Was ist ein "Gedenkmarsch"?
Wenn sich in Vorarlberg die Führungsriege des Neonazi-Skinhead-Netzwerks "Blood an Honour" trifft, um am Begräbnis eines eines ermordeten Kollegen teilzunehmen, dabei einen Kranz niederlegen, der die Aufschrift "Blood & Honour" sowie "Kameradschaft Wehr-Mut" trägt, um sich in "ewiger Kameradschaft" zu verabschieden und dann ein unangemeldeter Marsch zum Tatort stattfindet, so wird das von der Sicherheitsdirektion Vorarlberg als "Verabschiedung von einem Verstorbenen Kameraden" gewertet.
Das ist in etwa so eigenartig, wie die unterschiedlichen Erfolge im Kampf gegen die Rechtsextreme Szene in Wien und Vorarlberg:
In beiden Bundesländern hat das Neonazi-Skinhead-Netzwerk Blood and Honour etwa zur gleichen Zeit
versucht, Organisationsstrukturen aufzubauen. In der Bundeshauptstadt blieb es beim Versuch, in Vorarlberg ist es gelungen.
O-Ton Sicherheitsdirektion: "Wir beobachten!"
Andere nennen das auch "tatenlos zuschauen".
Das ist in etwa so eigenartig, wie die unterschiedlichen Erfolge im Kampf gegen die Rechtsextreme Szene in Wien und Vorarlberg:
In beiden Bundesländern hat das Neonazi-Skinhead-Netzwerk Blood and Honour etwa zur gleichen Zeit
versucht, Organisationsstrukturen aufzubauen. In der Bundeshauptstadt blieb es beim Versuch, in Vorarlberg ist es gelungen.
O-Ton Sicherheitsdirektion: "Wir beobachten!"
Andere nennen das auch "tatenlos zuschauen".
rauch - 18. Feb, 17:15
Immer wieder: Pflegeheime....
Nach zwei Jahren Pflegeheimdebatte in Vorarlberg und der Zusicherung der Landesrätin, es sei jetzt aber wirklich alles in bester Ordnung dies: Angehörige beklagen sich über Zustände in einem Dornbirner Pflgeheim. (Bericht orf-on).
Dann die Berichterstattung darüber und heute erreicht mich dieser Fall:
Brief-Wilhelm-Schneider-STV-8-4-2009 (pdf, 47 KB)
Brief-Wilhelm-Schneider-Patientenanwalt-9-2008 (pdf, 52 KB)
Aktenvermerk-Besprechung-3-10-Hr-Schneider (pdf, 62 KB)
(Der Betroffene ist mit der Veröffentlichung der Dokumente einverstanden)
Weil kam, was kommen mußte, nämlich die Diffamierung der Opposition als Überbringer der Botschaft, hier die Fortsetzung und Schilderung zahlreicher Telefongesrpäche von heute:
- wer redet, fliegt! - dies scheint die einzige Lehre zu sein, die seitens der politisch Verantwortlichen aus den Debatten gezogen wurde. Pflegekräfte, die Mißstände ansprechen werden mit Kündigung oder Klage bedroht;
- wer freiwillig kündigt, dem wird mit auf den Weg gegeben: wenn du redest, sorgen wir dafür, dass du nie wieder einen Job im Land bekommst!
- den schlechten Heimen läuft das Personal davon, die guten haben Wartelisten für Personalaufnnahmen, aber niemand hinterfragt das
- Pflegebedürftige werden (aufgrund von Personalmangel und Überforderung) zunehmend medikamentös ruhig gestellt: 16.30 Abendessen plus Medikamenteneinnahme.
- die Überstundensituationen an den Heimen haben sich keinesfalls verbessert, viele PflegerInnen arbeiten "am Anschlag"
- die Heime waren auf den Anstieg der Aufnahmen aufgrund des Wegfalles von Regressforderungen bei Angehörigen nicht vorbereitet und sind jetzt doppelt überfordert
- Folge: anstatt "aktivierender Pflege" wird "ins Bett gepflegt"
Und nur der Vollständigkeit halber, hier die Chronologie der Debatte bis zum Sommer 2008 wo ein Mißtrauensantrag (den ersten, den die Grünen seit 1984 gestellt haben!) den vermeintlichen Schlußpunkt darstellte...
