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Image schlägt Fakten!

In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen ließ der Sozialpsychologe Christian Fichter die Parteipräsidenten der SVP (= FPÖ) und der SP (=SPÖ) vor der Kamera ein Forderungspapier der CVP (=ÖVP) vorlesen. Das Video wurde 900 Testpersonen gezeigt. Alle waren sich einig: Die Forderungen seien "sehr typisch" für Toni Brunner (SVP) beziehungsweise für Christian Levrat (SP). Sogar ein Professor für Medienpsychologie fiel auf das Experiment herein. "Politiker können bis zu einem gewissen Grad sagen, was sie wollen. Was zählt, ist ihr Image", sagt Fichter.

Wer 10 Minuten Zeit hat, sollte sich unbedingt dieses Video ansehen. (dort unter Video: Sendung vom Donnerstag 26. Februar 2009 - Image schlägt die Fakten - anklicken)
Die Ergebnisse sind frappierend!

Fazit - wohl auch übertragbar auf Österreich: Image schlägt Fakten!

Fremde Federn

Heute ein Zitat aus fremder Feder und ein lesenswerter Essay von Franz Schuh. Das Zitat:

"Im politischen Spektrum Österreichs ist praktisch keine Linke mehr auszumachen. Weder unter den traditionellen Roten,
die jeden Grundsatzdiskurs wie eine Seuche scheuen, noch in der einst teilweise an der katholischen Soziallehre orientierten
Volkspartei. In dieses Vakuum stoßen mit wachsendem Erfolg die Verführer von Rechts mit ihrer völkischen Sozialideologie."

(Michael Frank in der heutigen "Süddeutschen" )

Und hier Franz Schuh zur "Krise":

Franz-Schuh-zur-KRISE (pdf, 20 KB)

Österreich auf den Punkt gebracht....

Wahlen vorbei - nun zu den wichtigen Dingen...

Die Wahlen in Kärnten und Salzburg sind Geschichte, die Ergebnisse gegeben - für die nächsten fünf Jahre. So lange werden wir allerdings nicht warten, um die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Irgendwie reicht mir meine eigene "mit-einem-blauen-Auge-davongekommen" Erklärung nicht wirklich. Ich will gewinnen - aus einem einfachen Grund: Stagnation oder auch nur leichte Verluste schmälern das politische Gewicht. Und nur mit (mehr) politischem Gewicht ist (besser, rascher) umsetzbar, was dringend notwendig ist:

- einzufordern, dass nach der "Bankenrettung" (15 Mrd) und "Konjunkturpaketen" (5 Mrd) Geld auch dort ankommt, wo es mindestens so dringend gebraucht wird: direkt bei den Leuten, zum Beispiel in Form der längst geplanten Mindestsicherung

- Grundsätzliche Änderungen anstatt nur kleiner Korrekturen vorzunehmen, zum Beispiel indem endlich der Faktor Arbeit steuerlich entlastet und Vermögen adäquat besteuert werden

- Maßnahmen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise zu nützen, um das System der Energieversorgung innerhalb der nächsten zwanzig Jahre auf vollkommen neue (erneuerbare) Beine zu stellen und damit unabhängig und nicht erpressbar zu werden

- anstatt über zwei Stunden mehr Lehrverpflichtung zu reden endlich zu einer Bildungsreform zu kommen, die von der Ausbildung der PädagogInnen über die Qualitätskontrolle, ein neues Besoldungssystem bis hin zur Abschaffung der frühzeitigen Selektierung mit neuneinhalb Jahren Nägel mit Köpfen macht

- und weil wir schon dabei sind: Fast gleichzeitig mit der Ankündigung der Ministerin, durch weniger Lehrer-Stellen 380 Mio. Euro einsparen zu wollen, wird bekannt, dass die gut fünffache Summe über Partizipationsscheine an die Erste Bank gehen soll – deren Chef dann in gewohnt dreister Manier auch noch mitteilt, die Bank werde das Geld nur nehmen, „wenn wir Dividende zahlen dürfen“ (Danke für den Hinweis an FS)

- von der Regierung einzufordern, dass sie fortlaufend darüber Rechenschaft ablegt, ob, was sie uns als "Konjunkturpakete" verkauft hat, auch tatsächlich umgesetzt wird. Was nämlich die Amerikaner bereit sind öffentlich zu machen, sollten Faymann und Pröll wohl auch zustande bringen

Das sind nur ein paar von den wirklich wichtigen Dingen, die ich meine, für die es sich lohnt zu kämpfen. Das ist nicht einmal eine Frage von "gewinnen" oder "verlieren". Es ist - zumindest für mich - eine Frage der Haltung, die in diesem Fall sehr viel mit Gerechtigkeit zu tun hat. Die scheint mir nämlich, je astronomischer und absurder - unhinterfragt - die Summen für "Rettungsmaßnahmen" werden, mehr und mehr aus dem Blickfeld zu geraten.
Und genau deshalb will ich, dass Grüne Wahlen gewinnen und nicht nur ein 0:0 nach Hause spielen...

Wahlausgang

Unterschied zwischen Prognose und Ausgang: nachher weiss man es immer besser....
Stand jetzt (18.30 Uhr - mein Informationsstand) werden wir Grüne in Kärnten das Ergebnis halten in Salzburg ist das noch nicht sicher: zuerst plus 0,2% und ein Mandat mehr, jetzt minus 0,7 und weiterhin zwei Mandate.
Kärnten ist und bleibt ein Sonderfall, soviel ist klar: Das BZÖ gewinnt noch einmal dazu und hat jetzt die Mehrheit in der Regierung. Kaum zu glauben, aber wahr.
Sowohl in Salzburg (erträglich) wie auch in Kärnten (dramatisch) verliert die SPÖ, die ÖVP hält sich oder gewinnt, die FPÖ gewinnt in Salzburg, aber nicht soviel wie erwartet.
Fazit (vorläufig): blaues Auge für die Grünen; rechtes Lager auf dem Vormarsch; schlechter Trend für die SPÖ.
Mehr später.

