Auftragseinbrüche
Einen illusionsfreien Einblick auf die Entwicklung in Deutschland - von der ja gerade Vorarlberg ziemlich abhängig ist - zeigt Dieter Wermuth auf seinem Blog.
In diesem Licht betrachtet sind die unkoordinierten und auf rein nationalstaatliche Interessen abstellenden Rettungs- und Konjunkturprogramme der Länder der Europäischen Union ein Wahnsinn. Motto: Rette sich, wer kann, auch wenn am Ende alle draufzahlen. Hauptsache, jetzt komme zuerst ich.
In diesem Licht betrachtet sind die unkoordinierten und auf rein nationalstaatliche Interessen abstellenden Rettungs- und Konjunkturprogramme der Länder der Europäischen Union ein Wahnsinn. Motto: Rette sich, wer kann, auch wenn am Ende alle draufzahlen. Hauptsache, jetzt komme zuerst ich.
rauch - 16. Mär, 10:05
Landwirtschaft - diesmal ernst....
Ganz und gar nicht lustig ist, was sich auf den Agrarmärkten, insbesondere auf dem Milchsektor abspielt: Die Wiedereinführung des Exportsubventionen durch die europäische Unionführt zu dramatischen Situationen in den Ländern des Südens: . "Das bringt unsere Landwirtschaft um, damit gehen wir in die Knie", sagte der Agrarminister des afrikanischen Landes, Laurent Sedego. Er forderte einen Abbau von Subventionen der Industrieländer und nannte unter anderem Baumwolle und Fleisch. "Es sind Millionen und Abermillionen von Produzenten, die in die Armut geraten."
Ein bisschen mehr als pervers ist, wenn die EU im selben Atemzug mit der Genehmigung von Entwicklungshilfegeldern Exportförderungen beschließt, die die Lebensgrundlagen der Kleinbauern zerstören...
Das System der Rohstoff- und Agrarmärkte ist (noch) ebenso persvers, wie jenes der Finanzmärkte. Unterschied: Der große crash steht hier noch aus.
Hintergrundinformation:
Milchdumping (pdf, 85 KB)
Ein bisschen mehr als pervers ist, wenn die EU im selben Atemzug mit der Genehmigung von Entwicklungshilfegeldern Exportförderungen beschließt, die die Lebensgrundlagen der Kleinbauern zerstören...
Das System der Rohstoff- und Agrarmärkte ist (noch) ebenso persvers, wie jenes der Finanzmärkte. Unterschied: Der große crash steht hier noch aus.
Hintergrundinformation:
Milchdumping (pdf, 85 KB)
rauch - 15. Mär, 12:27
Information der Landwirtschaftskammer

Decksaison
Ausgesuchte Hengste stehen in den verschiedenen Stationen im Land bereit
Ja dann: Wenn schon aufgrund der Bankenkrise unsere Schecks und bald auch unsere Dächer nicht mehr gedeckt sein werden, können wir uns hier in dieser wunderbaren ländlichen Gegend immer noch mit den Deckhengsten trösten, die in verschiedenen Stationen bereitstehen; in Dornbirn-Haselstauden zum Beispiel ist die verlassene Bahnstation nunmehr mit einem Hengst besetzt. Sulz-Röthis, auch ohne Fahrdienstleiter, hat sich daraufhin massiv beschwert, aber nur einen Wallach bekommen. Als dieser fortlaufend aber vergeblich versuchte, den Fahrkartenautomaten zu decken, griffen empörte Öffi-Benützer zur Selbsthilfe.
Das Ergebnis kann in Form der allseits beliebten Roßsalami beim örtlichen Metzger käuflich erworben werden.
Mond geht über sich bis 17. März.