Chronologie-Pflegeheimdebatte (pdf, 37 KB)
Das ganze ist eine Schande, im reichsten aller Bundesländer des siebtreichsten Landes der Erde. Der Mehraufwand, um das System (ambulant und stationär) zum Funktionieren zu bringen beläuft sich auf rund 5 Mio Euro pro Jahr. Bei einem Landesbudget von 1,4 Milliarden.
Dann die Berichterstattung darüber und heute erreicht mich dieser Fall:
Brief-Wilhelm-Schneider-STV-8-4-2009 (pdf, 47 KB)
Brief-Wilhelm-Schneider-Patientenanwalt-9-2008 (pdf, 52 KB)
Aktenvermerk-Besprechung-3-10-Hr-Schneider (pdf, 62 KB)
(Der Betroffene ist mit der Veröffentlichung der Dokumente einverstanden)
Weil kam, was kommen mußte, nämlich die Diffamierung der Opposition als Überbringer der Botschaft, hier die Fortsetzung und Schilderung zahlreicher Telefongesrpäche von heute:
- wer redet, fliegt! - dies scheint die einzige Lehre zu sein, die seitens der politisch Verantwortlichen aus den Debatten gezogen wurde. Pflegekräfte, die Mißstände ansprechen werden mit Kündigung oder Klage bedroht;
- wer freiwillig kündigt, dem wird mit auf den Weg gegeben: wenn du redest, sorgen wir dafür, dass du nie wieder einen Job im Land bekommst!
- den schlechten Heimen läuft das Personal davon, die guten haben Wartelisten für Personalaufnnahmen, aber niemand hinterfragt das
- Pflegebedürftige werden (aufgrund von Personalmangel und Überforderung) zunehmend medikamentös ruhig gestellt: 16.30 Abendessen plus Medikamenteneinnahme.
- die Überstundensituationen an den Heimen haben sich keinesfalls verbessert, viele PflegerInnen arbeiten "am Anschlag"
- die Heime waren auf den Anstieg der Aufnahmen aufgrund des Wegfalles von Regressforderungen bei Angehörigen nicht vorbereitet und sind jetzt doppelt überfordert
- Folge: anstatt "aktivierender Pflege" wird "ins Bett gepflegt"
Und nur der Vollständigkeit halber, hier die Chronologie der Debatte bis zum Sommer 2008 wo ein Mißtrauensantrag (den ersten, den die Grünen seit 1984 gestellt haben!) den vermeintlichen Schlußpunkt darstellte...
Chronologie-Pflegeheimdebatte (pdf, 37 KB)
Das ganze ist eine Schande, im reichsten aller Bundesländer des siebtreichsten Landes der Erde. Der Mehraufwand, um das System (ambulant und stationär) zum Funktionieren zu bringen beläuft sich auf rund 5 Mio Euro pro Jahr. Bei einem Landesbudget von 1,4 Milliarden.
rauch - 16. Feb, 16:05
Ist der Vormarsch der Rechten nicht aufzuhalten?
Die Fortschrittspartei (FRP) in Norwegen (derzeit mit 22% Numer zwei) ist auf dem Weg, stimmenstärkste Partei zu werden. Programm: Steuersenkungen, zurückdrängen des Staaes, Zuwanderungsstopp.
Die Schwedendemokraten in Schweden erreichten bei den letzten Wahlen 2,9%, in einzelnen Gebieten des Südens bei Regionalwahlen über 20%. Tendenz: steigend. Rigide Ausländerpolitik, traditionelle Familienpolitik, Steuern senken und den Einfluß der Politik zurückdrängen bilden das Programm.
Mit 14% ist die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti) drittstärkste Kraft in Dänemark. Im Zentrum des Programms: strenge Ausländergesetze, Förderung des "Dänentums", Ablehnung der EU.
Jean-Marie Le Pen, Gründer des Front National in Frankreich und soeben in letzter Instanz zu 10.000 Euro Strafe wegen Anstiftung zum Rassenhass verurteilt gelangte 2002 mit 17% in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen. Im Augenblick ist seine Tochter dabei, das Erbe des Vaters zu Übernehmen. Einer der ihrer ersten Vorschläge: Familienförderung nur noch für "richtige" französische Familien.
