in eine der üblichen Whois-Inhaber-Suchmaschinen (zum Beispiel www.coolwhois.com) eingibt. Inhaber und Administrator der Website der überparteilichen Initiative ist -
die Österreichische Volkspartei, Römerstraße 12, Bregenz.
So ein Zufall!
Auf einen weiteren Zufall stößt, wer die Domain der "überparteilichen Initiative www.sausgruber2009.at in eine der üblichen Whois-Inhaber-Suchmaschinen (zum Beispiel www.coolwhois.com) eingibt. Inhaber und Administrator der Website der überparteilichen Initiative ist -
die Österreichische Volkspartei, Römerstraße 12, Bregenz.
So ein Zufall!
rauch - 12. Aug, 11:28
"Wer das Herz der ÖVP studieren will, muss nach Vorarlberg gehen"
"Ernsthaft erwartet von Strache oder von Dieter Egger in Vorarlberg niemand, dass der irgendetwas besser machen kann, sondern dass er etwas heimzahlt. Und um etwas heimzuzahlen muss ich ja nichts können."
Die Vorarlberger ÖVP sieht Oppositionspolitik als eine Merkwürdigkeit an, sagt Michael Köhlmeier - Der Schrifsteller über die FPÖ, Israel und den Untertanenstaat Österreich
"Ernsthaft erwartet von Strache oder von Dieter Egger in Vorarlberg niemand, dass sie irgendetwas besser machen können, sondern dass sie etwas heimzahlen", sagt der Schriftsteller Michael Köhlmeier zum Grund, warum viele Menschen die FPÖ wählen. Für Köhlmeier ist ganz klar: Die Vorarlberger haben einen Minderwertigkeitskomplex. Er attestiert der Ländle-Politik ein "prä-demokratisches Selbstverständnis". Dass die ÖVP bei den Landtagswahlen am 20. September abgelöst wird, schließt er aus: "Da halte ich es eher für möglich, dass ein Ufo landet." Warum er nicht ganz Vorarlberg als seine Heimat sieht und warum er Israel und Palästina in die EU aufnehmen würde, sagte er im Gespräch mit Marijana Miljkovic und Sebstian Pumberger.
derStandard.at: Haben die Vorarlberger einen Minderwertigkeitskomplex?
Köhlmeier: Ja. Wie überall, wo der Zentralismus herrscht, wenn man an der Peripherie ist. Der Minderwertigkeitskomplex der Peripherie ist einer, der sehr schnell, sprungartig, in Größenwahn kippt. Jetzt ist es vielleicht nicht mehr so sehr der Fall, wie das war, als ich noch jung war. Heute ist jeder irgendwann einmal irgendwo anders gewesen. Da relativiert sich das natürlich.
derStandard.at: Wie drückt sich der Komplex politisch aus?
Köhlmeier: Man meint, dass die Wiener - der Begriff Wiener Wasserkopf ist so ein typisches Vorurteil - uns mehr nehmen als geben. Und dass die guten Sachen immer dünner gesät sind, je weiter sie vom Zentrum weg sind.
derStandard.at: Was ist denn das politische Selbstverständnis eines Vorarlbergers?
Köhlmeier: Wenn ich eine pauschalierende Antwort gebe, baue ich wieder ein Vorurteil auf und das möchte ich nicht. Lassen Sie mich die Frage anders beantworten: Was ist das politische Selbstverständnis des Landeshauptmanns? Ich glaube, dass das politische Selbstverständnis der herrschenden ÖVP ein prä-demokratisches ist. Wer das Herz der ÖVP studieren will, der muss nach Vorarlberg gehen oder nach Döbling. In Vorarlberg sieht man es in einer reinen, ländlich-bäuerlichen Tradition stehend. Die Sozialdemokraten haben es hier immer schwer gehabt. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen, aber der erste Sozialdemokrat in Vorarlberg hieß Coufal (gesprochen wie „Zufall", gemeint ist Johann Coufal, Anm.) und das ist kein Scherz.
derStandard.at: Wie sieht dieses Prä-Demokratische aus?
