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Pauschalschwachsinn

Die Regierung erhöht das Pendlerpauschale. Pauschal für alle.
Das ist ein Pauschalschwachsinn und noch dazu sozial ungerecht.
Würde zum Beispiel Pendeln ab einem Brutto-Monatseinkommen von 3.500 Euro nicht mehr gefördert, könnten pro Jahr rund 90 Millionen Euro an Freibeträgen eingespart werden. Wer unter 1350 Euro verdient, schaut durch die Finger.
Ökologisch und langfristig ist das Pendlerpauschale in der derzeitigen Form ohnehin sinnlos. Akzeptabel ist es nur dann, wenn es in einen Absetzbetrag umgewandelt wird, damit die Höhe von den tatsächlichen Kosten und nicht vom Einkommen abhängig ist und das auch nur für jene, die nachweislich keine öffentlichen Verkehrsmittel für ihren Arbeitsweg verwenden können.

Die einzig sinnvolle, langfristige Strategie ist der Ausbau und die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs - auch in der Fläche!
Derzeit gibt es als Bundeszuschuss für neue Öffi-Angebote gerade einmal 10 Millionen jährlich - ein Witz!..

Wahlk(r)ampf ist...

Vorarlberg wählt zwar erst nächstes Jahr im September, aber scheinbar können einige es gar nicht erwarten, bis der Wahlkampf losgeht. Wie und was auf uns zukommt, zeigt der Landesparteiobmann der FPÖ im Samstaginterview bei Radio Vorarlberg. Grundzutaten:
"In den Moscheen wird Hass gepredigt und die Ausländer liegen in der sozialen Hängematte!"
Weiters wird hinzugefügt: "böse, böse EU" und "Lebenslänglich für Kinderschänder". Menü fertig.

Mahlzeit.

peak oil doch schon überschritten?...

Dass der Gipfel der weltweiten Ölförderung irgendwann erreicht und überschritten sein wird, war klar. Dass dies möglicherweise schon der Fall war, wir also sozusagen überm Berg sind, wurde zwar hin und wieder behauptet, aber nicht wirklich belegt.
SPIEGEL-online legt neue Fakten vor:

Oel-Peak-Oil_Spiegel-online-080521 (pdf, 92 KB)

Träumt noch irgendwer von sinkenden Benzinpreisen?....

Ein Märchen

Einfach einmal angenommen:
Ich habe eine Firma.
Ich habe eine Idee.
Ich habe eine neue Technologie.
Aber ich habe kein Geld, jedenfalls nicht genügend, um meiner Idee und meiner Technologie am Markt zum Durchbruch zu verhelfen.
Weiter angenommen:
Ich mache mich auf die Suche nach einem potenten Partner.
Gleichzeitig kommt ein großes, langeseigenes Unternehmen in die unangenehme Lage, Arbeitsplätze abbauen zu müssen. Zufällig habe ich beste Beziehungen zum Land und zu diesem Unternehmen.
Ich sage: "Gebt mir ein Grundstück, baut mir eine Halle, zahlt meine Maschinen, die ich einbringe und zahlt mir die Differenz zwischen dem, was ein anderes Bundesland zahlen würde - und ich biete euch meine Idee an. In einer gemeinsamen Gesellschaft, an der ich 51% halte und ihr 49% Ihr habe fünf Tage Zeit zu entscheiden!"
Es knirschen die Zähne im Aufsichtsrat des Landesunternehmens, aber die Arbeitsplätze gewinnen.
Die Firma startet, aber sie läuft nicht so, wie gewünscht. Der Automobilsektor ist heikel. Kapital muss nachgeschossen werden.
Der Aufsichtsrat des Landesunternehmens wird unruhig, als die Geschäfte nicht besser, sondern immer schlechter laufen.
Verbesserungen werden moniert, Businesspläne adapiert, Geschäftsführer ausgetauscht: nützt nichts.
Das Landesunternehmen beschließt: Aus! Wir steigen aus.
Ich sage: "Kommt nicht in Frage! Wenn das passiert, geht die Firma pleite und die Arbeitsplätze sind wieder futsch!"
Das Landesunternehmen will trotzdem aussteigen, sucht einen Partner, findet einen - ich lehne ab. Das Landesunternehmen findet noch einen, der würde die Mehrheit übernehmen wollen - ich lehne ab. Ich verlange für meine 51% der Anteile inklusive notwendiger Kapitalaufstockung 11 Millionen. Der Aufsichtsrat des Landesunternehmens sagt: "Unmut! Unverständnis! Kommt nicht in Frage!" Ich sage: Gut, dann kaufe ich euch euere 49% ab. Biete einen Euro. Grundstück und Fabrikshalle bekomme ich geschenkt.
Heulen und Zähneknirschen. Am Ende bekomme ich, was ich will.
Gesamtkosten des Abenteuers für das Landesunternehmen:
18 Millionen Euro.

Ich finde, meinem Unternehmen ist massiv geschadet worden. Ich finde, die öffentliche Debatte und die Kontrolliererei ist die eigentliche Bedrohung meines Unternehmens. Ich verwahre mich gegen die Unterstellung, ich hätte ein Landesunternehmen "erpresst".
Ich habe immer nur das beste gewollt, im Interesse der Arbeitsplätze.
Ich finde: Ich habe recht und die Welt ist ungerecht!