(Ich schwöre: das Titelblatt ist kein Fake, sondern die neueste Ausgabe der offiziellen Zeitung der Landwirtschaftskammer Vorarlberg....)
rauch - 13. Mär, 21:27
Amok im Netz
Wieder ist einer Amok gelaufen. Wieder starben fünfzehn Menschen. Wieder ist das Entsetzen groß, noch größer ist die Ratlosigkeit. Wieder wissen "EXperten" und solche, die sich dafür halten was genau nicht und was genau schon und was eventuell doch die Ursachen sind.
Einen (Nichtexperten) habe ich gefunden, der fast nur Fragen stellt. Keine dummen, wie ich meine.
Hier nachzulesen.
Und eines doch noch:
In den USA mit 48% Waffenbesitzern kommen 6,4 Morde auf 100.000 Einwohner, in Japan mit 0,5% Waffenbesitzern kommen auf 100.000 Einwohner 0,06 Morde. Wer da einen Zusammenhang sieht und meint, dass weniger Waffen mehr Sicherheit bedeuten und nicht umgekehrt, bekommt es aber garantiert mit diesen hier zu tun , und in der Nähe von Wahlen auch mit dem hier .
Fürchten muss man sich vor beiden.
Einen (Nichtexperten) habe ich gefunden, der fast nur Fragen stellt. Keine dummen, wie ich meine.
Hier nachzulesen.
Und eines doch noch:
In den USA mit 48% Waffenbesitzern kommen 6,4 Morde auf 100.000 Einwohner, in Japan mit 0,5% Waffenbesitzern kommen auf 100.000 Einwohner 0,06 Morde. Wer da einen Zusammenhang sieht und meint, dass weniger Waffen mehr Sicherheit bedeuten und nicht umgekehrt, bekommt es aber garantiert mit diesen hier zu tun , und in der Nähe von Wahlen auch mit dem hier .
Fürchten muss man sich vor beiden.
rauch - 12. Mär, 15:17
Immobilienblase geplatzt - Zeltstädte wachsen
Was "Platzen der Immobilienblase" oder "Subprimekrise" im wirklichen Leben, nämlich in dem der davon betroffenen Menschen bedeutet, kann man an dieser kleinen Dokumentation sehen. Hätte das jemand noch vor einem Jahr den USA prognostiziert, man hätte ihn ausgelacht.
Unglaublich daran ist die Auseinanderentwicklung der Gesellschaft: "ganz oben" ist in der Bush-Ära das Vermögen exorbitant gewachsen, "ganz unten" hingegen sind die Einkommen dramatisch gesunken. Wobei die Anzahl derer "ganz unten" täglich wächst.
Da sage noch einer, die letzten beiden Dekaden waren nicht ein einziges, gigantische Umverteilungsprojekt von unten nach oben gewesen.
Wie schreibt DIE FURCHE - gewiss kein linkes Kampfblatt! - dazu:
Die tieferen Ursachen der Krise könnten etwa in einer Haltung der Maßlosigkeit und Kaltschnäuzigkeit eines global agierenden Top-Managements liegen, die in diesen Tagen entblößt wird. Der Macht- und Geldrausch dieser von moralischen Geboten völlig losgelösten Kaste muss gestoppt werden, ist zu zügeln. Grenzenlose Gagen brauchen Deckelung, detto die Abfertigungen, Steuerprivilegien sind aufzuheben. Eine Politik, die das nicht erkennt, hat das Ausmaß der Krise nicht begriffen.
Unglaublich daran ist die Auseinanderentwicklung der Gesellschaft: "ganz oben" ist in der Bush-Ära das Vermögen exorbitant gewachsen, "ganz unten" hingegen sind die Einkommen dramatisch gesunken. Wobei die Anzahl derer "ganz unten" täglich wächst.
Da sage noch einer, die letzten beiden Dekaden waren nicht ein einziges, gigantische Umverteilungsprojekt von unten nach oben gewesen.