Köhlmeier: Ich kenne den Landeshauptmann, er ist ein anständiger und umgänglicher Mensch. Aber im Grunde genommen sieht er Oppositionspolitik als eine Mutwilligkeit. Demokratische Gepflogenheiten - dass es klar ist, dass die Opposition eine Gegenmeinung einnimmt, dass Politik aus dem Dialog oder dem Streitdialog zwischen Opposition und Regierungspartei entsteht - gelten bei den schon seit ewigen Zeiten in Vorarlberg herrschenden Schwarzen als merkwürdig. Die ÖVP ist zum Beispiel ohne jede Notwendigkeit - weil sie ja die absolute Mehrheit hätte - in einer Koalition mit der FPÖ. Das wird von vielen Leuten in Vorarlberg als „Wir können gut zusammenarbeiten" empfunden. Aber da muss man sehen, welche Vorstellung von Zusammenarbeit da herrscht: Eben eine prä-parlamentarische. Parlare, das Reden, das Oppositionelle und Gegenseitige, das ist diesem Gedanken eigentlich fremd. Da steckt die alte Vorstellung von einem Ständestaat dahinter.
derStandard.at: Sie schließen aus, dass es in nächster Zukunft einen Sturz der ÖVP geben wird?
Köhlmeier: Es kann sein, dass sie nicht mehr die Absolute hat. Aber dass es einen Sturz gibt, wird vollkommen ausgeschlossen. Da halte ich es eher für möglich, dass ein Ufo landet.
derStandard.at: Die FPÖ wäre wahrscheinlich diejenige Partei, die der ÖVP die Absolute kosten könnte?
Köhlmeier: Das kann sein. Die FPÖ gewinnt dazu und keiner weiß eigentlich wirklich, warum.
derStandard.at: Die Blauen machen Politik mit Ängsten und haben Erfolg damit, heißt es.
Köhlmeier: Das glaube ich nicht. Das wird schon bedient, aber eher mit Rache. Ich glaube, dass es wirklich niemanden gibt, der glaubt, dass die FPÖ, wenn sie ans Ruder kämen, irgendetwas besser machen können. Sie haben einen stabilen Nachweis erbracht, dass sie es nicht können. Das hat aber nichts an der Attraktivität der FPÖ geändert.
derStandard.at: An wem rächt man sich da?
Köhlmeier: Da gibt es so viel. Irgendwie empfinden viele ein Unbehagen und eine Frustration. Und es gibt wenige Leute, die meine nicht gerächte Sache rächen. Ernsthaft erwartet von Strache oder von Dieter Egger in Vorarlberg niemand, dass der irgendetwas besser machen kann, sondern dass er etwas heimzahlt. Und um etwas heimzuzahlen muss ich ja nichts können. Um ein Haus zu bauen, muss ich was können. Um es zu zerstören kann ich anfangen, wo ich will. Ich kann beginnen, die Scheiben einzuschlagen, ich brauche nicht einmal einen Plan. Natürlich gibt es ängstliche Leute. Ich weiß nicht, wie das in Wien ist, aber ich glaube nicht, dass die Leute in Vorarlberg Angst haben. Nicht einmal Angst vor der wirtschaftlichen Situation. Das würde ihrem Konsumverhalten und der Art, wie sie leben, vollkommen widersprechen. Der Vorarlberger FPÖler Dieter Egger hat übrigens das Böseste gesagt, was ich aus dieser Ecke gehört habe. Er sagte, es solle endlich Schluss sein damit, dass Leuten, die ins Krankenhaus kommen, ein Dolmetscher beigestellt wird. Da muss man sich vorstellen, wie viele Leute das sind und wie viel das tatsächlich kostet. Das ist eine Inhumanität, die ihres gleichen sucht.
derStandard.at: Und damit hat er wohl nicht die Touristen gemeint. Sehen sie einen Unterschied zwischen Landes- und Bundes-FPÖ?
Köhlmeier: Ja, den sehe ich schon. Die Bundes-FPÖ entwickelt sich unter Strache, Mölzer und Graf zu einer wirklich rechtsradikalen Partei. Einer rechtsradikalen Partei, die auch das Andenken an den Nationalsozialismus weichzeichnen möchte. Das sehe ich in Vorarlberg nicht. Die Vorarlberger FPÖ ist eine opportunistische Partei. Ganz typisch war: Nach der Spaltung der FPÖ hat die Vorarlberger FPÖ lange Zeit abgewartet und es hat zu nächst geheißen: Wir gehen einen eigenen Weg. Das hat aber geheißen: Wir schauen zu, wer der Sieger sein wird und auf dessen Seite schlagen wir uns.
derStandard.at: Im Parlament sitzt ein strafrechtlich verurteilter Mandatar. Es gibt dann auch noch einen Nationalratspräsidenten, der Bedenkliches äußert, einen Bundeskanzler, der mit einer Zeitung packelt, eine Innenministerin, die einen harten Kurs in Asylfragen fährt. Welches Bild haben Sie von den Regierenden?
