27. Jänner 1945
Am 27. Jänner 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. (Kurzüberblick hier )
Mir scheint, es schadet nicht, in Zeiten wie diesen daran zu erinnern. Auch deshalb, weil just vergangene Woche ein exkommunizierter Bischof vom Papst wieder in die Kirche aufgenommen wurde, der glatt leugnet, dass es den Holocaust gegeben hat. Herr Richard Williamson meint, es habe keine Gaskammern gegeben und in den Konzentrationslagern seien nur 200.000 bis 300.000 Juden "ums Leben gekommen".
In Österreich wurde Holocaust-Leugner Irving unter anderem von der Burschenschaft Olympia eingeladen, deren Mitglied Martin Graf bekanntermaßen 3. Präsident des Nationalrates ist und der nichts dabei findet, wenn seine Mitarbeiter Nazi-Devotionalien bestellen.
Nein, schadet gar nichts, sich zu erinnern.
Im Gegenteil.
Mir scheint, es schadet nicht, in Zeiten wie diesen daran zu erinnern. Auch deshalb, weil just vergangene Woche ein exkommunizierter Bischof vom Papst wieder in die Kirche aufgenommen wurde, der glatt leugnet, dass es den Holocaust gegeben hat. Herr Richard Williamson meint, es habe keine Gaskammern gegeben und in den Konzentrationslagern seien nur 200.000 bis 300.000 Juden "ums Leben gekommen".
In Österreich wurde Holocaust-Leugner Irving unter anderem von der Burschenschaft Olympia eingeladen, deren Mitglied Martin Graf bekanntermaßen 3. Präsident des Nationalrates ist und der nichts dabei findet, wenn seine Mitarbeiter Nazi-Devotionalien bestellen.
Nein, schadet gar nichts, sich zu erinnern.
Im Gegenteil.
rauch - 27. Jan, 19:19
Obama, Fekter und ich
Weil ich mit Grippe im Bett liege, schlage ich die Zeit u.a. mit Fernsehen tot. Zwischen Inauguration von Obama, Parlamentssitzung und Nachrichtensendungen.
Während bei der Obama-Angelobung spürbar war, dass die Symbolkraft der Veränderung vielen Menschen vorerst ausreicht, um Hoffnung zu haben herrscht im österreichischen Parlament Tristesse. Eine Bundesregierung, die in Zeiten wie diesen es nicht zustandesbringt, mit ein, zwei wichtigen Regierungsvorlagen in das Jahr zu starten ist vor allem eines: grau.
Den Vogel abeschossen hat diese Woche allerdings Maria Fekter, die im Zusammenhang mit dem Auftragsmord an einem Tschetschenen in Wien kalt lächelnd in die Kamera gelogen hat:
Nein, niemals habe es eine Todesliste gegeben (seit einem Jahr im Internet abrufbar) und nein, niemals habe der Tschetschene Polizeischutz angefordert.
Heute muß sie zugeben, gelogen zu haben.
Aufregen tut das niemanden besonders, und zurücktreten wird sie deshalb sicher nicht.
Wir sind ja nicht in Deutschland, Frankreich oder Holland....
Da muß man ja krank werden.
Während bei der Obama-Angelobung spürbar war, dass die Symbolkraft der Veränderung vielen Menschen vorerst ausreicht, um Hoffnung zu haben herrscht im österreichischen Parlament Tristesse. Eine Bundesregierung, die in Zeiten wie diesen es nicht zustandesbringt, mit ein, zwei wichtigen Regierungsvorlagen in das Jahr zu starten ist vor allem eines: grau.
Den Vogel abeschossen hat diese Woche allerdings Maria Fekter, die im Zusammenhang mit dem Auftragsmord an einem Tschetschenen in Wien kalt lächelnd in die Kamera gelogen hat:
Nein, niemals habe es eine Todesliste gegeben (seit einem Jahr im Internet abrufbar) und nein, niemals habe der Tschetschene Polizeischutz angefordert.
Heute muß sie zugeben, gelogen zu haben.
Aufregen tut das niemanden besonders, und zurücktreten wird sie deshalb sicher nicht.
Wir sind ja nicht in Deutschland, Frankreich oder Holland....
Da muß man ja krank werden.
rauch - 22. Jan, 14:15
Neubeginn in Klagenfurt
Nicht immer beginnt´s in Linz: Diesmal war es Klagenfurt.