19.11 Uhr:

Doch noch schwitzen: Kärnten wird knapp mit derzeit 5% - möglicherweise heisst das warten auf die Auszählung der Wahlkarten. Man sollte Wahlergebnisse tatsächlich erst dann kommentieren, wenn sie feststehen.

Die unvermeidliche Frage heute hat auch gelautet: "Was heisst das für die Landtagswahlen im Herbst in Vorarlberg?"
Nicht viel: die ÖVP wird die Absolute halten, die FPÖ wird gewinnen und der Rest wird sich weisen...

Wahlprognose

Morgen ist Wahltag. Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten.
Den Grünen prognostizeren alle deutliche Verluste, den Blauen ebenso deutliche Gewinne. Wobei die Blauen in Kärnten organge sind, und behaupten, die eigentlich richtigen Blauen zu sein.
Meiner Einschätzung nach wird das grüne Ergebnis in Kärnten gar nicht so schlecht sein. Rolf Holub hat einen engagierten und pointierten Wahlkampf gemacht - mit einer wirklich guten Kampagne. Für die Salzburger ist das Leben sowieso schwerer: Die große Gabi-Burgstaller-Daily-Soap mit dem Titel "Gabi - Wege zum Glück" (Gunther Müller in DIE ZEIT) lässt so etwas wie Wahlkampf gar nicht aufkommen. Immerhin lagen die Salzburger mit ihrem "Energiethema" nach gerade überstandender Gaskrise goldrichtig.

Selbst wenn die Grünen jeweils nur 0,1% verlieren werden die Schlagzeilen lauten: "Niederlagenserie der Grünen geht weiter!" Daran ist derzeit nicht vorbeizukommen.
Wir haben unseren Vorarlberger Lantagswahlkampf bereits geplant und wollten in Zeiten wie diesen ein Zeichen setzen: gesetzliche Begrenzung der Wahlkampfkosten, Verzicht auf ausufernde Plakatierung, vollständige Offenlegung aller Kosten. Das wollten aber weder ÖVP noch FPÖ noch SPÖ.
Werden wir´s halt ohne sie machen!
Unser Antrag wurde jedenfalls abgelehnt:

Wahlkampfkostenbegrenzung (pdf, 10 KB)

Jagdgeschichten

Schutzwaldtagung, Schutzwaldpreis, Aufforstungsaktionen - das Land Vorarlberg singt vielstimmig und fortlaufend das Loblied auf die eigenen Leistungen im Hinblick auf die Pflege und Erhaltung der heimischen Schutzwälder. Richtig ist, dass deren Funktion als "Schwamm" (bei Starkregenfällen) und damit Hochwasser- und Murenschutz, sowie als "Schneebremse" gerade bei intensiven Schneefällen wie zuletzt nicht hoch genug eingeschätzt weden kann.
Müssen technische Lawinenverbauungen errichtet werden, kostet das zehnmal soviel wie die Schutzwaldpflege!

Umso unverständlicher sind die Umtriebe gewisser Jagdherren, wie diese hier:

Viessmann-Jagd_Dalaas (pdf, 365 KB)

Einmal mehr wird das zu einer parlamentarischen Anfrage führen, auf deren Beantwortung ich gespannt bin...

Spannende Anzeige bei der Staatsanwaltschaft....

Zwar wurden diverse Aktivitäten, die zur derzeitigen Situation auf den Finanzmärkten geführt haben immer wieder als "Pyramidenspiel" bezeichnet, auf die Idee, dagegen Anzeige zu erstatten ist aber bisher niemand gekommen. Das hat sich geändert. Diese Anzeige wurde bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht:


AnzeigeHoppenberger (pdf, 44 KB)

Stell dir vor, es gäbe eine mutige Staatsanwaltschaft und dann ein mutiges Gericht, und es käme tatsächlich zu einer Verurteilung, z.B. sämtlicher AWD-Abkassierer....

Wenn kommt, was jetzt diskutiert wird, nämlich ein globales Aus für das Bankgeheimnis, dann wird eine der spannendsten Fragen sein, wem denn die rund 14 Milliarden Dollar, die von österreichischen Banken zwischen "Jersey und Cayman Islands" geparkt sind gehören und wieviel davon ordnungsgemäß versteuert wurde....

Zweimal lesenswert!

Heute zwei Artikel aus deutschen Tageszeitungen:

"Der Kapitalismus ruiniert sich selbst"
aus der taz
Der-Kapitalismus-ruiniert-sich-selbst_taz-de (pdf, 151 KB) - eine ziemlich gnaden- und schonungslose Analyse der so genannten Finanzkrise.

Und eine - im Hinblick auf die Zustände und das unsägliche Herumgelabere hierzulande - erhellende und erfrischende Beschreibung der Kontrollen in deutschen Pflegeheimen seit der Reform 2008:

"Fast so reglementiert wie die Atomindustrie!" in der FAZ
Altenheimkontrolle-in-Deutschland (pdf, 75 KB)

6 Milliarden jährlich

Und das ganze nennen sie dann "Konsolidierungsbedarf" statt Budgetkürzung.

MenschenMeinungen

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