Köhlmeier: Ich würde gerne sagen, ich habe ein schlechtes Bild, aber ich weiß, dass das eine sehr gefährliche Aussage ist. Weil es genau in diese Richtung geht, dass am Ende der Satz dasteht: Es ist alles ein Sauhaufen. Auf was beruht so eine Einschätzung? Das beruht doch darauf, dass man davon ausgeht, dass Politiker besser sein müssen als irgendjemand anderes. Ich empfand immer ein Unbehagen, wenn ein neuer Politiker auftaucht und er gefragt wird: Was befähigt Sie zu diesem Posten? Für einen Republikaner und Demokraten kann es nur eine Antwort geben: Ich bin volljährig, mein Leumund ist so und so, und ich bin nicht entmündigt. Und andere Voraussetzungen gibt es nicht in der Demokratie. Die Vorstellung, es müsste doch andere Voraussetzungen geben ist keine demokratische, sondern eine aristokratische.
derStandard.at: Was ist Heimat für Sie?
Köhlmeier: Ich habe dazu keinen Begriff, außer dass ich Heimat auf den Ort beziehe, wo ich lebe, auf dieses Gebiet, wo ich die Leute kenne, wo ich die Straßen kenne, wo ich die Bäume kenne und den Bach kenne. Ich habe aber zum Beispiel dem Montafon gegenüber überhaupt keine Heimatgefühle, da habe ich Wien gegenüber viel mehr Heimatgefühle. Ein Heimatgefühl, das an den Grenzen Vorarlbergs oder Österreichs entlang kriecht, das habe ich sicher nicht.
derStandard.at: Apropos Grenzen: Sie haben auch gefordert, dass Israel und Palästina in die EU aufgenommen werden.
Köhlmeier: Erstens: Historisch gesehen sind uns Israel und Palästina bedeutend näher als zum Beispiel die Türkei. Zweitens ist Europa auf einem guten Weg eine aufgeklärte Weltmacht zu werden. In Europa ist man mit großen Vorsätzen angetreten, nur vor einer Sache sind die Europäer, auch historisch gesehen, zurückgeschreckt, nämlich vor der Macht. Europa hat sich immer dann, wenn es in ihrem eigenen Bereichein einen Konflikt gegeben hat, wie damals in Jugoslawien, zurückgezogen. Ich meine nicht, dass man gleich militärisch eingreifen muss, aber man hat sich rausgehalten und das den Amerikanern überlassen. Dieser Konflikt zwischen Israel und Palästina hält die ganze Weltpolitik nicht nur in Atem sondern in einer Pattstellung. Ich glaube, Europa könnte hier eine neue und andere Idee einbringen, die das vielleicht befriedet. Ein so zerfahrener, ins Eck getriebener Konflikt wie zwischen Israel und Palästina, kann auf der immer gleichen Ebene nicht gelöst werden, sondern muss auf eine höhere Kategorie gehoben werde. Eine höhere Kategorie wäre ein selbstbewusstes, traditionsbewusstes Europa.
derStandard.at: Oft wird die EU nicht als Hoffnung sondern als Last angesehen.
Köhlmeier: Bis jetzt müsste jeder halbwegs klare Blick sagen, dass wir in Österreich von der EU mehr profitiert haben, als wir es uns erhofft haben. Die EU hat den Status eines großen Übervaters. Es ist immer gut, wenn man jede kleinste Kleinigkeit, auch wenn es die persönlichsten Frustrationen sind, an jemanden delegieren kann. Das ist in Deutschland nicht so. Wir sind ein Untertanenstaat. Die Untertanen hocken beieinander und schimpfen über den Chef und wenn er reinkommt ziehen sie den Hut und machen einen besonders schönen tiefen Bückling vor ihm. Das ist extrem lächerlich. Es wäre in Deutschland nicht vorstellbar vom Bundespräsident als "Unser Herr Bundespräsident" zu reden. Nicht weil sie unhöflicher sind. In Österreich gibt es ja auch die berühmte Abkürzung dafür: UHBP. Das ist prädemokratisch. (Marijana Miljkovic, Sebastian Pumberger, derStandard.at, 11. August 2009)
Zur Person: Der Schriftsteller Michael Köhlemier, 59, wurde in Hard in Vorarlberg geboren. Er lebt in Hohenems und in Wien. Derzeit arbeitet er an einer neuen Publikation, einer Liebesgeschichte.