Der Vlaams Belang in Belgien beschreibt sich auf seiner website selbst so:
Der Vlaams Belang ist eine demokratische Partei die versucht um innerhalb des Rahmens der parlamentarischen Demokratie und des Rechtsstaates ihr Programm zu verwirklichen. Unsere Partei ist ohne Komplexe rechts und konservativ: Traditionen, Werte und Normen, wie die historisch entstehen sind, können nicht einfach verlassen werden. (Originalzitat). Die Partei ist offen rassistisch, ausländerfeindlich und zumindest mitverantwortlich für einen rassistisch motivierten Doppelmord im Jahre 2006 in dessen Folge sogar über einen Entzug der Parteienfinanzierung für diese Grupe diskutiert wurde.
In den Niederlanden ist zuletzt die Partei der Freiheit von Geert Wilders überraschend mit drei Mandaten ins Parlament eingezogen. Programm: Rettung Europas vor der Islamisierung. Im Dezember 2008 wurde in Amsterdam eine Studie veröffentlicht, derzufolge sich die Anzahl der Neonazis in Holland seit 2004 verzehnfacht hat.
In Kurzform weiter durch Europa:
Italien: Von der Lega Nord bis zur Allianza Nationale und den Neofaschisten ein breites (ultra-)rechtes Spektrum.
Ungarn: Bewegung für ein rechteres Ungarn und Lebens- und Wahrheitspartei (MIEP) sind offen neofaschistisch, inklusive bewaffneter Brigade.
Die rechtsextreme Partei Ataka aus Bulgarien sitzt nicht nur im bulgarischen, sondern sogar im europäischen Parlament. Dasselbe gilt für die Größrumänienpartei.
Auch in den meisten anderen Parlamenten Osteuropas sitzen extrem rechte Kräfte, teilweise sind sie sogar an der Regierung beteiligt. So paktiert in der Slowakei die sozialdemokratische Smer von Robert Fico mit der neo-faschistischen Slowakischen Nationalpartei. In Polen waren bis vor kurzem zwei ultrarechte Parteien Koalitionspartner der Kaczynski-Brüder.
Rußland habe ich jetzt - zu Unrecht zwar - ebenso ausgelassen wie Griechenland oder Tschechien und: Deutschland. Dort werken zwar ein paar kleine rechtsextreme Parteien vor sich hin, allerdings ohne großen Erfolg. Erfolg hat dort DIE LINKE. (Fragt sich nur, wie links die wirklich ist...).
Von der vereinigten, großen, mächtigen Europäischen Rechten träumen vor allem HC Strache und Andreas Mölzer. Sie sind die Motoren des grenzüberschreitenden Zusammenschlusses und bezeichnen das Treffen der europäischen Rechtsparteien als großen Erfolg.
(Mölzer philosophierte darüber gemeinsam mit dem rechten Aushängehistoriker Höbelt übrigens vor kurzem in einem unerträglichen Club 2).
Und nun die Frage, die mich beschäftigt zum Schluß: Was geschieht, wenn die Arbeitslosigkeit im Gefolge der Wirtschaftskrise überall in Europa dramatisch ansteigt, die sozialen Netze reissen und die Kluft zwischen sehr vielen ganz Armen und ganz wenigen sehr Reichen immer größer wird? Wird das zu einem "Siegeszug" der extremen (neuen) Rechten mit extremen (alten) Argumenten führen?
Stellen sich diese Fragen Frau Merkel, Herr Brown oder Herr Sarkozy auch? Wenn ja: haben Sie Antworten?
Die Schwedendemokraten in Schweden erreichten bei den letzten Wahlen 2,9%, in einzelnen Gebieten des Südens bei Regionalwahlen über 20%. Tendenz: steigend. Rigide Ausländerpolitik, traditionelle Familienpolitik, Steuern senken und den Einfluß der Politik zurückdrängen bilden das Programm.
Mit 14% ist die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti) drittstärkste Kraft in Dänemark. Im Zentrum des Programms: strenge Ausländergesetze, Förderung des "Dänentums", Ablehnung der EU.
Jean-Marie Le Pen, Gründer des Front National in Frankreich und soeben in letzter Instanz zu 10.000 Euro Strafe wegen Anstiftung zum Rassenhass verurteilt gelangte 2002 mit 17% in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen. Im Augenblick ist seine Tochter dabei, das Erbe des Vaters zu Übernehmen. Einer der ihrer ersten Vorschläge: Familienförderung nur noch für "richtige" französische Familien.