Eva Glawischnig wurde von den Delegierten mit einem mehr als überzeugenden Votum zur Bundessprecherin und damit Nachfolgerin von Alexander Van der Bellen gewählt.
Die unabdingbare Notwendigkeit einer radikalen Energiewende, die kompromisslose Verteidigung der Menschenrechte und der Kampf für soziale Gerechtigkeit standen im Mittelpunkt ihrer Rede.
Sigrid Pilz (weder verwandt noch verschwägert mit Peter Pilz) und ich wurden auf zwei freigewordene Plätze in den Bundesvorstand nachgewählt.
Warum ich mich der Wahl gestellt habe? Hier ist die Antwort:
Warum-Bundesvorstand_ (pdf, 9 KB)
Morgen wird die Liste für die Wahlen zum Europäischen Parlament gewählt. Da stehen dann drei KandidatInnen für Platz eins zur Wahl. Prognose heute: das Rennen ist offen...
Eva Glawischnig wurde von den Delegierten mit einem mehr als überzeugenden Votum zur Bundessprecherin und damit Nachfolgerin von Alexander Van der Bellen gewählt.
Die unabdingbare Notwendigkeit einer radikalen Energiewende, die kompromisslose Verteidigung der Menschenrechte und der Kampf für soziale Gerechtigkeit standen im Mittelpunkt ihrer Rede.
Sigrid Pilz (weder verwandt noch verschwägert mit Peter Pilz) und ich wurden auf zwei freigewordene Plätze in den Bundesvorstand nachgewählt.
Warum ich mich der Wahl gestellt habe? Hier ist die Antwort:
Warum-Bundesvorstand_ (pdf, 9 KB)
Morgen wird die Liste für die Wahlen zum Europäischen Parlament gewählt. Da stehen dann drei KandidatInnen für Platz eins zur Wahl. Prognose heute: das Rennen ist offen...
rauch - 17. Jan, 19:27
Hubert Gorbach vor comeback?
Zwar blühen nie soviele Gerüchte wie in Vorwahlzeiten, aber dieses könnte sich als gar nicht so abwegig herausstellen:
Hubert Gorbach soll, wird gemunkelt, mit einem Polit-Comeback liebäugeln. Als Spitzenkandidat des BZÖ bei den Landtagswahlen in Vorarlberg im Herbst. Es soll bereits eine Umfrage existieren, die einem Gorbach-BZÖ den sicheren Einzug in den Landtag voraussagt und damit gleichzeit den absolut sicheren Verlust der absoluten Mehrheit für die ÖVP.
Ohne Gorbach werden dem BZÖ null Chancen eingeräumt, auch nur in die Nähe des Einzuges in den Landtag zu kommen...
Vorarlberg war ihm nach seinem Ausscheiden als Vizekanzler bekanntermaßen "too small". Andererseits könnte die Devise lauten "lieber ein kleines Mandat als gar keines!" und ihn dazu bewegen, kleinere Brötle zu backen.
Landtagsbrötle eben.
Wären lustige Wahldiskussionen: Sausgruber, Egger, Gorbach...
Hubert Gorbach soll, wird gemunkelt, mit einem Polit-Comeback liebäugeln. Als Spitzenkandidat des BZÖ bei den Landtagswahlen in Vorarlberg im Herbst. Es soll bereits eine Umfrage existieren, die einem Gorbach-BZÖ den sicheren Einzug in den Landtag voraussagt und damit gleichzeit den absolut sicheren Verlust der absoluten Mehrheit für die ÖVP.
Ohne Gorbach werden dem BZÖ null Chancen eingeräumt, auch nur in die Nähe des Einzuges in den Landtag zu kommen...
Vorarlberg war ihm nach seinem Ausscheiden als Vizekanzler bekanntermaßen "too small". Andererseits könnte die Devise lauten "lieber ein kleines Mandat als gar keines!" und ihn dazu bewegen, kleinere Brötle zu backen.
Landtagsbrötle eben.
Wären lustige Wahldiskussionen: Sausgruber, Egger, Gorbach...
rauch - 15. Jan, 19:08
Klitzekleines Beispiel....
...was möglich wäre, wenn endlich voll auf die "Erneuerbaren" gesetzt würde: dieses Unternehmen profitiert davon!

Wie groß das Potential tatsächlich ist sieht man u.a. hier .