Die Vorarlberger ÖVP sieht Oppositionspolitik als eine Merkwürdigkeit an, sagt Michael Köhlmeier - Der Schrifsteller über die FPÖ, Israel und den Untertanenstaat Österreich
"Ernsthaft erwartet von Strache oder von Dieter Egger in Vorarlberg niemand, dass sie irgendetwas besser machen können, sondern dass sie etwas heimzahlen", sagt der Schriftsteller Michael Köhlmeier zum Grund, warum viele Menschen die FPÖ wählen. Für Köhlmeier ist ganz klar: Die Vorarlberger haben einen Minderwertigkeitskomplex. Er attestiert der Ländle-Politik ein "prä-demokratisches Selbstverständnis". Dass die ÖVP bei den Landtagswahlen am 20. September abgelöst wird, schließt er aus: "Da halte ich es eher für möglich, dass ein Ufo landet." Warum er nicht ganz Vorarlberg als seine Heimat sieht und warum er Israel und Palästina in die EU aufnehmen würde, sagte er im Gespräch mit Marijana Miljkovic und Sebstian Pumberger.
derStandard.at: Haben die Vorarlberger einen Minderwertigkeitskomplex?
Köhlmeier: Ja. Wie überall, wo der Zentralismus herrscht, wenn man an der Peripherie ist. Der Minderwertigkeitskomplex der Peripherie ist einer, der sehr schnell, sprungartig, in Größenwahn kippt. Jetzt ist es vielleicht nicht mehr so sehr der Fall, wie das war, als ich noch jung war. Heute ist jeder irgendwann einmal irgendwo anders gewesen. Da relativiert sich das natürlich.
derStandard.at: Wie drückt sich der Komplex politisch aus?
Köhlmeier: Man meint, dass die Wiener - der Begriff Wiener Wasserkopf ist so ein typisches Vorurteil - uns mehr nehmen als geben. Und dass die guten Sachen immer dünner gesät sind, je weiter sie vom Zentrum weg sind.
derStandard.at: Was ist denn das politische Selbstverständnis eines Vorarlbergers?
Köhlmeier: Wenn ich eine pauschalierende Antwort gebe, baue ich wieder ein Vorurteil auf und das möchte ich nicht. Lassen Sie mich die Frage anders beantworten: Was ist das politische Selbstverständnis des Landeshauptmanns? Ich glaube, dass das politische Selbstverständnis der herrschenden ÖVP ein prä-demokratisches ist. Wer das Herz der ÖVP studieren will, der muss nach Vorarlberg gehen oder nach Döbling. In Vorarlberg sieht man es in einer reinen, ländlich-bäuerlichen Tradition stehend. Die Sozialdemokraten haben es hier immer schwer gehabt. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen, aber der erste Sozialdemokrat in Vorarlberg hieß Coufal (gesprochen wie „Zufall", gemeint ist Johann Coufal, Anm.) und das ist kein Scherz.
derStandard.at: Wie sieht dieses Prä-Demokratische aus?
Köhlmeier: Ich kenne den Landeshauptmann, er ist ein anständiger und umgänglicher Mensch. Aber im Grunde genommen sieht er Oppositionspolitik als eine Mutwilligkeit. Demokratische Gepflogenheiten - dass es klar ist, dass die Opposition eine Gegenmeinung einnimmt, dass Politik aus dem Dialog oder dem Streitdialog zwischen Opposition und Regierungspartei entsteht - gelten bei den schon seit ewigen Zeiten in Vorarlberg herrschenden Schwarzen als merkwürdig. Die ÖVP ist zum Beispiel ohne jede Notwendigkeit - weil sie ja die absolute Mehrheit hätte - in einer Koalition mit der FPÖ. Das wird von vielen Leuten in Vorarlberg als „Wir können gut zusammenarbeiten" empfunden. Aber da muss man sehen, welche Vorstellung von Zusammenarbeit da herrscht: Eben eine prä-parlamentarische. Parlare, das Reden, das Oppositionelle und Gegenseitige, das ist diesem Gedanken eigentlich fremd. Da steckt die alte Vorstellung von einem Ständestaat dahinter.
derStandard.at: Sie schließen aus, dass es in nächster Zukunft einen Sturz der ÖVP geben wird?