Der Vlaams Belang in Belgien beschreibt sich auf seiner website selbst so:
Der Vlaams Belang ist eine demokratische Partei die versucht um innerhalb des Rahmens der parlamentarischen Demokratie und des Rechtsstaates ihr Programm zu verwirklichen. Unsere Partei ist ohne Komplexe rechts und konservativ: Traditionen, Werte und Normen, wie die historisch entstehen sind, können nicht einfach verlassen werden. (Originalzitat). Die Partei ist offen rassistisch, ausländerfeindlich und zumindest mitverantwortlich für einen rassistisch motivierten Doppelmord im Jahre 2006 in dessen Folge sogar über einen Entzug der Parteienfinanzierung für diese Grupe diskutiert wurde.
In den Niederlanden ist zuletzt die Partei der Freiheit von Geert Wilders überraschend mit drei Mandaten ins Parlament eingezogen. Programm: Rettung Europas vor der Islamisierung. Im Dezember 2008 wurde in Amsterdam eine Studie veröffentlicht, derzufolge sich die Anzahl der Neonazis in Holland seit 2004 verzehnfacht hat.
In Kurzform weiter durch Europa:
Italien: Von der Lega Nord bis zur Allianza Nationale und den Neofaschisten ein breites (ultra-)rechtes Spektrum.
Ungarn: Bewegung für ein rechteres Ungarn und Lebens- und Wahrheitspartei (MIEP) sind offen neofaschistisch, inklusive bewaffneter Brigade.
Die rechtsextreme Partei Ataka aus Bulgarien sitzt nicht nur im bulgarischen, sondern sogar im europäischen Parlament. Dasselbe gilt für die Größrumänienpartei.
Auch in den meisten anderen Parlamenten Osteuropas sitzen extrem rechte Kräfte, teilweise sind sie sogar an der Regierung beteiligt. So paktiert in der Slowakei die sozialdemokratische Smer von Robert Fico mit der neo-faschistischen Slowakischen Nationalpartei. In Polen waren bis vor kurzem zwei ultrarechte Parteien Koalitionspartner der Kaczynski-Brüder.
Rußland habe ich jetzt - zu Unrecht zwar - ebenso ausgelassen wie Griechenland oder Tschechien und: Deutschland. Dort werken zwar ein paar kleine rechtsextreme Parteien vor sich hin, allerdings ohne großen Erfolg. Erfolg hat dort DIE LINKE. (Fragt sich nur, wie links die wirklich ist...).
Von der vereinigten, großen, mächtigen Europäischen Rechten träumen vor allem HC Strache und Andreas Mölzer. Sie sind die Motoren des grenzüberschreitenden Zusammenschlusses und bezeichnen das Treffen der europäischen Rechtsparteien als großen Erfolg.
(Mölzer philosophierte darüber gemeinsam mit dem rechten Aushängehistoriker Höbelt übrigens vor kurzem in einem unerträglichen Club 2).
Und nun die Frage, die mich beschäftigt zum Schluß: Was geschieht, wenn die Arbeitslosigkeit im Gefolge der Wirtschaftskrise überall in Europa dramatisch ansteigt, die sozialen Netze reissen und die Kluft zwischen sehr vielen ganz Armen und ganz wenigen sehr Reichen immer größer wird? Wird das zu einem "Siegeszug" der extremen (neuen) Rechten mit extremen (alten) Argumenten führen?
Stellen sich diese Fragen Frau Merkel, Herr Brown oder Herr Sarkozy auch? Wenn ja: haben Sie Antworten?
rauch - 13. Feb, 16:38
Hoffnung ja - aber auf Grundlage der Realität
Finanzminister Pröll versuchte nach der Regierungsklausur Hoffnung zu verbreiten. Eine genaue Aussage zur wahren Situation der österreichischen Banken im Osten mochte ihm nicht über die Lippen kommen außer "das kann gut ausgehen, wenn...."