Die Gegenwärtige Situation wird den Erkenntnisprozess möglicherweise auch bei jenen beschleunigen, die bisher geglaubt haben, Energie sei ohnhin immer und ausreichend und billig verfügbar.

Wie groß das Potential tatsächlich ist sieht man u.a. hier .
Die Gegenwärtige Situation wird den Erkenntnisprozess möglicherweise auch bei jenen beschleunigen, die bisher geglaubt haben, Energie sei ohnhin immer und ausreichend und billig verfügbar.
rauch - 13. Jan, 16:29
Suche Pate - biete alles
Weil sich außer der Caritas, Amnesty und den Grünen niemand darüber aufregt, geht die Debatte um die neuen "Verbesserungsvorschläge" der Bundesregierung zum Asylrecht fast unter.
Kurzzusammenfassung der Fakten von Alev Korun:
Bleiberecht-08_01_09_Korun (pdf, 28 KB)
Meinrad Pichler hat in einem VN-Kommentar eine Bewertung dieser unsäglichen Schweinerei vorgenommen, besser als ich es könnte:
Wer-klopfet-an_Pichler_Bleiberecht (pdf, 11 KB)
Kurzzusammenfassung der Fakten von Alev Korun:
Bleiberecht-08_01_09_Korun (pdf, 28 KB)
Meinrad Pichler hat in einem VN-Kommentar eine Bewertung dieser unsäglichen Schweinerei vorgenommen, besser als ich es könnte:
Wer-klopfet-an_Pichler_Bleiberecht (pdf, 11 KB)
rauch - 9. Jan, 17:22
Gas geben
Egal, wie die Hintergründe des Gaskrieges zwischen Russland und der Ukraine nun genau sind: Tatsache ist, dass Europa am Tropf hängt. Wir sind abhängig davon, dass Russland und die Ukraine den Gashahn aufdrehen. Tut dies einer von beiden nicht, fehlen 80% der benötigten Menge.
In Österreich werden pro Jahr rund 8 Mrd Kubikmeter Gas verbraucht, rund ein Viertel davon geht an die Haushalte.
Die Lagerbestände belaufen sich auf 1,7 Mrd Kubikmeter.
Wie lange das reicht? Drei Monate - behauptet die OMV. Und sagt nicht dazu: im Sommer.
Auch diese "Gaskrise" wird vorübergehen. Aber:
raus aus der Abhängigkeit müssen wir auf jeden Fall! Je schneller desto besser. Die Übergangszeit dauert ohnehin bis mindestens 2020 oder 2030. Daher:
- Sanieren statt zum Fenster hinaus heizen (Einsparpotenzial: bis zu 2/3, im Optimalfall sogar "Faktor-10-Sanierung" )
- erneuerbar und dezentral statt fossil und importabhängig: Holzheizkraftwerke inkl. Verstromung (Kraft-Wärme-Kopplung ) und Nahwärmenetz; Pellets statt Öl- und Gas; Solareinbindung (Warmwasseraufbereitung plus Heizungsunterstützung); Wärmepumpen (Erdwärem); Biogasnutzung
Gas geben ist notwendig!
Dass in Vorarlberg über die Wohnbauförderung weiterhin der Einbau von Öl- bzw. Gasheizungen unterstützt wird ist in diesem Kontext weitgehend phantasielos....
Erhellend hingegen dieser Essay:
Finanzkrise-als-Epochenwandel_Harald-Welzer (pdf, 16 KB)
Wir wissen eigentlich alles, tun aber so, als merken wir nichts...
In Österreich werden pro Jahr rund 8 Mrd Kubikmeter Gas verbraucht, rund ein Viertel davon geht an die Haushalte.
Die Lagerbestände belaufen sich auf 1,7 Mrd Kubikmeter.
Wie lange das reicht? Drei Monate - behauptet die OMV. Und sagt nicht dazu: im Sommer.
Auch diese "Gaskrise" wird vorübergehen. Aber:
raus aus der Abhängigkeit müssen wir auf jeden Fall! Je schneller desto besser. Die Übergangszeit dauert ohnehin bis mindestens 2020 oder 2030. Daher:
- Sanieren statt zum Fenster hinaus heizen (Einsparpotenzial: bis zu 2/3, im Optimalfall sogar "Faktor-10-Sanierung" )
- erneuerbar und dezentral statt fossil und importabhängig: Holzheizkraftwerke inkl. Verstromung (Kraft-Wärme-Kopplung ) und Nahwärmenetz; Pellets statt Öl- und Gas; Solareinbindung (Warmwasseraufbereitung plus Heizungsunterstützung); Wärmepumpen (Erdwärem); Biogasnutzung
Gas geben ist notwendig!