Köhlmeier: Es kann sein, dass sie nicht mehr die Absolute hat. Aber dass es einen Sturz gibt, wird vollkommen ausgeschlossen. Da halte ich es eher für möglich, dass ein Ufo landet.
derStandard.at: Die FPÖ wäre wahrscheinlich diejenige Partei, die der ÖVP die Absolute kosten könnte?
Köhlmeier: Das kann sein. Die FPÖ gewinnt dazu und keiner weiß eigentlich wirklich, warum.
derStandard.at: Die Blauen machen Politik mit Ängsten und haben Erfolg damit, heißt es.
Köhlmeier: Das glaube ich nicht. Das wird schon bedient, aber eher mit Rache. Ich glaube, dass es wirklich niemanden gibt, der glaubt, dass die FPÖ, wenn sie ans Ruder kämen, irgendetwas besser machen können. Sie haben einen stabilen Nachweis erbracht, dass sie es nicht können. Das hat aber nichts an der Attraktivität der FPÖ geändert.
derStandard.at: An wem rächt man sich da?
Köhlmeier: Da gibt es so viel. Irgendwie empfinden viele ein Unbehagen und eine Frustration. Und es gibt wenige Leute, die meine nicht gerächte Sache rächen. Ernsthaft erwartet von Strache oder von Dieter Egger in Vorarlberg niemand, dass der irgendetwas besser machen kann, sondern dass er etwas heimzahlt. Und um etwas heimzuzahlen muss ich ja nichts können. Um ein Haus zu bauen, muss ich was können. Um es zu zerstören kann ich anfangen, wo ich will. Ich kann beginnen, die Scheiben einzuschlagen, ich brauche nicht einmal einen Plan. Natürlich gibt es ängstliche Leute. Ich weiß nicht, wie das in Wien ist, aber ich glaube nicht, dass die Leute in Vorarlberg Angst haben. Nicht einmal Angst vor der wirtschaftlichen Situation. Das würde ihrem Konsumverhalten und der Art, wie sie leben, vollkommen widersprechen. Der Vorarlberger FPÖler Dieter Egger hat übrigens das Böseste gesagt, was ich aus dieser Ecke gehört habe. Er sagte, es solle endlich Schluss sein damit, dass Leuten, die ins Krankenhaus kommen, ein Dolmetscher beigestellt wird. Da muss man sich vorstellen, wie viele Leute das sind und wie viel das tatsächlich kostet. Das ist eine Inhumanität, die ihres gleichen sucht.
derStandard.at: Und damit hat er wohl nicht die Touristen gemeint. Sehen sie einen Unterschied zwischen Landes- und Bundes-FPÖ?
Köhlmeier: Ja, den sehe ich schon. Die Bundes-FPÖ entwickelt sich unter Strache, Mölzer und Graf zu einer wirklich rechtsradikalen Partei. Einer rechtsradikalen Partei, die auch das Andenken an den Nationalsozialismus weichzeichnen möchte. Das sehe ich in Vorarlberg nicht. Die Vorarlberger FPÖ ist eine opportunistische Partei. Ganz typisch war: Nach der Spaltung der FPÖ hat die Vorarlberger FPÖ lange Zeit abgewartet und es hat zu nächst geheißen: Wir gehen einen eigenen Weg. Das hat aber geheißen: Wir schauen zu, wer der Sieger sein wird und auf dessen Seite schlagen wir uns.
derStandard.at: Im Parlament sitzt ein strafrechtlich verurteilter Mandatar. Es gibt dann auch noch einen Nationalratspräsidenten, der Bedenkliches äußert, einen Bundeskanzler, der mit einer Zeitung packelt, eine Innenministerin, die einen harten Kurs in Asylfragen fährt. Welches Bild haben Sie von den Regierenden?