Schwarzmalen ist sicher nicht angesagt. Schönfärberei aber auch nicht. Wermuth beschreibt das so:
Um die Sache mal dramatischer darzustellen – oder so dramatisch, wie sie wirklich ist: Die Industrieproduktion einschließlich Bau lag im Dezember um 12,0 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Der Absturz läuft seit September: Wenn man den Rückgang von August bis Dezember auf’s Jahr hochrechnet, ergibt sich eine Verlaufsrate von –33,6% (104,6/119,9 hoch drei, da vier Monate ein Drittel eines Jahres sind). Das ist ein deutlich stärkerer Rückgang als etwa in den USA (-16,0 Prozent) oder in Großbritannien (-17,6 Prozent). Auch im Vorjahresvergleich ist der Rückgang in Deutschland größer.
Die Arbeitslosenzahlen werden - zeitverzögert - dieser Entwicklung "hinterherlaufen".
Die Gegenmaßnahmen der Bundesregierung und der Landesregierungen sind werden jedenfalls dem Ernst der Lage nicht gerecht! Ansonsten müsste jetzt kommen, was seit Jahren gepredigt wird: runter mit der Steuerlast auf den Faktor Arbeit, im Gegenzug rauf mit den Steuern auf nicht erneuerbare Ressourcen. Wenn Arbeit knapp wird, muß der Faktor Arbeit billiger werden, also ein Anreiz geschaffen werden, Leute (trotz allem) zu beschäftigen. Kurzarbeit und Lohnstopp sind nur Krücken dafür....
Schwarzmalen ist sicher nicht angesagt. Schönfärberei aber auch nicht. Wermuth beschreibt das so:
Um die Sache mal dramatischer darzustellen – oder so dramatisch, wie sie wirklich ist: Die Industrieproduktion einschließlich Bau lag im Dezember um 12,0 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Der Absturz läuft seit September: Wenn man den Rückgang von August bis Dezember auf’s Jahr hochrechnet, ergibt sich eine Verlaufsrate von –33,6% (104,6/119,9 hoch drei, da vier Monate ein Drittel eines Jahres sind). Das ist ein deutlich stärkerer Rückgang als etwa in den USA (-16,0 Prozent) oder in Großbritannien (-17,6 Prozent). Auch im Vorjahresvergleich ist der Rückgang in Deutschland größer.
Die Arbeitslosenzahlen werden - zeitverzögert - dieser Entwicklung "hinterherlaufen".
Die Gegenmaßnahmen der Bundesregierung und der Landesregierungen sind werden jedenfalls dem Ernst der Lage nicht gerecht! Ansonsten müsste jetzt kommen, was seit Jahren gepredigt wird: runter mit der Steuerlast auf den Faktor Arbeit, im Gegenzug rauf mit den Steuern auf nicht erneuerbare Ressourcen. Wenn Arbeit knapp wird, muß der Faktor Arbeit billiger werden, also ein Anreiz geschaffen werden, Leute (trotz allem) zu beschäftigen. Kurzarbeit und Lohnstopp sind nur Krücken dafür....
rauch - 11. Feb, 10:09
Fundamentalisten
Der Linzer Weihbischof Wagner "hält Homosexualität für heilbar", also für eine Krankheit.
In verschiedenen islamischen Ländern werden Homosexuelle verfolgt und getötet, allein im Iran wurden in den vergangenen zehn Jahren 4000 Homosexuelle hingerichtet.
Der katholische Bischof Williamson bestreitet den Holocaust und widerruft seine Aussage auch dann nicht, als es öffentlichen Aufruhr gibt.
Der iranische (islamische) Präsident Ahmadinejad bestreitet ebenfalls den Holocaus und organisierte, nachdem es Aufruhr wegen seiner Aussagen gab, eine Konferenz von Holocaust-Leugnern in Teheran.
Fundamentalisten beider Lager treffen sich darüber hinaus, wenn es um die Rolle der Frauen bzw. deren Gleichberechtigung geht.
Vielleicht sollte man in einem Pflichtfach "Religionen" (Plural!) diesselben auf ihre historischen Verdienste und Verbrechen sowie Ausformungen in der Gegenwart kritisch durchleuchten.
Abmelden vom Religionsunterricht und gar nix zu wissen über die "Kriminalgeschichte des Christentums" oder anderer im Namen irgend einer Religion begangener Verbrechen ist doch auch ein Schaden, meine ich!
In verschiedenen islamischen Ländern werden Homosexuelle verfolgt und getötet, allein im Iran wurden in den vergangenen zehn Jahren 4000 Homosexuelle hingerichtet.