Dass in Vorarlberg über die Wohnbauförderung weiterhin der Einbau von Öl- bzw. Gasheizungen unterstützt wird ist in diesem Kontext weitgehend phantasielos....
Erhellend hingegen dieser Essay:
Finanzkrise-als-Epochenwandel_Harald-Welzer (pdf, 16 KB)
Wir wissen eigentlich alles, tun aber so, als merken wir nichts...
rauch - 7. Jan, 13:13
Leserbriefschreiber entdecken den Nahen Osten....
Manche Leserbriefschreiber wissen genau, wie die Lage im Nahen Osten einzuschätzen ist. Ein Beispiel:
"In einem islamistischen, meist aber auch islamischen Staat Nichtmoslem, insbesondere Christ zu sein, ist fast ausnahmslos lebensgefährlich, zumindest wird man als Freiwild jeglicher staatlicher oder sonstiger Willkür ausgesetzt. Und jetzt eine riesige organisierte
Aufregung, wenn Israel ein Terroristennest ausräuchert.
Das alles klingt nach der heuchlerlischen Devise
„Haltet den Dieb“ weil man von riesigen eigenen ungelösten
Problemen ablenken will. Im Übrigen läuft im
Nahen Osten derzeit alles auf einen Entscheidungskrieg
hinaus, wo es für Israel schlicht um Sein oder
Nichtsein geht. Es ist an der Zeit, den Islamismus (nicht
den Islam) als schlichten Faschismus übelster Ausprägung
einzustufen und zu behandeln."
DR. KLAUS KÖNIG, HOFSTEIGSTRASSE 8, LAUTERACH
Mich verblüfft immer wieder, mit welcher Selbstsicherheit sich manche getrauen, einen hochkomplexen, jahrzehntealten Konflikt auf die ganz einfache Formel zu bringen "da Terroristennest (böse) - dort Israel (gut)". Noch dazu mit der hohen Wahrscheinlichkeit, über die historischen Hintergründe sowie die wechselnden Allianzen und geopolitischen Interessenslagen wenig bis nichts zu wissen...
Meinungen zum Thema zum Beispiel hier,
oder hier oder in der ZEIT mit vielen links u.a. auch auf den Propagandakrieg im Internet zum Kriegsgeschehen.
Und noch eine Meinung aus Israel: Uri Avnery
"In einem islamistischen, meist aber auch islamischen Staat Nichtmoslem, insbesondere Christ zu sein, ist fast ausnahmslos lebensgefährlich, zumindest wird man als Freiwild jeglicher staatlicher oder sonstiger Willkür ausgesetzt. Und jetzt eine riesige organisierte
Aufregung, wenn Israel ein Terroristennest ausräuchert.
Das alles klingt nach der heuchlerlischen Devise
„Haltet den Dieb“ weil man von riesigen eigenen ungelösten
Problemen ablenken will. Im Übrigen läuft im
Nahen Osten derzeit alles auf einen Entscheidungskrieg
hinaus, wo es für Israel schlicht um Sein oder
Nichtsein geht. Es ist an der Zeit, den Islamismus (nicht
den Islam) als schlichten Faschismus übelster Ausprägung
einzustufen und zu behandeln."
DR. KLAUS KÖNIG, HOFSTEIGSTRASSE 8, LAUTERACH
Mich verblüfft immer wieder, mit welcher Selbstsicherheit sich manche getrauen, einen hochkomplexen, jahrzehntealten Konflikt auf die ganz einfache Formel zu bringen "da Terroristennest (böse) - dort Israel (gut)". Noch dazu mit der hohen Wahrscheinlichkeit, über die historischen Hintergründe sowie die wechselnden Allianzen und geopolitischen Interessenslagen wenig bis nichts zu wissen...
Meinungen zum Thema zum Beispiel hier,
oder hier oder in der ZEIT mit vielen links u.a. auch auf den Propagandakrieg im Internet zum Kriegsgeschehen.
Und noch eine Meinung aus Israel: Uri Avnery
rauch - 5. Jan, 17:57