Köhlmeier: Ich würde gerne sagen, ich habe ein schlechtes Bild, aber ich weiß, dass das eine sehr gefährliche Aussage ist. Weil es genau in diese Richtung geht, dass am Ende der Satz dasteht: Es ist alles ein Sauhaufen. Auf was beruht so eine Einschätzung? Das beruht doch darauf, dass man davon ausgeht, dass Politiker besser sein müssen als irgendjemand anderes. Ich empfand immer ein Unbehagen, wenn ein neuer Politiker auftaucht und er gefragt wird: Was befähigt Sie zu diesem Posten? Für einen Republikaner und Demokraten kann es nur eine Antwort geben: Ich bin volljährig, mein Leumund ist so und so, und ich bin nicht entmündigt. Und andere Voraussetzungen gibt es nicht in der Demokratie. Die Vorstellung, es müsste doch andere Voraussetzungen geben ist keine demokratische, sondern eine aristokratische.
derStandard.at: Was ist Heimat für Sie?
Köhlmeier: Ich habe dazu keinen Begriff, außer dass ich Heimat auf den Ort beziehe, wo ich lebe, auf dieses Gebiet, wo ich die Leute kenne, wo ich die Straßen kenne, wo ich die Bäume kenne und den Bach kenne. Ich habe aber zum Beispiel dem Montafon gegenüber überhaupt keine Heimatgefühle, da habe ich Wien gegenüber viel mehr Heimatgefühle. Ein Heimatgefühl, das an den Grenzen Vorarlbergs oder Österreichs entlang kriecht, das habe ich sicher nicht.
derStandard.at: Apropos Grenzen: Sie haben auch gefordert, dass Israel und Palästina in die EU aufgenommen werden.
Köhlmeier: Erstens: Historisch gesehen sind uns Israel und Palästina bedeutend näher als zum Beispiel die Türkei. Zweitens ist Europa auf einem guten Weg eine aufgeklärte Weltmacht zu werden. In Europa ist man mit großen Vorsätzen angetreten, nur vor einer Sache sind die Europäer, auch historisch gesehen, zurückgeschreckt, nämlich vor der Macht. Europa hat sich immer dann, wenn es in ihrem eigenen Bereichein einen Konflikt gegeben hat, wie damals in Jugoslawien, zurückgezogen. Ich meine nicht, dass man gleich militärisch eingreifen muss, aber man hat sich rausgehalten und das den Amerikanern überlassen. Dieser Konflikt zwischen Israel und Palästina hält die ganze Weltpolitik nicht nur in Atem sondern in einer Pattstellung. Ich glaube, Europa könnte hier eine neue und andere Idee einbringen, die das vielleicht befriedet. Ein so zerfahrener, ins Eck getriebener Konflikt wie zwischen Israel und Palästina, kann auf der immer gleichen Ebene nicht gelöst werden, sondern muss auf eine höhere Kategorie gehoben werde. Eine höhere Kategorie wäre ein selbstbewusstes, traditionsbewusstes Europa.
derStandard.at: Oft wird die EU nicht als Hoffnung sondern als Last angesehen.
Köhlmeier: Bis jetzt müsste jeder halbwegs klare Blick sagen, dass wir in Österreich von der EU mehr profitiert haben, als wir es uns erhofft haben. Die EU hat den Status eines großen Übervaters. Es ist immer gut, wenn man jede kleinste Kleinigkeit, auch wenn es die persönlichsten Frustrationen sind, an jemanden delegieren kann. Das ist in Deutschland nicht so. Wir sind ein Untertanenstaat. Die Untertanen hocken beieinander und schimpfen über den Chef und wenn er reinkommt ziehen sie den Hut und machen einen besonders schönen tiefen Bückling vor ihm. Das ist extrem lächerlich. Es wäre in Deutschland nicht vorstellbar vom Bundespräsident als "Unser Herr Bundespräsident" zu reden. Nicht weil sie unhöflicher sind. In Österreich gibt es ja auch die berühmte Abkürzung dafür: UHBP. Das ist prädemokratisch. (Marijana Miljkovic, Sebastian Pumberger, derStandard.at, 11. August 2009)
Zur Person: Der Schriftsteller Michael Köhlemier, 59, wurde in Hard in Vorarlberg geboren. Er lebt in Hohenems und in Wien. Derzeit arbeitet er an einer neuen Publikation, einer Liebesgeschichte.
rauch - 11. Aug, 10:43