Der katholische Bischof Williamson bestreitet den Holocaust und widerruft seine Aussage auch dann nicht, als es öffentlichen Aufruhr gibt.
Der iranische (islamische) Präsident Ahmadinejad bestreitet ebenfalls den Holocaus und organisierte, nachdem es Aufruhr wegen seiner Aussagen gab, eine Konferenz von Holocaust-Leugnern in Teheran.
Fundamentalisten beider Lager treffen sich darüber hinaus, wenn es um die Rolle der Frauen bzw. deren Gleichberechtigung geht.
Vielleicht sollte man in einem Pflichtfach "Religionen" (Plural!) diesselben auf ihre historischen Verdienste und Verbrechen sowie Ausformungen in der Gegenwart kritisch durchleuchten.
Abmelden vom Religionsunterricht und gar nix zu wissen über die "Kriminalgeschichte des Christentums" oder anderer im Namen irgend einer Religion begangener Verbrechen ist doch auch ein Schaden, meine ich!
rauch - 9. Feb, 10:43
Darf man auch in der Krise den Kopf zum Denken benützen?
Blöde Frage. Gerade dann ist das angebracht, werden die meisten sagen. Mein Eindruck momentan ist ein anderer: in der allgemeinen Plan- und Hilflosigkeit wird jedem so genannten "Rettungspaket" hinterhergerannt ohne auch nur zu fragen, ob damit tatsächlich Rettung oder das genaue Gegenteil bewirkt wird. In Österreich (und anderswo) wird plötzlich über eine "bad bank" schwadroniert, die alle schlechten Risken übernehmen soll - selbstredend so, dass am Ende der Staat, gemeint: die SteuerzahlerIn, die Zeche zahlt.
Wenn es stimmt, dass der Raiffeisensektor in Mittel- und Osteuropa mit dem dreifachen österreichischen BIP "investiert" ist (das wären dann rund 870 Mrd Euro...) und wenn es weiter stimmt, dass dabei die faueln Eier 10% ausmachen, dann wird rasch klar, um wieviel (Staats-)Kohle es geht und wieso versucht wird, den Deckel auf dem Topf zu halten.
Beim Lesen der großen Nachrichten und kleinen Notizen aus aller Welt werde ich den Verdacht nicht los, dass gerade ein paar Täter dabei sind, sich als Opfer zu definieren - Handaufhalten inklusive.
Besonders treffend beschrieben in diesem Kommentar.
Also: Wenn dieselben Personen als Krisenberater auftreten, die Krisenverursacher waren, ist kritische Wachsamkeit jedenfalls angebracht. Anders gesagt: Lasst euch nicht jeden Scheiß als "Rettungspaket" verkaufen.
Wenn es stimmt, dass der Raiffeisensektor in Mittel- und Osteuropa mit dem dreifachen österreichischen BIP "investiert" ist (das wären dann rund 870 Mrd Euro...) und wenn es weiter stimmt, dass dabei die faueln Eier 10% ausmachen, dann wird rasch klar, um wieviel (Staats-)Kohle es geht und wieso versucht wird, den Deckel auf dem Topf zu halten.
Beim Lesen der großen Nachrichten und kleinen Notizen aus aller Welt werde ich den Verdacht nicht los, dass gerade ein paar Täter dabei sind, sich als Opfer zu definieren - Handaufhalten inklusive.
Besonders treffend beschrieben in diesem Kommentar.
Also: Wenn dieselben Personen als Krisenberater auftreten, die Krisenverursacher waren, ist kritische Wachsamkeit jedenfalls angebracht. Anders gesagt: Lasst euch nicht jeden Scheiß als "Rettungspaket" verkaufen.
rauch - 5. Feb, 14:42
Arbeitslosigkeit steigt - was heißt das?
Die Zahlen sind das eine (12% mehr Arbeitslose gegenüber dem Vergleichsmonat Jänner 2008), die Schicksale dahinter das andere.
Arbeitslosigkeit bedeutet von heute auf morgen eine dramatische Veränderung in den Einkommensverhältnissen.
Österreich hat mit 55% in der Arbeitslosenversicherung eine der niedrigsten Nettoersatzraten Europas. Das bedeutet, dass lohnarbeitslose Menschen in Österreich bei Arbeitslosigkeit nur 55% dessen erhalten, was sie während ihrer Erwerbstätigkeit verdient haben.