Wie schreibt DIE FURCHE - gewiss kein linkes Kampfblatt! - dazu:
Die tieferen Ursachen der Krise könnten etwa in einer Haltung der Maßlosigkeit und Kaltschnäuzigkeit eines global agierenden Top-Managements liegen, die in diesen Tagen entblößt wird. Der Macht- und Geldrausch dieser von moralischen Geboten völlig losgelösten Kaste muss gestoppt werden, ist zu zügeln. Grenzenlose Gagen brauchen Deckelung, detto die Abfertigungen, Steuerprivilegien sind aufzuheben. Eine Politik, die das nicht erkennt, hat das Ausmaß der Krise nicht begriffen.
rauch - 11. Mär, 15:19
Treffen der neuen "Schurkenstaaten"?
Die Finanzkrise macht´s möglich: künftig sollen Staaten, die sich weigern, das Bankgeheimnis zu beseitigen und ihr Steueroasendasein aufzugeben, als eine Art "fiskalische Schurkenstaaten" auf eine schwarze Liste kommen. So jedenfalls lautet einer der Vorschläge.
Das würde vor allem Liechtenstein, die Schweiz und Österreich und Luxemburg hart treffen. Rund 6 Mrd. Euro sollen allein an deutschen Geldern steuerschonend in Österreich geparkt sein. In der Schweiz und in Liechtenstein natürlich deutlich mehr.
Eine Übersichtskarte über die Steueroasen gibt´s hier.
Heute haben sich Österreich, die Schweiz und Luxemburg getroffen, um zu beraten, wie man sich diesen Plänen entziehen kann - anstatt Schluß zu machen mit der staatlichen Unterstützung für Schwarzgeldkonten und gezielte Steuerhinterziehung....
Das würde vor allem Liechtenstein, die Schweiz und Österreich und Luxemburg hart treffen. Rund 6 Mrd. Euro sollen allein an deutschen Geldern steuerschonend in Österreich geparkt sein. In der Schweiz und in Liechtenstein natürlich deutlich mehr.
Eine Übersichtskarte über die Steueroasen gibt´s hier.
Heute haben sich Österreich, die Schweiz und Luxemburg getroffen, um zu beraten, wie man sich diesen Plänen entziehen kann - anstatt Schluß zu machen mit der staatlichen Unterstützung für Schwarzgeldkonten und gezielte Steuerhinterziehung....
rauch - 8. Mär, 18:23
Apocalypse now?
Inzwischen werden entlang der gegenwärtigen Entwicklung der Welt schon mehr oder weniger apokalyptische Szenarien etnwickelt, manchmal noch unterlegt durch historische Bezüge, wie zum Beispiel diese hier:
Hallo-Apokalypse-totaler-Zivisationsverlust (pdf, 22 KB)
Nicht alles, aber diese Passage daraus finde ich entzückend:
"Verglichen mit der Physik ist alles, was je in der Ökonomie erforscht wurde, noch weit von den Einsichten eines Galileis entfernt – nicht einmal auf dem Niveau babylonischer Astrologie."
Wer mag, kann sich hier drei daraus entwickelte mögliche Szenarien für die nähere Zukunft anschauen.
Keines davon ist wirklich lustig.
Hallo-Apokalypse-totaler-Zivisationsverlust (pdf, 22 KB)
Nicht alles, aber diese Passage daraus finde ich entzückend:
"Verglichen mit der Physik ist alles, was je in der Ökonomie erforscht wurde, noch weit von den Einsichten eines Galileis entfernt – nicht einmal auf dem Niveau babylonischer Astrologie."
Wer mag, kann sich hier drei daraus entwickelte mögliche Szenarien für die nähere Zukunft anschauen.
Keines davon ist wirklich lustig.
rauch - 6. Mär, 17:40
Zeit für radikale Vorschläge?
"Die Politik hat den Ernst der Lage entweder nicht erkannt oder will nicht wahrhaben was es geschlagen hat!" (Originalzitat eines Unternehmers, sinngemäss mehrfach wiederholt, von Großen wie von Kleinen)
Zeit für radikale Vorschläge:
1. Warum nicht, wenn immer mehr immer weniger oder gar keine Arbeit haben, Arbeit besser verteilen: zum Beispiel durch eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 (30) Wochenstunden, befristet auf zwei Jahre und einem teilweisen Lohnausgleich mitfinanziert durch öffentliche Gelder - die ja jetzt ohnehin für Kurzarbeitsausgleich und massiv steigende Arbeitslosengelder notwendig sind?