(Ende des Märchens. Die Geschichte ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen, real existierenden Unternehmen und Gegebenheiten sind nicht beabsichtigt und rein zufällig!)

Klimawandel trifft die Armen

Entgegen den hilflosen Versuchen der gerade wieder einmal aufflackernden "Klimalüge-Propaganda" zeigt sich immer deutlicher: Klimawandel trifft die Armen.
Präzise und kurz auf den Punkt gebracht in diesem GUARDIAN-Artikel.

Klimawandel-trifft-die-Armen (pdf, 34 KB)

Klimawandel ist nicht nur eine ökologisches, sondern zu allererst ein soziales und ökonomisches Problem.
Wenig überraschend ist auch eine Studie des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, erstellt vom Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstitut
an der Universität zu Köln: die ärmsten zehn Prozent der Haushalte sind von steigenden Öl- Kohle- und Gaspreisen doppelt so stark betroffen, wie die reichsten zehn Prozent der Haushalte.

Interessant: die Szenarien, die dieser Studie zugrunde liegen gingen von einem maximalen Ölpreis von 130 Dollar pro Faß im Jahre 2010 aus (dann stagnierend). Eine Annahme, die zu Jahresbeginn 2007 getroffen wurde. Inzwischen, wie wir wissen, von längst überholt.....

Blues im Mai

Manches will man lange tun und kommt nie dazu: Jetzt ist halt Mai und so richtig passt der Blues des neuen Züri-West-Albums, das im Jänner erschienen ist nicht ins jahreszeitlich hellblau und grüne Bild. November wäre besser. Aber das Album ist von einer Dichte und Authentizität, dass ich es schon lange wärmstens an jedwede Herzen legen wollte. Hier zwei Kostproben:

06-Schiff-im-Sand (m4a, 3,828 KB)
(inkl. Text zum Mitlesen - hilft bei Schwierigkeiten mit Schwyzerdütsch...)

i bin es Schiff im Sand
zwitts i dr Wüeschti
vertröchnets Land
u irgendwo kreist e Geier
i luege wit u breit
niene e Wäue
aues hie schteit
schtiu

i singe mis letschte Lied
uf mini SIM-Charte
z'Oute am Bahnhof
i ha gwartet u gwartet
aber när isch nüt cho
es het nume fies gluftet
u höch über de Gleis
weiss dr Geier

i bin es Schiff im Sand
irgendwie hie gschtrandet
u dr Schatte wird grösser
dr Vogu landet
u jitz plötzlech e Wäue
u jitz faats afa Winde
u i mache d'Leine los
gäu mir sie Fründe
(chumm mir si Fründe)

i bin es Schiff im Sand
zmitts i dr Wüeschti
vertröchnets Land
u irgendwo kreist e Geier
i luege wit u breit
niene e Wäue
aus hie schteit
schtiu




üsi Hüue isch papierdünn
mir exischtiere uf guet Glück
bi extrem schwache Quote
irgnd eine dräiht im Rote
u scho flügsch us em Renne
u liegsch dusse im Schotter
ei einzigi Sekunde
u aues isch vrbii

ei enizigi Sekunde
u du erwachsch im däm Zimmer
u aues hanget am ne Fade
u dr Zuefau schnippt mit em Finger
u dr Früehlig schteit vor dr Türe
im Schnee

Für alle, die es gerne einsam und schön haben,...

...hier ein Geheimtipp in Kroatien:

Im Nationalpark Velebit ist - zumindest in der Vor- und Nachsaison offensichtlich kaum ein Mensch unterwegs...
Und es gibt im nördlichen Teil phantastische Klettermöglichkeiten, eine Route ist hier beschrieben.
Der Nationalpark Paklenica hingegen ist eher überlaufen und den Nationalpark Plitvicer Seen haben wir gemieden, weil dort Winnetou-Schwerpunktwoche angesagt war...

paklenica-2008-062

Nahversorgung auf kroatisch

Nun mag das Bild ja truegen, aber aufgefallen ist mir dennoch folgendes: Zadar ist eine Stadt mit rund 80.000 Einwohnern an der damatinischen Kueste, alter Kern, neuerer Guertel. Manche Gebaeude kommen noch kaiserlich daher, die Hafenanlage auch. Am Stadtrand gibt es nicht mehr als drei,vier grosse Einkaufsmarkte. In der Stadt selber aber jede Menge kleiner und kleinster Laeden, Metzgereien, Baeckereien, Fisch- und Gemuesemaerkte. Am grossen Markt im Zentrum kann fuer eine geringe Standmiete jedemann/frau (hauptsaechlich sind es Frauen) einen kleinen Stand mieten und feilbieten, was der Garten hergibt, oder was man selber erzeugt hat. Rekordverdaechtig schienen mir auf einer Wegstrecke von weniger als 20 Metern vier (!) Metzgereien, die alle genug KundInnen zu haben schienen.
Irgendwie haengt eine funktionierende Nahversorgung wohl doch damit zusammen, ob sie am Leben erhalten wird oder durch Stadtrandeinkaufszentren nach und nach umgebracht wird...
Dass die Altstadt 1991 - 1994 heftig bombardiert wurde muss man sich wieder ins Gedechtnis rufen, weil man diesen Krieg schon wieder vergessen hatte....

6 Milliarden jährlich

Und das ganze nennen sie dann "Konsolidierungsbedarf" statt Budgetkürzung.

MenschenMeinungen

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