Im EU-Raum kennt nur Irland eine niedrigere Ersatzrate. In Deutschland beträgt die Nettoersatzrate 60%, im EU-Durchschnitt knapp 70%, in Spanien 75%. Dänemark, das Land mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit der EU, hat eine Nettoersatzrate von 85%.
Konsequenz des niedrigen Arbeitslosenbezugs in Österreich ist eine sehr hohe Armutsgefährdung lohnarbeitsloser Menschen. Über 83% aller lohnarbeitslosen Menschen erhalten Bezüge, die unter der Armutsgefährdungsschwelle liegen.
Wer ein Haus oder eine Wohnung abzahlen muß, gerät so sehr rasch in eine auswegslose Situation.
Wo bleiben hier die staatlichen "Rettungspakete"?...
Arbeitslosigkeit bedeutet von heute auf morgen eine dramatische Veränderung in den Einkommensverhältnissen.
Österreich hat mit 55% in der Arbeitslosenversicherung eine der niedrigsten Nettoersatzraten Europas. Das bedeutet, dass lohnarbeitslose Menschen in Österreich bei Arbeitslosigkeit nur 55% dessen erhalten, was sie während ihrer Erwerbstätigkeit verdient haben.
Im EU-Raum kennt nur Irland eine niedrigere Ersatzrate. In Deutschland beträgt die Nettoersatzrate 60%, im EU-Durchschnitt knapp 70%, in Spanien 75%. Dänemark, das Land mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit der EU, hat eine Nettoersatzrate von 85%.
Konsequenz des niedrigen Arbeitslosenbezugs in Österreich ist eine sehr hohe Armutsgefährdung lohnarbeitsloser Menschen. Über 83% aller lohnarbeitslosen Menschen erhalten Bezüge, die unter der Armutsgefährdungsschwelle liegen.
Wer ein Haus oder eine Wohnung abzahlen muß, gerät so sehr rasch in eine auswegslose Situation.
Wo bleiben hier die staatlichen "Rettungspakete"?...
rauch - 2. Feb, 09:54
Niederlagen
Die schlimmsten Niederlagen in der Politik sind immer die parteiinternen. Und auch da gibt es zwei unterschiedliche Kategorien: Am Bundeskongress zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass es für eine Spitzenkandidatur von Johannes Voggenhuber keine Mehrheit gibt war nicht sonderlich angenehm, aber damit muß man umgehen.
Gestern im Erweiterten Bundesvorstand nach vielstündiger Diskussion dann hinnehmen zu müssen, dass ihm auch eine Kandidatur weiter hinten auf der Liste verweigert wird, war noch weitaus schwieriger - aus zwei Gründen: weil es erstens eine Schwächung der Grünen im Hinblick auf die Europawahlen bedeutet und zweitens nach außen nicht kommunizierbar ist: 42 Menschen stehen auf der Liste, nicht aber Johannes Voggenhuber?
Natürlich gibt es Gründe und Vorgeschichten, die dazu geführt haben. Nur interessieren die zwei Millimeter außerhalb des Zentrums niemanden.
(Am meisten ärgern wird mich irgendwann, dass ein vermeintlich aussichtsloser Vermittlungsversuch in letzter Minute nur ganz knapp - aber eben doch - gescheitert ist...)
Gestern im Erweiterten Bundesvorstand nach vielstündiger Diskussion dann hinnehmen zu müssen, dass ihm auch eine Kandidatur weiter hinten auf der Liste verweigert wird, war noch weitaus schwieriger - aus zwei Gründen: weil es erstens eine Schwächung der Grünen im Hinblick auf die Europawahlen bedeutet und zweitens nach außen nicht kommunizierbar ist: 42 Menschen stehen auf der Liste, nicht aber Johannes Voggenhuber?
Natürlich gibt es Gründe und Vorgeschichten, die dazu geführt haben. Nur interessieren die zwei Millimeter außerhalb des Zentrums niemanden.
(Am meisten ärgern wird mich irgendwann, dass ein vermeintlich aussichtsloser Vermittlungsversuch in letzter Minute nur ganz knapp - aber eben doch - gescheitert ist...)
rauch - 31. Jan, 12:16