2. Warum nicht den Finanzierungsmodus
der Sozialversicherung ändern: Der Beitrag, den das Unternehmen leistet, ist jetzt ausschließlich an der Lohnsumme festgemacht. Folge: Wer Leute beschäftigt zahlt, wer Maschinen aufstellt nicht.
Gleichzeitig soll die Steuerlast auf den Faktor Arbeit verringert und jene auf Ressourcenverbrauch erhöht werden.
3. Warum nicht jetzt die Vermögensbesteuerung in Österreich auf europäisches Niveau anheben? Die rund 200 Milliarden Euro aus Erwerbseinkommen müssen mehr als 90% aller Steuern in Österreich aufbringen, die mehr als 2000 Milliarden Euro Vermögen hingegen nur fünf Prozent - das ist erstens ungerecht und in Zeiten der Krise, wo Milliarden für Bankenrettung (sic!), Konjunkturpakete und Arbeitsmarktmaßnahmen gebraucht werdne, ökonomischer Unfug.
4. Mindestsicherung sofort einführen: Das Buchinger-Modell ist zwar nicht perfekt, aber dann eine Verbesserung, wenn Wohnungs- und Heizaufwand mit einbezogen werden. Armut zu alimentieren kommt am Ende ohnehin teurer!
Und am Ende die Frage: warum ist die Verstaatlichung von Banken, warum sind milliarden- und billionenschwere "Rettungspakete", noch vor einem Jahr denkunmöglich, in kürzester Zeit machbar, grundlegende Systemkorrekturen aber nicht?
Zeit für radikale Vorschläge:
1. Warum nicht, wenn immer mehr immer weniger oder gar keine Arbeit haben, Arbeit besser verteilen: zum Beispiel durch eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 (30) Wochenstunden, befristet auf zwei Jahre und einem teilweisen Lohnausgleich mitfinanziert durch öffentliche Gelder - die ja jetzt ohnehin für Kurzarbeitsausgleich und massiv steigende Arbeitslosengelder notwendig sind?
2. Warum nicht den Finanzierungsmodus
der Sozialversicherung ändern: Der Beitrag, den das Unternehmen leistet, ist jetzt ausschließlich an der Lohnsumme festgemacht. Folge: Wer Leute beschäftigt zahlt, wer Maschinen aufstellt nicht.
Gleichzeitig soll die Steuerlast auf den Faktor Arbeit verringert und jene auf Ressourcenverbrauch erhöht werden.
3. Warum nicht jetzt die Vermögensbesteuerung in Österreich auf europäisches Niveau anheben? Die rund 200 Milliarden Euro aus Erwerbseinkommen müssen mehr als 90% aller Steuern in Österreich aufbringen, die mehr als 2000 Milliarden Euro Vermögen hingegen nur fünf Prozent - das ist erstens ungerecht und in Zeiten der Krise, wo Milliarden für Bankenrettung (sic!), Konjunkturpakete und Arbeitsmarktmaßnahmen gebraucht werdne, ökonomischer Unfug.
4. Mindestsicherung sofort einführen: Das Buchinger-Modell ist zwar nicht perfekt, aber dann eine Verbesserung, wenn Wohnungs- und Heizaufwand mit einbezogen werden. Armut zu alimentieren kommt am Ende ohnehin teurer!
Und am Ende die Frage: warum ist die Verstaatlichung von Banken, warum sind milliarden- und billionenschwere "Rettungspakete", noch vor einem Jahr denkunmöglich, in kürzester Zeit machbar, grundlegende Systemkorrekturen aber nicht?
rauch - 5. Mär, 19:54